Im Hochseilgarten mussten sich die Partner als verlässliche Stütze füreinander erweisen.

Wer das übersteht, so heißt es, hat in der Ehe nichts mehr zu befürchten. Hier halten sich Jeanette und Peter Steinmetz fest.
Wer das übersteht, so heißt es, hat in der Ehe nichts mehr zu befürchten. Hier halten sich Jeanette und Peter Steinmetz fest.

Wer das übersteht, so heißt es, hat in der Ehe nichts mehr zu befürchten. Hier halten sich Jeanette und Peter Steinmetz fest.

Gerhard Bartsch

Wer das übersteht, so heißt es, hat in der Ehe nichts mehr zu befürchten. Hier halten sich Jeanette und Peter Steinmetz fest.

Wuppertal. Wie strapazierfähig sind feste Bündnisse? In Partnerschaften führt jedenfalls mancher Drahtseilakt zur Bauchlandung, weil alle Sicherungssysteme versagen. Um einmal ganz praktisch und anschaulich zu erfahren, was der Halt am Gegenüber bedeuten kann, lud der Erlebnispädagoge Patrick Bleibtreu gestandene Paare auf die Bäume.

Denn selbstverständlich kann sie ihn oder er sie mühelos auf die Palme bringen. Doch wie sieht es aus, wenn der Partner eine verlässliche Stütze beim ganz handfesten Kletterakt sein soll?

Ort des Geschehens ist der Hochseilgarten beim Weyerbuschturm, wo Bleibtreu sechs Paare erst einmal mit der unvermeidlichen Theorie vertraut macht, sie mit Helmen und Gurten bestückt. Dann noch schnell ein Gruppenfoto, denn "wer weiß, wer gleich vielleicht schon ..." Mitten in die Schwarzmalerei hinein klingelt das Handy. "Nicht zu fassen", sagt Bleibtreu nach dem Gespräch, "die wollen mir mal eben Markisen verkaufen."

Mit dieser ungebetenen Werbeeinlage endet für die Paare der gemütliche Teil. Nun steigt einer nach dem anderen die Leiter hoch und hangelt sich über die schwankenden Holzstreben, die zwischen den Baumwipfeln befestigt sind. Unten am Boden führen die restlichen Teilnehmer die Sicherungsseile. Und dann heißt es, das Brett zu verlassen, einfach so in der Luft zu baumeln und darauf zu bauen, dass die anderen gnädig Halt geben. "Hängen ist schön", sagt Bleibtreu. "Und jetzt mal runterlassen. Schnell oder langsam?" Jeanette Steinmetz wählt den Nervenkitzel: "Schnell." Und schon saust sie einige Meter tiefer, um kurz vor dem Boden von den Sicherungsseilen abgefangen zu werden.

"Die Höhe spielt eigentlich keine Rolle mehr. Schlimm ist nur, dass alles so tierisch wackelt", sagt Jeanette, die vor 20 Jahren Erfahrungen beim Freeclimbing gesammelt hat. Felswände seien nun mal eine sehr feste Angelegenheit und viel vertrauenerweckender. Für Ehemann Peter ist eines so neu wie das andere, aber er weiß sehr wohl, dass ein Klettergerät an diesem Morgen eine mächtige Herausforderung darstellt: der Paarbalken. Wie der reinste Wackelpudding schaukeln da zwei Holzbohlen und fordern das Ehepaar Steinmetz dazu auf, in luftiger Höhe von einer Baumkrone zur anderen zu wechseln. Statt eines festen Geländers gibt es als Halt nur die Hände des Partners.

Das Team von "Bleibtreu Adventures" besteht aus 15 Erlebnispädagogen, Hochseilgarten- und Anti-Gewalt-Trainern, die diverse Module anbieten. Im Angebot sind Mobbing- und Gewalt-Präventions-Projekte, Kopfnoten-Seminare, Abenteuerwanderungen, Kanu-Touren auf der Wupper und der Hochseilgarten.

"Wer den Partnerbalken überstanden hat, der hat in der Ehe nichts mehr zu befürchten", verspricht Bleibtreu. "Die Gruppe war super", sagt er nach den Übungen und weiß aus früheren Erfahrungen: "Manchmal sind die Gruppen so zerrüttet, dass gar nichts mehr klappt."

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