Von Schweinen und Jugendlichen: Das Figurentheater machte Station im JuLa.

Langerfeld
Hille und Klaus Menning waren mit „Rosalie und Trüffel“ zu Gast im Jugendzentrum Langerfeld

Hille und Klaus Menning waren mit „Rosalie und Trüffel“ zu Gast im Jugendzentrum Langerfeld

Bartsch, Gerhard (b13)

Hille und Klaus Menning waren mit „Rosalie und Trüffel“ zu Gast im Jugendzentrum Langerfeld

Langerfeld. Es scheppert ordentlich. „Rosalie, jetzt hilf mir doch mal. Alles Scherben!“, ertönt es sogleich. Rosalie liegt auf ihrem Kissen und seufzt. Der Vater kommt in den Raum und die Schimpftirade geht weiter. „Könntest du nicht mal was sinnvolles machen? Wenn ich so viel Zeit hätte wie du, was ich da alles machen könnte.“ Das kennen die meisten der Kinder, die vor der Bühne im Jugendzentrum Langerfeld sitzen und das Figurentheaterstück „Rosalie und Trüffel“ verfolgen.

Um häusliche Pflichten und Stress mit den Eltern dreht sich das auf dem gleichnamigen Buch basierende Stück aber nicht: Vielmehr geht es um die erste Liebe, das Kribbeln im Bauch und die Reaktionen der Freunde, aber auch um Mut und um die schwierige Aufgabe, zu sich selbst zu stehen und sich auch mal gegen die Meinung anderer zu stellen.

Rosalie, das ist ein Schweinemädchen; Trüffel, ein Eberjunge. Beide stehen am Anfang der Pubertät – mit allem, was das mit sich bringt: Nervende Eltern, coole Freunde, die schon viel weiter sind, als man selbst, und Unsicherheit. Im Park treffen sie sich zufällig an ihrem Baum und spüren das erste Kribbeln, auch das peinliche Gefühl „Was sag ich denn jetzt“ gehört dazu. Daheim geben ihre Freundinnen Rosalie gute Ratschläge, kleiden sie neu ein und verwandeln sie in ein „cooles Schwein“. Rosalie aber ist sich gar nicht sicher, ob das so richtig ist. Was, wenn Trüffel sie nun nicht mehr erkennt oder nicht mehr mag?

Trüffel ergeht es zeitversetzt nicht anders: Mit neuer Kleidung und Muskeltraining wollen seine Freunde einen richtig „coolen“ Kerl aus ihm machen. Das Resultat ist das Gegenteil: Rosalie erkennt Trüffel nicht mehr und findet ihn peinlich.

„Wir fanden besonders das Ende voll schön und richtig gut, weil sie sich dann bekommen haben“, sagen die neun- bis elfjährigen Mädchen und Jungen. Nach der Aufführung dürfen sie die Figurenspieler Hille und Klaus Menning mit Fragen löchern, auch über das Thema erste Liebe. „Wenn wir darüber reden, dann kann das für die Kinder ein Türöffner sein, dass sie auch offen über ihre Gefühle reden“, erzählt Klaus Menning. Dass das Stück aber dank seiner vielen Wortspielereien nicht nur etwas für Kinder ist, finden auch die anwesenden Erwachsenen. Das erste Mal verliebt sein ist eben ein Thema, das alle betrifft - alterlos.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer