Sanierung kostete 19.000 Euro und dauerte länger als erwartet. Jetzt soll die Brücke aber lange halten.

Beyenburg
Spaziergänger können wieder die Brücke am Bilstein nutzen.

Spaziergänger können wieder die Brücke am Bilstein nutzen.

Uwe Schinkel

Spaziergänger können wieder die Brücke am Bilstein nutzen.

Beyenburg. Ein trüber, etwas regnerischer Wintertag in Beyenburg. Doch Sebastian (8) und seine Schwester Lena (6) springen begeistert über die Wupperbrücke am Bilstein. „Das klappert jetzt aber toll“, ruft Sebastian seinen Eltern zu. „Hauptsache, die Brücke ist wieder geöffnet“, ist sich die Familie einig, die zuletzt wie viele Spaziergänger dort vor der Absperrung stand und umkehren mussten. Die Brücke war Mitte September geschlossen worden, da sie erhebliche Sicherheitsmängel aufwies.

Das war bei der jährlichen Kontrolle der Brücken durch die Stadt aufgefallen. Mit einer Arbeitsdauer von drei Wochen kam man aber nicht hin. „Die Stahl-Hauptträger waren erheblich stärker korrodiert als erwartet. Das wurde erst nach der vollständigen Demontage des Holzbelages erkannt“, erklärt Thorsten Warning, Abteilungsleiter Konstruktiver Ingenieurbau der Stadt. Die Brücke musste jetzt für 19.000 Euro repariert werden. Unter anderem wurde der marode Holzbohlenbelag der insgesamt 28 Meter langen Konstruktion durch einen Sicherheitsrostbelag ersetzt.

1978 war der Hauptträger verstärkt, der Holzbelag der Brücke seitdem immer wieder erneuert worden. Die Brücke in der jetzigen Form besteht seit November 1945, die Vorgängerin wurde zuvor gesprengt. Ob diese Brücke schon Vorgänger hatte, ist nicht bekannt. Eine 90-jährige Beyenburgerin erinnert sich, dass es dort am Bilstein immer eine Brücke gegeben habe. Auch Gerd Helbeck, Lokalhistoriker und Herausgeber von Büchern zu Beyenburgs Geschichte, glaubt, dass es einen Brückenübergang an dieser Stelle schon lange gegeben hat. „Schließlich hatten die Beyenburger seit dem 18. Jahrhundert ein Holzrecht. Das Holz am Bilstein ist zwar nicht besonders wertvoll, doch zum Brennholz taugte es“, so Helbeck.

Die Frage, seit wann es die Brücke gibt, lässt sich nicht mehr klären

Eine Grafik nach der Urkataster Flurkarte von 1827 weist keine Brücke am Bilstein auf, wohl ist aber die Brücke Schemm eingezeichnet. Mit den Verwaltungen stand Beyenburg oft auf dem Kriegsfuß. Die Brücke Schemm war 1867 so marode, dass es sicherer war, die Wupper zu Fuß zu durchqueren. Dabei diente die Brücke auch den Kindern, die die Schule in Beyenburg besuchten und die sonst den weiten Weg nach Remlingrade oder Schwelm hätten antreten müssen. Die Wupper bildete dort die Grenze zwischen der Rheinprovinz und Provinz Westfalen.

Erst nach einem über elfjährigen Streit, wer für die Brückenarbeiten zahlen musste, und sich schließlich auch der Briefbote weigerte, „den Steg zu betreten“, gab die Verwaltung nach. Die 1871 eingestürzte Brücke wurde 1878 wieder hergestellt. Die Brücke am Schemm wurde vor einigen Jahren teilweise gestrichen. Im Vergleich zu übrigen Brücken in Wuppertal ist sie ausreichend erhalten. „Trotz Korrosionserscheinungen müssen Maßnahmen an anderen Brücken in Wuppertal bevorzugt werden“, so Experte Warning.

Doch die Wanderer, die den Bilsteinkopf erklimmen wollen, haben jetzt lange Zeit Ruhe. Die neue Gitterrostkonstruktion werde langlebiger sein, da Staunässebildung unter dem Belag künftig nahezu ausgeschlossen sei, versichern die Experten.

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