Vom 29. Oktober bis 1. November werden im Marscheider Wald Bäume gefällt. Die Straße ist gesperrt.

Vom 28. Oktober bis 1. November werden im Marscheider Wald Bäume gefällt. Die Straße ist gesperrt.
Die einzige Zufahrt zur Siedlung Laaken-Eschsiepen bleibt vier Tage lang komplett gesperrt.

Die einzige Zufahrt zur Siedlung Laaken-Eschsiepen bleibt vier Tage lang komplett gesperrt.

Stefan Fries

Die einzige Zufahrt zur Siedlung Laaken-Eschsiepen bleibt vier Tage lang komplett gesperrt.

Laaken. Ab Samstag wird die Siedlung Laaken-Eschensiepen unfreiwillig zur autofreien Zone. Wie die Bewohner am Dienstag erfahren haben, werden im Marscheider Wald umfangreiche Baumfällarbeiten durchgeführt. Dafür muss die Straße Laaken – die einzige Zufahrt in das Wohngebiet – zwischen Vorwerk und Laaker Teich komplett gesperrt werden. Ein Ausweichparkplatz an der Beyenburger Straße steht zur Verfügung. In Notfällen können Autos durch den Wald fahren.

Jutta Lucas-Bodey ist extrem verärgert darüber, wie kurzfristig sie informiert wurde. „Das sind vier Tage Geiselhaft, von denen wir erst vier Tage vorher erfahren haben und auch nur, weil Waldarbeiter hier Flyer verteilt haben.“ Gerade am Montag, dem Monatsletzten und Brückentag zum Feiertag am Dienstag, hätten viele Nachbarn Termine, wollten zur Bank, zum Einkaufen oder – wie sie selbst – zum Arzt. Der Friedhofsbesuch an Allerheiligen würde bei vielen wohl ausfallen müssen.

Ausweichstrecke ist keine Option

„Das geht jetzt alles nicht“, schimpft die Anwohnerin. Denn viele Nachbarn seien auf ihre Autos angewiesen. Und die notfallmäßige Ausweichstrecke durch den Wald sei keine Option. „Im Stockdustern über einen unbeleuchteten und unbefestigten Weg fahren, auf dem einem möglicherweise noch jemand entgegen kommt. Das ist unmöglich.“

Also müsse man weit weg parken. Auch um die Anwohner, die Essen auf Rädern erhalten oder von einem Pflegedienst betreut werden, macht sich Jutta Lucas-Bodey Gedanken. „Wie sollen die denn versorgt werden? Oder sollen die Pflegedienste vier Tage im Voraus pflegen?“, fragt die Laakenerin mit deutlicher Ironie.

Günter Schnur und seine Mitstreiter vom Bürgerverein Laaken-Eschensiepen sind über die geplante Baumfäll-Aktion schon seit gut zwei Monaten informiert. Intensiv habe der Bürgerverein mitgeplant und eine Logistik für die vier Tage der Sperrung entwickelt, berichtet er: „Wer etwas in der Siedlung abgeben muss, sei es Essen oder Medikamente, kann die Haltestellestelle Laaken auf der Beyenburger Straße anfahren. Dort nehmen junge Menschen diese Dinge entgegen und bringen sie zum Empfänger.“ Von einer Nachbarin, die durch einen Pflegedienst versorgt würde, wisse er, dass dort eine Lösung gefunden sei.

Die Straße Laaken ist vom 29. Oktober bis 1. November zwischen Vorwerk und Laaker Teich zwischen 8 und 22 Uhr gesperrt. Fußgänger und Radfahrer sollen über die Brücke von der Beyenburger Straße gehen oder fahren. Autofahrer können ihre Fahrzeuge auf dem Parkplatz der Firma KS-SYSTEC an der Beyenburger Straße abstellen und dann ebenfalls über die Brücke zu ihren Häusern gelangen.

In dringenden Fällen kann mit dem PKW ein Waldweg befahren werden. Dieser führt entlang der Kleingärten in Richtung Sonnenacker. Von da ab gibt es Hinweisschilder, die durch den Herbringhauser Wald nach Wefelpütt führen. Die Nutzung des Waldwegs erfolgt auf eigene Gefahr.

Dass die Straße Laaken vier Tage nicht mit dem Auto erreichbar ist, liegt an einer groß angelegten Baumfällung im Marscheider Wald. Der Staatsforst, der vom Forstamt Rhein-Erft-Sieg verwaltet wird, sowie einige angrenzende private Forsten weisen nach Auskunft des zuständigen Mitarbeiters, Matthias Berndt, erhebliche Gefahrenquellen auf. Ein Baumunfall im Juni hatte das sichtbar gemacht. Danach waren die Baumbestände überprüft worden – mit traurigem Ergebnis.

Alte Buchen seien von Fäulnispilzen befallen und könnten umstürzen. Das Eschentriebsterben führe dazu, dass Eschen umfallen könnten. „Wir wissen, dass die viertägige Sperrung für die Anwohner ein Problem ist. Aber wir haben uns für die radikale Variante entschieden, um nicht wochenlang dort arbeiten zu müssen“, erklärt Matthias Berndt. Bis zu 15 Mitarbeiter einer Essener Fachfirma würden von morgens 8 bis abends 22 Uhr Bäume fällen. Es gebe große Maschinen und Fahrzeuge, die für einen reibungslosen Ablauf sorgen sollen.

Das ist für die Anwohner nur ein schwacher Trost, die sich hilfesuchend an die Bezirksvertretung (BV) Langerfeld-Beyenburg wenden. Doch auch die BV kann mangels Vorinformation nicht weiterhelfen. „Das ganze Verfahren erscheint mir falsch. Im Normalfall wird die Stadt angeschrieben und dann auch die Bezirksvertretung. Aber wir sind nicht informiert worden“, ärgert sich auch Bezirksbürgermeister Eberhard Hasenclever. Daher habe die Politik im Vorfeld auch die Anwohner nicht informieren können.

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