Anekdoten und Wehmut bei Ehemaligen des Barmer TV.

heckinghausen
Die erfolgreiche 4 x 100 Meter-Staffel von 1962 in der Besetzung (v.l.) Kammrath Höckber, Temme und Zielke mit Trainer Paul Schlurmann (Mitte).

Die erfolgreiche 4 x 100 Meter-Staffel von 1962 in der Besetzung (v.l.) Kammrath Höckber, Temme und Zielke mit Trainer Paul Schlurmann (Mitte).

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Die erfolgreiche 4 x 100 Meter-Staffel von 1962 in der Besetzung (v.l.) Kammrath Höckber, Temme und Zielke mit Trainer Paul Schlurmann (Mitte).

Heckinghausen. Es war ein fröhliches Ehemaligentreffen mit beachtlichem sportlichen Niveau: Im Anschluss an des 25. Wuppertaler Hochsprungmeeting des BTV hatte Vereinschef Wolfgang Killing zum Ehemaligentreffen des BTV geladen, und rund 150 BTV-Leichtahleten waren ihm gefolgt. Da wurden Erinnerungen an glorreiche Zeiten wach, wenn beispielsweise Rolf Temme von seinen DM-und WM-Teilnahmen berichtete. Mit 10,4 Sekunden über 100 Meter aus dem Jahr 1963 hält er bis heute den Vereinsrekord.

Die Leichtathletik hat deutlich an Stellenwert verloren

„Für Jugendliche heute gibt es einfach zu viele Angebote, viele sind auch nicht mehr bereit, sich zu quälen“, spekulierte er über einen der Gründe, warum die Leichtathletik heutzutage nicht nur beim BTV ihren früheren Stellenwert verloren hat. Außerdem würden überall Kunstrasenplätze gebaut, die Leichtathletik müsse aber selbst um eine kleine Weitsprunganlage betteln. Zu Temmes Glanzzeit richtete der BTV Abendsportfeste aus, hatte bundesweit einen Namen. „Wir sind doch alle mit Schwebebahn, Bus und Straßenbahn zum Training gekommen“, berichtete Silvia Treibert, die unter ihrem Mädchennamen Merten für den BTV noch in den 1980er Jahren die deutsche Juniorenmeisterschaft über 1500 Meter holte und Junioren-EM-Teilnehmerin war. Jugendliche heute seien einfach bequemer, fast immer würden sie von den Eltern gebracht.

ZDF-Sportredakteur Wolf-Dieter Poschmann, der einige Gesprächsrunden moderierte und selbst Talkgast war, konnte aus eigener Erfahrung berichten, dass die Leichtathletik auch im Fernsehen immer weniger stattfinde. „Die ersten Springermeetings in Wuppertal haben wir im ZDF übertragen, heute undenkbar.“ Dabei richte sich das Fernsehen nach den Wünschen der Zuschauer. „Die Erfahrung sagt, dass die Quoten zu niedrig sind.“

Poschmann hatte dann noch eine Anekdote über Christa Vahlensieck zu bieten, BTV-Langstrecken-Ikone, vielfache Deutsche Meisterin und sogar zweimalige Weltrekordhalterin im Marathon. „Ich habe sie mal im Urlaub in Miami getroffen. Am nächsten Morgen war für 8.30 Uhr ein Strandlauf angesetzt. „Nö, keine Lust“, habe Vahlensieck ihm, Poschmann, damals versichert. „Am nächsten Morgen war sie aber dann doch da und hat das Ding gewonnen, ich glaube wir sind die meiste Zeit zusammengelaufen“, berichtete Poschmann, der selbst ein ambitionierter Leichtathlet war und den das damals ganz schön fuchste.

Vergangene Erfolge und der Abschied vom Hochsprungmeeting

Unerwähnt blieb natürlich auch Paul Schlurmann nicht, der als eine Art Übervater viele der damals erfolgreichen Läufer des Vereins trainiert hatte und lange Jahre als Sportamtsleiter den Sport in Wuppertal generell förderte. „Ein gelungener Abend“, befand Wolfgang Killing (hält mit 2,28 Meter im Hochsprung bis heute den Vereinsrekord). Dass hier nur über vergangene Erfolge gefachsimpelt werden konnte, passte aber irgendwie zum Anlass des Treffens: Das 25. Hochsprungmeeting des BTV war gleichzeitig das letzte.

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