Nur 30 Profis kamen am Samstag in die Skatehalle – und zogen dort alle Register.

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Abwärts: ein Mountainbiker bei Wicked Woods in Aktion.

Abwärts: ein Mountainbiker bei Wicked Woods in Aktion.

Andreas Fischer

Abwärts: ein Mountainbiker bei Wicked Woods in Aktion.

Wichlinghausen. "Die Homegrown-Tour findet statt! Uns stört der Schnee nicht. Etwa euch?" stand auf der Homepage von Wicked Woods. Und die Antwort war leider: Ja. Nur 30Teilnehmer fanden sich am Samstag in der Skatehalle an der Langobardenstraße ein.

Die Angst vor Sturmtief "Daisy" war offensichtlich der Grund für die niedrigste Teilnehmerzahl, die jemals bei einem Mountainbike-Street-Contest in Wuppertal gezählt wurde. Denn auch wenn das befürchtete Verkehrschaos ausblieb, haben sich wohl viele potenzielle Teilnehmer von der Unwetterwarnung einschüchtern lassen. "Normalerweise haben wir etwa doppelt so viele Teilnehmer", erklärte Organisatorin Sabrina Ungemach.

Merkwürdig, denn sonst kennen die Mountainbiker scheinbar keine Angst: Das bewiesen die 30Biker eindrucksvoll. Wagemutig stürzten sie sich mit ihren Fahrrädern die Rampen hinab, traten zusätzlich in die Pedale, um noch schneller zu werden und schossen danach auf der gegenüberliegenden Seite so weit übers Ziel hinaus, dass sie - meterhoch in der Luft - genügend Zeit hatten, akrobatische Kunststücke auszuführen.

Erfreulich: Verletzt hat sich trotz des hohen Risikos bei den Tricks keiner der 30 Teilnehmer. Ungemach: "Die Sanitäter haben sich richtig gelangweilt. Ein paar ausgekugelte Schultern gibt es sonst eigentlich immer zu behandeln."

120 Sekunden für kunstvolle Einlagen und feiernde Zuschauer

Für ihre kunstvollen Einlagen hatten die Teilnehmer zwei Mal 60 Sekunden Zeit. Die beiden "Runs" wurden von den Zuschauern in der Halle frenetisch gefeiert und danach von einer Jury bewertet. Auch die Jury bestand aus Könnern: "Das sind alles Fahrer, die verletzungsbedingt nicht teilnehmen können. Für die ist das natürlich hart, mitanzusehen, wie ihre Konkurrenten fahren können. Auf der anderen Seite können sie so wenigstens dabei sein", sagte Sabrina Ungemach.

Die Teilnehmer konnten ihr Können im Vorfeld selbst einschätzen und sich eigenständig in eine der beiden Kategorien einteilen.

Bei den "Pros" gewann Marius Hoppensack aus Duisburg. Sieger in der Kategorie "Amateur" wurde Tobias Jäger aus Solingen.

An Akrobatik grenzt auch die Aussprache der Tricks, die die Künstler vorführten. "Tailwhip to 540 tailtep to footgam Nosepick" hieß der schwerste Trick, den Alexander Teschner am Samstag zeigte. Der 22-Jährige zeigte sich nicht nur auf den Rampen der Skatehalle furchtlos - auch "Daisy" ließ ihn fast kalt. "Wir haben kurz überlegt, ob wir wirklich losfahren sollen. Zumal auf den Straßen sehr wenig geräumt wurde", erklärt der Dresdner. Obwohl er in der Kategorie "Pro" antrat, sieht er das "Biken" als reines Hobby an. "Ich bekomme Teile fürs Mountainbike und Klamotten von Sponsoren. Leben kann ich davon noch lange nicht."

Der Wettbewerb am Samstag war der erste der "Homegrown-Tour 2010". Zwei weitere Stationen der Tour folgen, dann steht fest, wer den Hauptpreis - ein Komplettrad vom Hauptsponsor - gewinnt.

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