Freiwillige Feuerwehr Langerfeld erneuert ihren Fuhrpark. Neues Löschfahrzeug wird übergeben.

Freiwillige Feuerwehr Langerfeld erneuert ihren Fuhrpark. Neues Löschfahrzeug wird übergeben.
Löschzugführer Karl Grünewald (vorne) freut sich mit seinen Kameraden über das neue Fahrzeug.

Löschzugführer Karl Grünewald (vorne) freut sich mit seinen Kameraden über das neue Fahrzeug.

Gerhard Bartsch

Löschzugführer Karl Grünewald (vorne) freut sich mit seinen Kameraden über das neue Fahrzeug.

Langerfeld. Das „Geschenk“ für den Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr in Langerfeld steht in der Wagenhalle, glänzt in prächtigem Signalrot und wiegt stattliche 13 Tonnen: Das Löschgruppenfahrzeug LF 20 Kats wurde am Freitagnachmittag an Karl Grünewald, Löschzugführer und gleichzeitig auch stellvertretender Bezirksbürgermeister, und seine Truppe übergeben. Es ist eins von insgesamt acht, die kreisfreien Städten und Landkreisen zur Verfügung gestellt worden sind.

Einen Tag vor Heiligabend fand die Bescherung bereits für die Kameraden in Langerfeld statt. Der imposante Koloss auf vier riesigen Rädern ersetzt das 26 Jahre alte, bei weitem nicht mehr zeitgemäße Löschfahrzeug 16, das derzeit in Elberfeld repariert wird.

Bei der kleinen Feierstunde zur Übergabe sah man deshalb auch nur in fröhliche Gesichter. „Es ist schön zu sehen, wie sehr sich die Feuerwehrleute über das neue Fahrzeug freuen“, sagte Margret Hahn, Vorsitzende des Langerfelder Bürgervereins. Eine Freude, die auch von ihrem sieben Jahre alten Enkel geteilt wurde. Der kleine Yassin nutzte die Gelegenheit, das rote Ungetüm zu erklettern und wie die anderen anwesenden Kinder die Oma und die vielen anderen Gäste aus dem Führerhaus von oben zu betrachten und auch mal das Blaulicht einzuschalten. „Wenn du zehn bist, darfst du zur Jugendfeuerwehr“, versprach Hahn dem hoffnungsvollen Nachwuchs.

Das LF 20 Kats („Kats“ steht für Katastrophenschutz) gab Blicke in sein Innenleben preis. Die Besucher sahen eine riesige tragbare Pumpe, das leistungsfähige Strom-Aggregat, die Behälter für Schaummittel, die riesigen Schlauchtragekörbe und natürlich die säuberlich aufgerollten Schläuche, an denen zwei Gruppen gleichzeitig arbeiten können.

Das Löschfahrzeug hat 1000 Liter Wasser für den „Erstangriff“ im Tank, die Heckpumpe schafft 2000 Liter pro Minute. Lichtmast, Umfeldbeleuchtung, vier Atemschutzgeräte, Motorsäge, Tauchpumpe und 5000-Liter-Faltbehälter machen den Neuzugang bei der Freiwilligen Feuerwehr Langerfeld zu einem äußerst effektiven Mittel bei der Brandbekämpfung und für den Katastrophenschutz.

Das neue Fahrzeug war am Dienstag in Bonn abgeholt worden

Brandrat Simon Harmuth, Stellvertreter des verhinderten Wuppertaler Feuerwehrchefs Ulrich Zander, stellte das Fahrzeug kurz vor und verwies darauf, dass das LF 20 Kats ein Quantensprung im Vergleich zum „aussonderungswürdigen“ Vorgänger sei. Erst am vergangenen Dienstag wurde das neue Löschfahrzeug vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn abgeholt. Ab Mitte Januar soll es in Wuppertal voll einsatzfähig sein.

Dass das neue Löschgruppenfahrzeug möglichst wenig zum Einsatz kommt, und dass die Feuerwehrleute vornehmlich über Weihnachten nicht alarmiert werden, hoffte Heike Ernsting, Pastorin der evangelischen Kirchengemeinde, in ihrer kurzen Ansprache. Ernstings Vater war auch bei der Freiwilligen Feuerwehr engagiert, und die Pastorin wies noch einmal darauf hin, dass der ehrenamtliche Dienst bei der Feuerwehr kaum vergleichbar mit anderen ehrenamtliche Tätigkeiten ist. „Bei der Freiwilligen Feuerwehr herrscht praktisch Dauerbereitschaft. Und beim Einsatz werden oft genug Gesundheit und Leben aufs Spiel gesetzt.“ Sie wünschte den Feuerwehrleuten Gottes Segen bei ihrem wichtigen Engagement für die Menschen.

„Deshalb ist eine möglichst zeitgemäße Ausrüstung auf dem neuesten Stand der Technik von enormer Wichtigkeit“, stellte Brandrat Simon Harmuth fest und wies darauf hin, dass Wuppertal demnächst noch drei weitere Fahrzeuge dieser Art bekommen würde.

Als Kontrastprogramm zur neuesten technischen Errungenschaft stand in der Wagenhalle am Timpen eine von einem Pferd gezogenen Art Kutsche, die mit einem kleinen Wasserkessel und einer Spritze versehen war. Ein Vehikel, mit dem man vor mehr als 100 Jahren dem Feuer zu Leibe gerückt war. Das Gefährt kann als Erinnerung dafür dienen, dass die „gute, alte Zeit“ diese Bezeichnung nicht immer verdient.

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