Der Bezirksverein sieht sich außerstande, neue Auflagen von Stadt und Feuerwehr zu erfüllen und kündigt die Absage des Fests an.

Der Bezirksverein sieht sich außerstande, neue Auflagen von Stadt und Feuerwehr zu erfüllen und kündigt die Absage des Fests an.
Das Bleicherfest ist bisher für Sonntag, 26. Juni, geplant.

Das Bleicherfest ist bisher für Sonntag, 26. Juni, geplant.

Uwe Schinkel

Das Bleicherfest ist bisher für Sonntag, 26. Juni, geplant.

Heckinghausen. Der Bleicherfest-Termin ist längst notiert, die Planungen laufen seit Monaten, und Anmeldungen für den größten Sommer-Flohmarkt Wuppertals kommen fast täglich herein. Doch nun steht das Telefon im Büro des Bezirksvereins Heckinghausen nicht mehr still, weil die Nachricht von der Absage des Volksfests sich wie ein Lauffeuer verbreitet hat: „Vorstand und Beirat des Bezirksvereins Heckinghaus e. V. haben beschlossen, dass das diesjährige Bleicherfest nicht stattfinden wird“, heißt es in der Mail, die Dienstagmorgen die Stadt nebst Oberbürgermeister und Feuerwehr erreichte: „Die neuerlichen Auflagen des Ordnungsamtes und der Feuerwehr sind so hoch, dass sie von den ehrenamtlichen Helfern nicht alleine geleistet werden können“ schreibt Jürgen Nasemann, Vorsitzender des Bezirksvereins, der alljährlich das Volksfest im Heckinghauser Zentrum organisiert.

Anlass für die Entscheidung der Ehrenamtler ist eine Mail des Ordnungsamts vom 21. April, „in der wir entgegen früherer Absprachen aufgefordert werden, nun jeweils 50 Meter Sicherheitsabstand zu den Straßeneinmündungen zu halten“, sagt Jürgen Nasemann. In diesen Zonen dürften dann keine Stände aufgebaut werden - wodurch das ohnehin schon flächenmäßig dezimierte Bleicherfest noch kleiner würde und damit für den Bezirksverein unwirtschaftlich.

Von 50 Metern Sicherheitsabstand sei weder im gemeinsamen Gespräch noch in den Protokollen und Schriftwechseln die Rede gewesen. „Und damit nicht genug“, sagt Nasemann zum Auflagenkatalog des Ordnungsamts. Denn das fordert ferner: „Die Fluchtwege sind mittels genormter Schilder, welche in ausreichender Höhe angebracht werden müssen, zu kennzeichnen.“ Neue Schilder - "die sollen wir dann womöglich auch noch bezahlen?“ fragt sich der Vorstand des Bürgervereins und staunt über eine weitere Auflage, die es so für ihn bisher nicht gegeben habe: „Die von Ihnen eingesetzten Ordnungskräfte müssen mit Funkgeräten und Megaphonen ausgestattet sein“, verlangt das Ordnungsamt vom Bezirksverein.

Doch es sind nicht nur die neuen Auflagen, die den Bezirksverein verstimmen. „Wir finden auch die Art und Weise der Kommunikation und des Umgangs mit uns nicht in Ordnung“, sagt Jürgen Nasemann. Eine wahre Flut von  Anrufen habe es nach Bekanntwerden  der Absage gegeben, auch Veranstalter anderer Stadtfeste hätten sich gemeldet und nachgefragt.  Als eine der ersten Parteien bedauerte gestern die FDP die Entwicklung: „Die Absage des Bleicherfestes bedeutet neben vergeblicher Planungsarbeit für die Betreiber und Standmieter auch einen erheblichen Imageverlust für unsere Stadt“, so Alexander Schmidt, FDP-Fraktionsvorsitzender. Die Verwaltung müsse alles unternehmen, um traditionell bedeutsame und überregional bekannte und beliebte Straßenfeste möglich zu machen. „Man muss sich bei aller Ordnungsliebe immer vor Augen halten, dass hier Menschen zumeist ehrenamtlich Veranstaltungen organisieren. Mit immer höheren Auflagen und Kosten vergrault man die Bürger und verhindert langfristig, dass diese sich engagieren und einbringen.“

Die Stadt äußerte sich am Dienstag nicht zum Thema und verweist auf ein für Mittwoch anberaumtes Gespräch mit den Bleicherfest-Veranstaltern. Dazu ist ist der Bezirksverein bereit. „Es besteht zumindest Klärungsbedarf“, sagt Jürgen Nasemann. Bereits im vergangenen Jahr habe man noch am Morgen des Bleicherfests Diskussionen mit  dem Ordnungsamt führen müssen, „weil es offenbar interne Kommunikationsprobleme gibt. Darauf möchten wir in diesem Jahr verzichten.“

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