Jugendliche gedenken mit einer szenischen Darstellung dem Märtyrer Bernhard Letterhaus.

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Die Mitwirkenden der Bernhard-Letterhaus-Aufführung in St. Johann Baptist. Während der Darbietung waren Fotos verboten.

Die Mitwirkenden der Bernhard-Letterhaus-Aufführung in St. Johann Baptist. Während der Darbietung waren Fotos verboten.

Bernhard Letterhaus (1894- 1944). (Foto aus: Wolfgang Stock, Wuppertaler Straßennamen, 4. Auflage 2010)

Gerhard Bartsch, Bild 1 von 2

Die Mitwirkenden der Bernhard-Letterhaus-Aufführung in St. Johann Baptist. Während der Darbietung waren Fotos verboten.

Heckinghausen. Am 14. November 1944 endet das Leben von Bernhard Letterhaus, im Gefängnis Berlin-Plötzensee wird er hingerichtet. In einem Schauprozess war er am Tag zuvor des Landesverrates für schuldig befunden und zum Tod verurteilt worden. Der in Heckinghausen geborene Widerstandskämpfer musste sterben, weil er sich in der Zeit des Nationalsozialismus gegen das herrschende Regime stellte.

Zum Gedenken an den "Märtyrer des 20. Jahrhunderts" wurde am Sonntag in der katholischen Kirche St. Johann Baptiste in Oberbarmen, in der Letterhaus getauft worden war, Stationen seines Lebens szenisch nachgestellt. Zusammengestellt hatte die Inszenierung Hans-Joachim Ossé, ehemaliger Leiter der Bernhard-Letterhaus-Schule.

Jugendliche schlüpften in die Rolle der Gefangenen

Unter dem Titel "Licht in der Finsternis", schlüpften Jugendliche in die Sprechrollen verschiedener Verfolgter und gaben ihnen eine Stimme. In der vollbesetzten Kirche herrschte ergriffene Stille. Bernhard Letterhaus ist für seine Überzeugung und seinen Glauben in den Tod gegangen. "Nur aus Standhaftigkeit wird die Welt gerettet", war sein Motto.

"Nur aus Standhaftigkeit wird die Welt gerettet."

Bernhard Letterhaus’ Lebensmotto

Eindringlich trugen die Sprecher Zitate und Dokumente der Zeit vor, machten das Handeln der Widerstandskämpfer lebendig und gaben Einblick in den grausamen Gefängnisalltag. Neben Letterhaus (Martin Pycior) kamen auch Freunde und Mitgefangene zu Wort.

Projektionen auf der Leinwand unterstreichen die Zitate

Am 10. Juli 1894 wurde Bernhard Letterhaus geboren. Kurz nach dem Attentat auf Adolf Hitler im Juni 1944 wurde er verhaftet, bevor er am 14. November 1944 schließlich durch die Nazis erhängt wurde. Letterhaus war christlicher Gewerkschaftsführer, Verbandssekretär der Katholischen Arbeitervereine (KAB) und Abgeordneter der Zentrumspartei.

An verschiedenen Plätzen in Wuppertal wird an ihn erinnert. An der Stelle seines Geburtshauses steht eine Gedenktafel, eine Siedlung im Uellendahl ist nach ihm benannt, in Barmen gibt es die Bernhard-Letterhaus-Straße und die Letterhaus-Schule.

Der evangelische Pfarrer Dietrich Bonhoeffer (Andreas Tobias) etwa wurde mit der Beschreibung der stundenlangen Dunkelheit in den Zellen zitiert. Abgeschlossen wurden die Szenen durch Lieder, wie "Von guten Mächten wunderbar geborgen" von Dietrich Bonhoeffer. Dazu wurden passende Bilder auf eine Leinwand projiziert.

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