Beyenburg. Im Prozess um die Brandserie von Beyenburg haben heute beide Angeklagte vor Gericht geschwiegen. Der Jüngere der beiden Ex-Feuerwehrmänner, er wird wahrscheinlich nach Jugendstrafrecht beurteilt, hat allerdings über seinen Anwalt mitteilen lassen, dass er sämtliche Vorwürfe bestreitet. Außerdem ließ er sein Geständnis, dass er gegenüber der Kripo vor zwei Jahren abgelegt haben soll, widerrufen. 

Das Vernehmungsprotokoll mit dem mutmaßlichen Geständnis aus dem Jahr 2007 wurde heute in die Beweisaufnahme eingeführt und vor Gericht verlesen. Der 20-Jährige soll bei der Kripo ausgesagt haben, dass er bei den Brandstiftungen nur auf Anweisung des Älteren gehandelt und lediglich Schmiere gestanden habe. Es hätte zu lange keinen Einsatz gegeben, man müsse da mal was machen - soll der ältere Feuerwehrmann zu ihm gesagt haben. Der Jüngere habe lediglich einmal erfolglos versucht, ein Feuer zu legen. 

Laut Staatsanwaltschaft haben die beiden 20 und 32 Jahre alten Ex-Feuerwehrmänner zwischen August 2006 und September 2007 in vier Fällen Feuer gelegt und dann bei den Löscharbeiten geholfen. Tatmotiv soll Geltungsbedürfnis gewesen sein. Die Ermittler gehen in allen vier Fällen von einem Brandschaden von mindestens 20.000 Euro aus. 

Der 20 Jahre alte Angeklagte hatte seinerzeit bei der Polizei ausgesagt, dass er dem 32 Jahre alten Kollegen nicht habe "Nein" sagen können. Die beiden Männer lebten damals gemeinsam in einem Haus. Der Ältere soll dem 20-Jährigen eine Schlange fürs hemische Terrarium überlassen und dafür 50 Euro verlangt haben. Als der 20-Jährige nicht zahlte, habe der Ältere das Geld möglicherwiese als Druckmittel benutzt, um den jungen Mann zur Komplizenschaft zu drängen. Der Jüngere soll nach Zeugenaussagen größtenteils nicht bei den anschließenden Löscheinsätzen dabei gewesen sein. Einige der Zeugen sind mit dem 20-Jährigen verwandt und ebenfalls Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Der Prozess wird fortgesetzt. spa/vezi

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