Großer Andrang in der Färberei: Studenten haben Konzepte für das Quartier entwickelt.

Oberbarmen
Im Oktober waren die Studenten im Quartier unterwegs.

Im Oktober waren die Studenten im Quartier unterwegs.

Sonja Kaufmann, Laura Siebert, Nina Vollmann, Leonie Hoffmann und Felix Leifeld von der Gruppe „Alles unter einem Dach“.

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Im Oktober waren die Studenten im Quartier unterwegs.

Oberbarmen. Nette Ideen, doch wo sind die Investoren? Mit dieser Frage begegnete das Publikum den 20 Studierenden des Masterstudiengangs Städtebau NRW, die am Mittwoch in der Färberei ihre Konzepte für eine Stadtteilentwicklung in Oberbarmen/Wichlinghausen vorstellten.

Die Antwort: Wenn die Ideen nur überzeugend genug sind, dann werden sich die Geldgeber schon von alleine einfinden. Sollte dem nicht so sein, dann bleibt immer noch anzumerken, dass die Studierenden nur die Aufgabe hatten, mögliche Perspektiven aufzuzeigen und dafür Handlungsansätze zu entwickeln.

Studenten hatten den Blick von außen

Was nun den Ist-Zustand angeht, den die jungen Besucher erstmals bei Stadtrundgängen im vergangenen Oktober vor Ort begutachtet hatten, so vermochten sie den Zuhörern keine Neuigkeiten zu vermitteln: hohe Arbeitslosigkeit, Unterversorgung im Grundschul- und Kita-Angebot, schlechte medizinische Versorgung an der Peripherie, hohe Rate an Leerständen trotz günstiger Mieten.

Erfrischend war unterdessen der Blick von außen – die Studierenden stammen allesamt aus Nachbarstädten – auf vorhandene Potenziale und deren mögliche Nutzung bzw. Umnutzung.

Eine Gruppe etwa hatte unter dem Motto „Wir drehen am Rad“ die Verzahnung diverser Stärken aufgezeigt und verdeutlicht, dass mit Impulsen an einer Stelle gleich auch Bewegung in andere Quartiere kommt.

Idee: Luhns-Gelände als Markt der Kulturen

Ein Impuls etwa könne so aussehen, dass man das Luhns-Gelände in einen Markt der Kulturen mit Gemeinschaftswerkstätten für Handwerker und Start-up-Büros für Jungunternehmen umnutzt. Eine andere Gruppe sah Chancen für das Quartier, noch mehr auf die Nordbahntrasse zu setzen.

Die hohe Bürgerbeteiligung bei der Veranstaltung am Mittwoch bestätigte, was die Studierenden analysiert hatten: Das Engagement im Stadtteil ist beachtlich groß und lässt sich als wichtiger Faktor nutzen.

Dass man gewiss keines der Konzepte zu 100 Prozent umsetzen werde, bestätigte Jutta Schultes, die das Programm Soziale Stadt Oberbarmen betreut. Die 2. Förderphase dieses Programms ist derzeit bei ihr in Arbeit. Schultes wird nun die Aufgabe haben, die besten Ideen auszufiltern und sie in ein endgültiges Handlungskonzept einzubinden. Zuvor werden die Studierenden weiter an ihren Konzepten feilen und sie in etwa vier Wochen in einem Buch zusammenfassen. Einsicht kann man dann im Quartiersbüro 422 am Wichlinghauser Markt nehmen.

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