Wie die SPD die Probleme mit Wildpinklern am Wupperfelder Markt lösen will.

Ohne Schnee und ohne Gebüsch: Im Herbst 2009 stutzte die Stadt am Wupperfelder Markt das Grün und nahm den notorischen Wildpinklern den Sichtschutz. Die Diskussion um die Notdurft geht trotzdem weiter.
Ohne Schnee und ohne Gebüsch: Im Herbst 2009 stutzte die Stadt am Wupperfelder Markt das Grün und nahm den notorischen Wildpinklern den Sichtschutz. Die Diskussion um die Notdurft geht trotzdem weiter.

Ohne Schnee und ohne Gebüsch: Im Herbst 2009 stutzte die Stadt am Wupperfelder Markt das Grün und nahm den notorischen Wildpinklern den Sichtschutz. Die Diskussion um die Notdurft geht trotzdem weiter.

Uwe Schinkel

Ohne Schnee und ohne Gebüsch: Im Herbst 2009 stutzte die Stadt am Wupperfelder Markt das Grün und nahm den notorischen Wildpinklern den Sichtschutz. Die Diskussion um die Notdurft geht trotzdem weiter.

Oberbarmen. Löst eine öffentliche Toilette am Wupperfelder Markt das Problem der Wildpinkler endgültig? Zumindest ist Frank Lindgren, SPD-Mitglied der Bezirksvertretung Oberbarmen, davon überzeugt. Nach den "Aktivitäten des letzten Sommers, die in der Beseitigung der Bepflanzung am Wupperfelder Markt gipfelten" sieht er einen "dringenden Bedarf an öffentlichen Toiletten im Stadtgebiet" - vor allem eben am Wupperfelder Markt.

"Wenn das wirklich kommt, bin ich hier weg."

Lia Agnantiti, Friseurin am Wupperfelder Markt, über die Aussicht auf eine öffentliche Toilette auf dem Platz.

Dort hatten die WZ-Berichte über Biertrinker, die ihre Geschäfte im Buschwerk oder in Geschäftseingängen verrichten, eine heftige politische Diskussion ausgelöst. Um dem Problem zu begegnen, wurde schließlich das Strauchwerk gestutzt, um es den Anwesenden zu erschweren, sich bei jedem Harndrang in die schützenden Büsche zu schlagen.

Nach Auskunft der Stadt hat sich die Situation am Wupperfelder Markt inzwischen "beruhigt", was in der kalten Jahreszeit aber meist ohnehin der Fall ist. SPD-Mann Lindgren ist hingegen überzeugt, dass die "Beseitigung der Gelegenheit nicht das Bedürfnis beseitigt" und spricht sich deshalb für die sanitäre Komplettlösung aus - gerne auch an anderen Plätzen der Stadt mit entsprechender Problemlage.

Lia Agnantiti betreibt einen Friseursalon direkt am Wupperfelder Markt. Sie bestätigt, dass die Kälte und das Zurückschneiden der Büsche dazu geführt haben, dass sich nur noch eine Clique regelmäßig am Platz trifft. Eine öffentliche Toilette dagegen hält sie für völlig falsch: "Das wäre ja geradezu eine Einladung, sich zum Alkoholtrinken am Markt zu treffen", sagt sie und fügt hinzu: "Wenn das wirklich kommt, bin ich hier weg."

Auch die Stadt gibt der Toilette keine Chance: "Nicht zu finanzieren", heißt es dazu. Man plane keine weiteren öffentlichen Toiletten im Stadtgebiet, schon gar nicht in städtischer Trägerschaft. Die kommunale Finanzlage ist natürlich auch Lindgren bewusst. Er schlägt vor, den Betrieb der Anlage einem Werbeträger zu überlassen - also das Klo-Häuschen als Plakatwand. Ein Vorschlag, der allerdings nach bisherigem Sachstand nicht ins Konzept der Stadt passt.

Am Alten Markt ist der Betrieb der öffentlichen Toilette im neu errichteten Pavillon bereits Mitte 2007 der angeschlossenen Schnellimbiss-Kette übertragen worden. Laut Stadt mit Erfolg.

In der Schwebebahn-Station in Vohwinkel hat sich das Backhaus dem Örtchen angenommen und damit ganz problemlos die zehn Jahre alte Forderung nach einer öffentlichen Toilette an der Endhaltestelle erfüllt. Zur Erinnerung: Für die Stadtwerke als Hausherr war immer klar, die öffentliche Toilette nicht selbst betreiben zu wollen.

Für die Verwaltung machen öffentliche Toiletten nur noch Sinn, wenn sie Teil einer "gastronomischen Lösung" seien, der Steuerzahler also nicht die beträchtlichen Betriebskosten zu tragen hat. Ob sich auch am Wupperfelder Markt eine "gastronomische Lösung" finden lässt wie in Barmen und Vohwinkel, ist unklar. Fakt ist: Das Thema Wildpinkler am Wupperfelder Markt steht auch in diesem Jahr auf der Tagesordnung.

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