Bei der Stadt machen die ersten jungen Leute ihren Freiwilligendienst. Für sie gibt es viel Lob.

Soziales
Rachel Paffrath ist eine von 15 Freiwilligen, die bei der Stadt derzeit ihren Dienst verrichten.

Rachel Paffrath ist eine von 15 Freiwilligen, die bei der Stadt derzeit ihren Dienst verrichten.

Uwe Schinkel

Rachel Paffrath ist eine von 15 Freiwilligen, die bei der Stadt derzeit ihren Dienst verrichten.

Wuppertal. Freude am Umgang mit Kindern sollte schon mitbringen, wer sich freiwillig zur Arbeit im Jugendzentrum meldet. „Es hilft, sie zu mögen“, sagt Rachel Paffrath und lacht. Gerade ist die Mittagszeit im Haus der Jugend an der Bergstraße vorbei, und die 20 Jahre alte Abiturientin des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums hat ein paar Minuten Ruhe, bevor in der städtischen Einrichtung das nachmittägliche Sport- und Freizeitangebot beginnt.

„Jeder Tag ist hier anders neu und anders spannend.“

Rachel Paffrath über ihren freiwilligen Dienst im Haus der Jugend an der Bergstraße.

Rachel hat sich zum Bundesfreiwilligendienst (BFD) gemeldet und ist über einen Tipp von Freunden zur Bergstraße gekommen. Nun unterstützt sie das Betreuerteam, spielt, kocht und bastelt mit den jungen Besuchern, begleitet Projekte und Sportgruppen. Fast vier der vereinbarten sechs Monate sind bereits vergangen, und Rachel ist immer noch begeistert: „Es macht Spaß, ich arbeite sehr gern mit Kindern und Jugendlichen“, sagt sie: „Jeder Tag ist hier anders neu und anders spannend. Das gefällt mir gut.“

Erste Erfahrung: Die Freiwilligen sind engagierter als früher die Zivis

Froh über die Mithilfe sind auch ihre Kollegen. „Rachel ist super engagiert“, lobt Mitarbeiterin Silke Königsmark. Größere Motivation der Teilnehmer gilt als ein entscheidender Vorteil des neuen, freiwilligen Dienstes im Vergleich zum früheren Zivildienst. Das bemerkt auch Angelika Leipnitz von der Servicestelle Ehrenamt bei der Stadt. Wichtiger als die Frage der Entlohnung sei für viele der freiwilligen Helfer das Gefühl, sich individuell und an richtiger Stelle engagieren zu können. „Gerade für Ältere ist das Angebot eher als bezahltes Ehrenamt zu verstehen.“

57 Plätze für Freiwillige gibt es bei der Stadt – besetzt sind derzeit 15

42 Zivi-Stellen gab es bei der Stadt, im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes stehen nun 57 Plätze an sieben Einsatzstellen zur Verfügung. Zum Beispiel in Altenpflegeeinrichtungen, Jugendhäusern oder bei der Station Natur und Umwelt. Angelika Leipnitz koordiniert die Angebote und berät Interessenten. 15 Freiwillige, darunter auch ein älterer, leisten derzeit Dienst bei der Stadt, „doch wir suchen ständig neue Bewerber. Zum Sommer werden wieder etliche Plätze frei.“

In Altenpflegeheimen ist noch keine einzige Stelle besetzt

Beliebt sei die Arbeit in Jugendhäusern – weniger gefragt ist die Betreuung alter Menschen: „In den Altenpflegeheimen haben wir noch keine einzige Stelle besetzt.“ Natürlich gelte die Tätigkeit in diesem Bereich als besonders anspruchsvoll, so Leipnitz: „Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, neben der reinen Pflegetätigkeit andere Aufgaben zu übernehmen.“ Gesucht werden auch Freiwillige für die Station Natur und Umwelt (STNU). „Da geht es um Baum-, Gewässer- und Biotop-Pflege, man lernt ganz viel über ökologische Prozesse.“

Im Bundesfreiwilligendienst kann sich jeder engagieren, der die Vollzeitschulpflicht erfüllt hat. Eine Altersgrenze nach oben gibt es nicht.

Der Bundesfreiwilligendienst dauert mindestens sechs, höchstens 24 Monate. Er wird in Vollzeit absolviert, für Freiwillige über 27 Jahren ist auch ein Teilzeitdienst von mindestens 20 Stunden wöchentlich möglich.

Zu den Einsatzstellen zählen Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände wie Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie oder Paritätischer Wohlfahrtsverband, aber auch Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Schulen, Jugendeinrichtungen, Träger ökologischer Projekte und Kommunen.

Bei der Stadt gibt es unter anderem: 11 Plätze in Altenpflegeeinrichtungen, 14 in der Station Natur und Umwelt, 17 Plätze in Jugendhäusern, 4 in Sportstätten und Bädern. Kontakt: Servicestelle Ehrenamt, Telefon 563-65 01.

Sie variiert nach Trägern. Bei Stadt gibt es für unter 25-Jährige je nach Einsatzart zwischen 178,57 und 350 Euro monatlich, plus Kindergeld. Über 25-Jährige erhalten zwischen 250 Euro und 430 Euro, alle Teilnehmer sind sozialversichert und haben Anspruch auf Urlaub.
www.bundesfreiwilligendienst.de

Für Rachel Paffrath war der Bundesfreiwilligendienst die richtige Entscheidung. Sie hat die Monate bis zu ihrem geplanten Auslandsaufenthalt im Sommer sinnvoll verbracht: „Wenn man Wartezeit überbrücken möchte, sich noch nicht sicher ist, was man nach der Schule machen will, oder einfach mal eine Pause vom Lernen haben möchte, dann ist der Bundesfreiwilligendienst eine gute Alternative.“

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