Die einstige Deponie Kemna muss für 1,7 Millionen Euro abgedichtet werden. Schadstoffe belasten das Sickerwasser.

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Umweltschäden: Auf dem Plateau der ehemaligen Müllkippe will sich der Wald nicht ausbreiten.

Umweltschäden: Auf dem Plateau der ehemaligen Müllkippe will sich der Wald nicht ausbreiten.

Andreas Fischer

Umweltschäden: Auf dem Plateau der ehemaligen Müllkippe will sich der Wald nicht ausbreiten.

Beyenburg. Beyenburg hat einen neuen Sanierungsfall: Für 1,7 Millionen Euro muss die ehemalige Müllkippe Kemna abgedichtet. Die Deponie, die in unmittelbarer Nähe der Firma Erfurt bei der Straße In der Grüne liegt und von 1953 bis 1974 verfüllt wurde, sonderte nicht nur jahrelang hohe Mengen an Methangas ab - sie verunreinigt auch das Sickerwasser. Dies berichtete Hubert Nobis von der Stadt Wuppertal der Bezirksvertretung (BV) Langerfeld-Beyenburg.

Der Experte von der Unteren Bodenschutzbehörde erklärte, dass seit 2001 regelmäßig Proben von Grund- und Sickerwasser genommen und ausgewertet wurden. Während das Grundwasser kaum Schadstoffe aufweise, lägen sie im Sickerwasser deutlich über den zulässigen Grenzwerten. Insbesondere Schwermetalle, Cyanide und Ammonium seien in hoher Konzentration vorhanden. Allerdings, so Nobis, entstehe in der Müllkippe nur noch wenig Methangas. "Früher hat die Firma Erfurt das Gas für ihre Produktion genutzt. Heute reicht die Menge dafür aber nicht mehr aus. Jetzt saugen wir das Gas ab und es wird abgeblasen."

Rund acht Hektar misst die Deponie, in die etwa 1,5 Millionen Kubikmeter Müll verfüllt wurde. Der ehemalige Steinbruch hatte eine Tiefe von 55 Metern, die seit Mitte der 1950er Jahre mit Hausmüll und Bauschutt angeschüttet wurde. Mitte der 1980er Jahre seien die Hänge der Kippe bepflanzt worden, teilweise sogar mit Schwarzerlen. "Aber der Wald hat nicht übergegriffen, weil immer noch draufgekippt wurde", weiß Hubert Nobis.

Das Regenwasser wird zum Herbringhauser Bach geleitet

Das Ergebnis lässt sich auf Luftaufnahmen deutlich erkennen: Das Plateau der Kippe ist kaum bewachsen. Auf dieser Ebene liegt auch das Augenmerk der Bodenschützer: Hier sollen Kunststoffdichtungsbahnen verlegt werden, damit kein Wasser mehr versickern kann. "Das Wasser, das dort aufgefangen wird, wird dann zum Herbringhauser Bach geleitet."

Schon jetzt wurde mit den ersten Maßnahmen zur Sanierung begonnen. Wer heute über die Kippe spaziert, dem fallen vermutlich schwarze Dachpappen auf, die dort ausgelegt wurden. Der Grund: Schlingnattern. "Diese Tiere stehen auf der Roten Liste und werden jetzt eingesammelt und während der Sanierung in einem Terrarium leben."

Die mit Haus- und Industriemüll verfüllte Deponie im ehemaligen Kalksteinbruch am Eskesberg wurde zwischen 2004 und 2006 mit Kunstsstoffbahnen abgedichtet, weil dort Schadstoffe bis ins Grundwasser gesickert waren. Auf die Kunststoffbahnen wurde neuer Boden aufgebracht. Seit der 3,2 Millionen Euro teuren Sanierung ist die ehemalige Deponie Naturschutzgebiet und Biotop.

Die Kosten für die Oberflächenabdeckung in Höhe von 1,7 Millionen Euro, von denen 1,5 Millionen reine Baukosten und 200 000 Euro Planungskosten sind, muss die Stadt Wuppertal übrigens selbst tragen. Finanziert wird die Maßnahme, die bis 2010 umgesetzt werden soll, aus den Abfallgebühren.

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