Wuppertaler Musiker trainiert die Kandidaten für den großen Auftritt vor der Promi-Jury – und spielt demnächst im Tal.

Andreas Schleicher
Gerade noch im TV, bald wieder live in Barmen: Andreas Schleicher.

Gerade noch im TV, bald wieder live in Barmen: Andreas Schleicher.

Jurorin Sarah Connor

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Gerade noch im TV, bald wieder live in Barmen: Andreas Schleicher.

Wuppertal. „X-Factor-Zoff: Jetzt spricht Sarah Connor!“ „Ich bin kein Frauenheld – Warum Rufus sich nicht verlieben möchte!“ Wenn Andreas Schleicher auf solche Schlagzeilen um die derzeit laufende Staffel der Vox-Castingshow angesprochen wird, muss er schmunzeln. „So ist Fernsehen“, sagt der Wuppertaler Musiker, „man braucht immer eine Story. Mir geht es bei dem Job um die Musik.“

Der Job, das ist Schleichers Arbeit als sogenannter Vocal Coach bei der Sendung „X Factor“. Als Gesangslehrer ist der Wuppertaler dazu da, die Kandidaten für ihre Auftritte in den Live-Shows fit zu machen. „Das ist ein bisschen wie bei Hundertmeterläufern“, sagt Schleicher über die Arbeit, „man trainiert zwei Jahre, dann entscheiden zehn Sekunden über Sieg oder Niederlage.“

Gut, in der Show haben die Teilnehmer ein wenig mehr Zeit, um die Promi-Jury um Soul-Röhre Sarah Connor von ihren Gesangskünsten zu überzeugen. Aber dennoch, so Schleicher, habe er bei der Vorbereitung der Nachwuchstalente vor allem psychologische Arbeit zu leisten. „Singen zu können ist eine Sache – einen Auftritt vor einem Millionen-TV-Publikum auf den Punkt hinzubekommen, eine andere.“ Immerhin: Bei „X Factor“, sagt Schleicher, stünden wirklich talentierte Musiker im Mittelpunkt – und keine Pseudosänger, die vorgeführt würden wie bei anderen Casting-Sendungen. Und seine Kandidaten habe er durchaus schätzen gelernt: „Ich fiebere und leide richtig mit, wenn meine Leute auftreten.“

2012 soll Schleichers neues Doppel-Album erscheinen

Vier Tage pro Woche arbeitet Schleicher zurzeit für die TV-Sendung, die restlichen drei gehen für Auftritte bei der erfolgreichen Musikcomedy-Band Der Popolski Show drauf – und zwischendurch, wann immer Zeit bleibt, ist da noch die Arbeit am eigenen Album, das im Frühjahr 2012 erscheinen soll – eine Doppel-Deutschpop-Scheibe mit dem Arbeitstitel „Mädchen gegen Jungs“. Zudem singt Schleicher kommende Woche in Barmen mit Die 3 von der Funkstille. Viel Arbeit, oder? „Wer mich kennt, weiß: Nur eine einzige Sache zu machen, würde ganz schnell langweilig.“

» „X Factor“ läuft jeden Dienstag, 20.15 Uhr, bei Vox

Die größten Musik-Verbrechen und -Delikatessen der vergangenen 60 Jahre präsentiert Andreas Schleicher mit seiner Combo „Die 3 von der Funkstille“ am Donnerstag, 17. November, um 20 Uhr im Live Club Barmen am Geschwister-Scholl-Platz. Im Drei-Mann-Ensemble verkörpert Schleicher den gescheiterten Las-Vegas-Rocker Roy Sanders, der zusammen mit einem Arbeitsamts-Sachbearbeiter und einem russischen Hilfs-Pianisten die Bühnen der Republik aufmischt. Die Zuhörer erwartet unter dem Motto „Shake it easy!“ bestes musikalisches Handwerk, gemischt mit Improvisations-Comedy. Karten kosten 14 Euro im Vorverkauf und 16 Euro an der Abendkasse.

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