Magier Richard Anderson überzeugt im Zaubersalon.

Magier Richard Anderson begeisterte das Publikum in der Bandfabrik.
Magier Richard Anderson begeisterte das Publikum in der Bandfabrik.

Magier Richard Anderson begeisterte das Publikum in der Bandfabrik.

Gerhard Bartsch

Magier Richard Anderson begeisterte das Publikum in der Bandfabrik.

Langerfeld. „DeSchaWü“ schreibt man, wie man’s spricht, also Déjà-vu. Das Phänomen ist so alt wie die Menschheit, dennoch nicht zufriedenstellend ergründet und in jedem Fall irgendwie verrückt. Magier Richard Anderson setzte dem abgedrehten Erlebnis gleich mehrere Kronen auf, als er kürzlich beim „Zaubersalon“ in der Bandfabrik sein Programm „DeSchaWü“ aus dem Ärmel zauberte.

Weder für Hut noch für Kaninchen war der unterhaltsame Abend gestrickt – allerdings auch nicht so recht für Zuschauerin Sabine. Auf die Bühne gebeten, hatte sie angesichts des Tempos ihre liebe Not, Andersons Regieanweisungen zu sortieren. „Nenn mir eine Zahl zwischen eins und fünf“, lautete die Aufforderung, woraufhin die irritierte Dame die Nummer Sechs nannte.

Interessante Show auf der Bühne, interessante Berufe im Publikum

Bei solchen Steilvorlagen muss die Kunst zugunsten des Amüsements auf der Strecke bleiben. Anderson nahm professionell und gelassen hin, dass ihm derlei Patzer auch schon mal die Show stahlen. Umso mehr drehte er auf, als ihm der Zufall – oder seine Intuition – gleich mehrere Bühnenkandidaten mit ausgefallenen Berufen zuspielte: Testpilot, Opernsänger, Dressman, Geburtshelfer. Was will man mehr?

Unterhaltung und Unerklärliches hatte das Programm versprochen, beides lieferten also allein schon die Zuschauer. Um das flinke Treiben wanden sich die Tricks. Die Zeitung, die Sabine zu zerfleddern hatte, nannte Daten und Fakten, die auf magische Weise in gänzlich anderem Kontext wieder erschienen. Das ist „DeSchaWü“ in Reinkultur, ein Spiel mit Merkwürdigkeiten, bei denen man stets glaubt, ihnen schon zigmal auf den Leim gegangen zu sein.

Bestreiten üblicherweise je drei Magier den „Zaubersalon“, so bestritt Anderson den Abend tapfer und bravourös im Alleingang. Für seine stolzen Leistungen hat ihm der Magische Zirkel Deutschland bereits die „Magica“ verliehen.

Der „Zaubersalon“ findet an jedem dritten Dienstag im Monat in der Bandfabrik statt. Es gibt weder Platzreservierungen noch festgelegte Eintrittspreise. Am Ende der Veranstaltung hinterlassen die Zuschauer nach Selbsteinschätzung einen Betrag im Zauberhut.

Der Zaubersalon versteht sich als „zweites Wohnzimmer“ des Magischen Zirkels Wuppertal. Der 1958 gegründete Zirkel besteht aus 22 Mitgliedern, darunter eine Frau.
www.zaubersalon-wuppertal.de

Die schönsten Tricks führen indessen in die Leere, wenn das Publikum versagt. Davon konnte in Langerfeld nicht die Rede sein. Sogar dem Krümelmonster verpasste es auf Andersons Lockruf hin endlich einen richtigen Namen. Nun ja, nur wenn man Bzikc als richtigen Namen gelten lässt.

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