Gewitter und Regen waren angesagt - doch zur Himmelfahrts-Prozession in Beyenburg schien die Sonne.

Vor prachtvollen Blumenteppichen machten die Gläubigen Station.
Vor prachtvollen Blumenteppichen machten die Gläubigen Station.

Vor prachtvollen Blumenteppichen machten die Gläubigen Station.

Uwe Schinkel

Vor prachtvollen Blumenteppichen machten die Gläubigen Station.

Beyenburg. Jens Schlösser und Thomas Schwientek waren gerade in den Glockenturm der Kirche St. Maria Magdaelna in Beyenburg gestiegen, da flohen sie schon wieder. Blitz und Donner zuckten und krachten um fünf Uhr morgens um die katholische Kirche. Von dort wollten die beiden Beyenburger mit ihren Beiern schon früh auf die Himmelfahrtsprozession, die 1447 urkundlich erwähnt ist, aufmerksam machen. Seit ewigen Zeiten klettern junge Männer der Pfarrei in den Kirchturm und schlagen die still hängenden Glocken per Hand.

Doch das Gewitter zog schnell vorüber, die beiden jungen Männer stiegen erneut auf, und fünfeinhalb Stunden später zog die Prozession nach dem Festhochamt zur Kirchweih hinauf auf den Siegelberg und zur Steinhauser Straße. Trockenen Fußes, obwohl Gewitter und Regenschauer im Bergischen Land angesagt waren. Um Beyenburg machte das schlechte Wetter einen Bogen.

"In den 27 Jahren, in denen ich Ordner bin, sind wir wegen Schlechtwetter nur einmal den kurzen Prozessionsweg gezogen", sagt Gerd Wacker. Mehr als 1000 Teilnehmer zog es dann den fünf Kilometer langen Weg auf die Höhen, begleitet vom Posaunenchor der evangelischen Gemeinde Beyenburg und dem Oberbarmer Blasorchester. Lieder und Fürbitten trugen die Gläubigen vor. An drei Stationen wurde der Segen erteilt.

Freiwillige Helfer hatten den Ort mit Maiengrün geschmückt

"Ich habe noch nie so eine schöne Prozession erlebt", sagte Pastor Benedikt Schmetz, der zum ersten Mal gemeinsam mit Priestern und Diakonen aus Langerfeld, Schwelm und Radevormwald die Monstranz durch die Straßen trug. "Gottes Feriendomizil liegt in Beyenburg", sagte er nach der Prozession. Er lobte die Gemeinde, die Blumenteppiche, darunter den Schriftzug "Ave Maria", gelegt hatte, sowie alle freiwilligen Helfer, die auch den Ort im Osten Wuppertals mit Maiengrün und unzähligen Wimpeln geschmückt hatten.

Angeführt wird die Prozession von Christian Wasserfuhr und Markus Hückesfeld auf den Haflingern Ambiente und Alegra vom Reiterhof Hengsten, Sebastian, Matthias und Addi folgen mit Lichtern und dem schweren Vortragekreuz. Auch Marejn und Juliane (14) haben mit weiteren Messdienerinnen den Schrein der heiligen Odilia über mehr als zwei Stunden getragen. Dreijährige Kinder - für sie ist die Prozession aufregend. Ramon (6) im Messdienergewand schellt mit seiner Glocke, so laut er kann.

Zahlreiche Fahnen, darunter auch die neue der Katholischen Frauengemeinschaft (kFd) und der Kolpingsfamilie, begleiteten die Prozession in Beyenburg. Auch die Pfadfinder aus Schwelm, die schon vor der Prozession einen zehn Kilometer langen Fußmarsch hinter sich gebracht hatten, trugen ihre Wimpel andächtig mit.

Auch für Joy und Lea (beide sechs Jahre alt) ist der Prozessionsweg nicht zu lang. Sie haben eifrig aus ihrem Körbchen Blumen gestreut. Ein wenig warm ist ihnen in der Schwüle des Vormittags. Sie haben danach aber noch etwas vor: Scooterfahren auf der Kirmes in der Unterbeyenburg, die diesmal wieder gut besucht war - trotz der Konkurrenz von Barmen Live.

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