30 Bands in sieben Stunden machten das Schüler-Rockfestival auch im 23. Jahr zu einem Ereignis.

wza_1143x1500_433477.jpeg
Bands wie Crushhour brachten die gut 4000 Fans am Samstag in der Uni-Halle zum Ausflippen.

Bands wie Crushhour brachten die gut 4000 Fans am Samstag in der Uni-Halle zum Ausflippen.

Andreas Fischer

Bands wie Crushhour brachten die gut 4000 Fans am Samstag in der Uni-Halle zum Ausflippen.

Wuppertal. Es ist kurz nach vier Uhr, als der Boden der Uni-Halle plötzlich zu vibrieren beginnt. Ohrenbetäubende Bässe füllen die Luft, gleißendes Licht zuckt durch die Dunkelheit, als die Wuppertaler Band Miss Happen mit ihrem Auftritt das diesjährige Schüler-Rockfestival eröffnet. Während vor der Halle noch hunderte Jugendliche in der Schlange auf Einlass warten, beginnt drinnen die siebenstündige Marathon-Veranstaltung mit mehr als 30Bands aus ganz Deutschland.

Mitten unter den rund 4000 meist jugendlichen Besuchern steht die 13 Jahre alte Alina. "Die Leute hier sind richtig cool. Mir gefällt es echt gut", schreit sie durch die Musik und das Gekreische der Fans. Sie ist das erste Mal auf dem Schüler-Rockfestival, doch noch lange bevor irgendwann weit nach Mitternacht die letzte Türe geschlossen wird, steht für sie fest: "Nächstes Jahr komme ich wieder!"

Das Schüler-Rockfestival bedeutet aber nicht nur Musik und Party nonstop. Hinter den Kulissen der größten eigenfinanzierten Rockmusik-Nachwuchsveranstaltung Deutschlands wird ohne Pause gearbeitet, damit die Veranstaltung ohne Zwischenfälle über die Bühne geht. Rund 40 Ordner und 20 professionelle Sicherheitskräfte sorgen für Ruhe und Ordnung und schirmen Stars wie Max Buskohl ab, der Backstage sofort von neugierigen Fans umringt wird, sobald er seine Garderobe verlässt. Auch für die Sanitäter gibt es an diesem Abend viel zu tun.

"Die Jugend schreckt wirklich vor nichts zurück."

Norbert Funk, Einsatzleiter

"Die Jugend schreckt wirklich vor nichts zurück", sagt Einsatzleiter Norbert Funk - und meint damit diejenigen, die bereits vor der Halle die ein oder andere Flasche Bier oder Wodka zuviel getrunken haben und drinnen zusammenbrechen. "Die meisten von ihnen können wir hier im Sanitätsraum behandeln. Nur einen mussten wir bislang ins Krankenhaus bringen", sagt Funk. Die Besucher in der Uni-Halle und auf den Tribünen, wohin sich viele stolze Eltern der jungen Musiker zurückgezogen haben, bekommen von all dem kaum etwas mit.

So wie der 16 Jahre alte Fabian, der auf dem Festival fast schon so etwas wie ein alter Hase ist. "Ich war auch die letzten beiden Jahre da, aber diesmal ist die Band-Besetzung echt klasse", sagt er begeistert. Seine Highlights des Abends: die Auftritte von Buskohls Band Empty Trash, der Söhne Wuppertals, Crushhour, 4 Reasons to Die und Lisa Bund.

Letztere schafft es vor ihrem Auftritt kaum, einen Blick auf die feiernde Menge zu werfen. Sie ist im Vip-Bereich voll eingespannt und beantwortet die Fragen der Gewinner des WZ-Gewinnspiels, die sie exklusiv hinter der Bühne treffen dürfen. "Mir gefällt die Atmosphäre hier. Und ich bin wirklich noch nervös vor meinen Auftritten", verrät sie den Jugendlichen, während sie fleißig Autogramme auf Unterarme und Eintrittskarten schreibt. Dann heißt es für sie: Ab auf die Bühne und mit ihrer Band 30Minuten rocken, was das Zeug hält.

"Es hat alles gepasst."

Kalle Waldinger, Organisator

Während Lisa Bund für ordentlich Stimmung sorgt, hat sich einer ein endlich einen ruhigen Platz erkämpft und schaut von der Tribüne aus auf die tobende Menge: Schüler-Rockfestival-Gründer und Organisator Kalle Waldinger ist auf den ersten Auftritt der Söhne Wuppertals gespannt, die direkt im Anschluss an Lisa Bund die Bühne stürmen.

Besonders das erste Lied der vor drei Monaten gegründeten Band - ein italienischer Rap-Song des Sängers Riccardo Camboni - kommt bei dem Publikum prima an. Danach flaut der Beifall leider ein wenig ab - um dann nach einer Umbaupause vor allem bei den weiblichen Besuchern sturmartig wieder loszubrechen.

Denn Empty Trash mit Frontmann Max Buskohl legen die musikalische Messlatte an diesem Abend noch einmal ein Stück höher. Das Gekreische erreicht seinen Höhepunkt, Kinderwünsche werden im Sekundentakt geäußert. Kalle Waldinger grinst und ist zufrieden. Mit einem Glas Sekt in der Hand zieht er seine erste Bilanz: "Dieses Jahr ist es super gelaufen, es hat einfach alles gepasst."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer