Für empfindliche Eier naht Rettung: Ein Kölner Krankenhaus schenkt dem Wuppertaler Zoo einen Inkubator.

So sieht die „Grüne Baumpython“ aus, wenn sie geschlüpft ist: Noch ist die Schlange gelb – sie wechselt erst nach rund einem Jahr ihre Farbe. Andreas Liedmann zieht sie auf. Ausgewachsen wird das ungiftige Tier rund zwei Meter messen.
So sieht die „Grüne Baumpython“ aus, wenn sie geschlüpft ist: Noch ist die Schlange gelb – sie wechselt erst nach rund einem Jahr ihre Farbe. Andreas Liedmann zieht sie auf. Ausgewachsen wird das ungiftige Tier rund zwei Meter messen.

So sieht die „Grüne Baumpython“ aus, wenn sie geschlüpft ist: Noch ist die Schlange gelb – sie wechselt erst nach rund einem Jahr ihre Farbe. Andreas Liedmann zieht sie auf. Ausgewachsen wird das ungiftige Tier rund zwei Meter messen.

So sieht die „Grüne Baumpython“ aus, wenn sie geschlüpft ist: Noch ist die Schlange gelb – sie wechselt erst nach rund einem Jahr ihre Farbe. Andreas Liedmann zieht sie auf. Ausgewachsen wird das ungiftige Tier rund zwei Meter messen.

Wuppertal. Wer sagt eigentlich, dass nur Frauen kuscheln wollen, ständig kalte Füße haben und warme Wollsocken lieben? Und dass Männer das unterkühlte Geschlecht sind, keine warmen Worte brauchen und am liebsten "cool" bleiben? Ein Blick in den Brutkasten reicht, um zu wissen, dass Tiere keine Vorurteile pflegen. Sonst würden Krokodile wohl kaum alle gängigen Klischees auf den Kopf stellen. Mit anderen Worten: Im Wuppertaler Zoo gibt es keine Wollsocken, aber eine klare Krokodils-Regel. Bei niedrigen Temperaturen schlüpfen nur Weibchen, bei höheren Männchen.

Die gläserne Kinderstube lockt mit mindestens 27 Grad

Dass das Geschlecht einiger Reptilien-Arten durch die Brut-Temperatur bestimmt wird, erstaunt Andreas Liedmann immer wieder aufs Neue. Seit 1989 arbeitet er im Terrarium, seit einem halben Jahr ist er Revierleiter. Gestern bekam er ganz besonderen Zuwachs: kein Tier, sondern einen Inkubator. Die ausgediente Wärmemaschine, die bisher im Evangelischen Krankenhaus Köln-Weyertal Leben gerettet hat, wechselt mit ihrem Standort auch die Art ihrer Patienten. Statt Säuglingen hütet sie bald Schlangen, Schildkröten und Echsen.

Die gläserne Kinderstube lässt Liedmanns Augen glänzen: "Ohne Inkubator wäre die Erfolgsquote beim Brüten viel niedriger. Wenn wir die Eier nicht schnell aus den Gehegen holen, vergammeln sie oft, weil sie auf der Erde oder Substrat liegen." Ganz anders sind da die Aussichten im mindestens 27 Grad warmen Brutkasten: "Da können wir die Luftfeuchtigkeit und Temperatur genau regulieren." Auch Zoo-Kurator André Stadler ist von dem ungewöhnlichen Geschenk begeistert: "Der Brutkasten ermöglicht uns konstante Bedingungen bei der Aufzucht seltener Arten." Mit Inkubatoren kennen sich die Herren aus - einen alten haben sie schon. Und einen selbstgebastelten: eine Styropor-Box. "Wir wissen aber nicht, wie lange die beiden Geräte noch funktionieren", sagt Stadler. "Der neue ist also ein Glücksfall."

Die Idee, kleinen Eiern eine größere Entwicklungschance zu geben, wurde übrigens nicht im Zoo geboren, sie wurde im Krankenhaus ausgebrütet. "Wir wurden gefragt, ob wir das Gerät haben möchten." Eine menschliche Geste, über die sich die Zoo-Mitarbeiter tierisch freuen. Denn auch wenn sich die bisherigen Erfahrungen nicht in Zahlen messen lassen, ist eines klar: "Ohne Inkubator würden nicht so viele Reptilien schlüpfen." Wie lange sie dafür brauchen und wie viele es am Ende tatsächlich schaffen, "kann man nicht sagen. Das hängt sehr stark von der Art ab."

Wenn das Ei ins Wärmebett kommt: Echsen sind gelassener als Krokodile

Dies ist aber sicher: Am produktivsten sind "Grüne Baumpythons", die bis zu 20 Eier legen. Trotzdem hat es Liedmann fast lieber, wenn Echsen für Nachwuchs sorgen. "Die nehmen es gelassen, wenn wir ihre Eier nehmen und in den Brutkasten legen." "Grüne Baumpythons" und Krokodile reagieren wesentlich aggressiver. Bei ihnen hilft dann doch nur eines: Mann sein und "cool" bleiben.

Die ZDF-Serie "Tierische Kumpel" wird am kommenden Mittwoch, 11. März, im Wuppertaler Zoo zu Gast sein und dort Teile der dritten Staffel der Serie drehen.

Geschäftsbereichsleiter Matthias Nocke und Oberbürgermeister Peter Jung halten die TV-Produktion für eine gute Chance, den Zoo noch bekannter zu machen.

Haben die Folgen Erfolg, wird es im Herbst eine eigene Staffel der Serie geben, die allein im Wuppertaler Zoo spielt.

Die Serie wird von Montag bis Freitag um 15.15 Uhr ausgestrahlt. Die ersten zehn Wuppertaler Folgen sind wahrscheinlich im Mai zu sehen.

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