Die Nonnen Alfonsa und Ansfrieda haben jahrzehntelang die Patienten in St.Josef begleitet.

Heute sind dort Aufzüge – früher war es die Kinderstation: Schwester Ansfrieda vor knapp 40 Jahren mit einem ihrer kleinen Patienten.
Heute sind dort Aufzüge – früher war es die Kinderstation: Schwester Ansfrieda vor knapp 40 Jahren mit einem ihrer kleinen Patienten.

Heute sind dort Aufzüge – früher war es die Kinderstation: Schwester Ansfrieda vor knapp 40 Jahren mit einem ihrer kleinen Patienten.

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Heute sind dort Aufzüge – früher war es die Kinderstation: Schwester Ansfrieda vor knapp 40 Jahren mit einem ihrer kleinen Patienten.

Die Patienten im Kapellchen, wie das St. Josef-Krankenhaus in Elberfeld genannt wird, sind traurig. Zwei Ordensschwestern gehen in den Ruhestand. Schwester Alfonsa und Schwester Ansfrieda kehren am kommenden Montag ins Mutterhaus des Ordens der Borromäerinnen nach Trier zurück. Mit dem Abschied der beiden Ordensschwestern geht auch ein Stück Geschichte des Krankenhauses zu Ende: Sie gehören zu den letzten Schwestern, die in St. Josef noch im Pflegedienst waren - und für die ihre Aufgabe mehr als eine Arbeit war.

"Dort, wo sich jetzt die Aufzüge befinden, habe ich früher die Kinder gepflegt."

Schwester Ansfrieda über die Anfänge am Kapellchen...

Rückblick: Als Ansfrieda 1970 nach Wuppertal kam, gab es im Kapellchen noch eine Kinderklinik. "Man kann sich das heute kaum mehr vorstellen. Dort, wo sich jetzt die Aufzüge befinden, habe ich früher die Kinder gepflegt", sagt Schwester Ansfrieda. "Es war eine schöne Zeit." Das Kapellchen war damals ein Belegkrankenhaus mit großer Chirurgie. Ansfrieda betreute Unfall- und Blinddarm-Patienten, manche blieben wochenlang. Es gab keine Intensivstation, kein Bewegungsbad. Ein Klinik-Betrieb, der heute kaum vorstellbar ist.

Ihre Berufung hat Ansfrieda früh gefunden - von Jugend an. "Es gab Ordensschwestern bei uns im Ort bei Trier. Sie wurden mir Vorbild", so die Schwester. Nachdem sie - wie viele Mädchen ihrer Generation - für den Haushalt gelernt hatte, besuchte sie die Krankenpflegeschule. 1951 trat sie in den Orden ein.

Wuppertal aber ist ihr ans Herz gewachsen - und sie den Wuppertalern. Vor der Laurentiuskirche hat sie jüngst einen ehemaligen Patienten getroffen. "Sie haben mich doch gepflegt, als ich am Magen operiert wurde", hat der Mann gesagt und ihr für die Hilfe sehr gedankt.

"Es geht nach Hause."

...und über ihre Rückkehr ins Mutterhaus in Trier.

Dankbare Patienten fand auch Schwester Alfonsa (84) in ihren 20 Jahren im Kapellchen. Sie hat ehrenamtlich in der Bücherei im Krankenhaus gearbeitet. Es war der Schwester, die in Bonn die Krankenpflegeschule besucht und das Examen abgelegt hatte, ein Bedürfnis, die Kranken mit Büchern abzulenken. "Die Patienten sollten sich entspannen", sagt sie. Ob Krimis oder Reisebücher, Schwester Alfonsa gab dir richtigen Tipps. Für dicke Wälzer war oft nicht die Zeit. "Die Patienten bleiben heute ja nur wenige Tage oder werden ambulant behandelt", sagt sie.

2006 war der Orden 150 Jahre lang in Wuppertal. 1849 nach einer Choleraepidemie wurde auf Initiative von Johann Gregor Breuer der Bau eines Krankenhauses geplant. Am 22. März 1854 wurde der Grundstein gelegt. 1856 zogen die ersten Ordensschwestern die Borromäerinnen ins Kapellchen ein. Als erstes katholisches Krankenhaus war es bald unersetzlich.

1917 wurde am Haus eine Krankenpflegeschule eingerichtet. Im Juli 1997 wurde das Kapellchen vom allgemeinen Krankenhaus in eine Fachklinik für Orthopädie und Rheumatologie umstrukturiert.

1856 waren es drei Schwestern, die in Wuppertal ihren Dienst antraten, um in St.Josef zu arbeiten. Mit dem Weggang von Ansfrieda und Alfonsa sind nur noch Oberin Hildegarde und Schwester Michael im St. Josef.

Mancher habe auch mal ein Buch aus der Bücherei mit nach Hause genommen und dann mit vielen Entschuldigungen später wieder zurückgebracht. Aber damit verbunden war immer der Dank für die liebevolle Betreuung. Schwester Ansfrieda und Schwester Alfonsa verlassen das Kapellchen am Montag. Heute und morgen wohnen sie den Messen noch bei, ihren letzten in Wuppertal. "Es geht nach Hause" sagt Ansfrieda - mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

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