Zum Stadt- Geburtstag hat Fotograf Peter Sondermann die Schwebebahn aus der Luft fotografiert. Die WZ ist mitgeflogen.

WZ-Volontärin Barbara Opitz begleitete den Fotografen Peter Sondermann in seiner Cessna 172.
WZ-Volontärin Barbara Opitz begleitete den Fotografen Peter Sondermann in seiner Cessna 172.

WZ-Volontärin Barbara Opitz begleitete den Fotografen Peter Sondermann in seiner Cessna 172.

Fotograf Peter Sondermann.

Barbara Opitz, Bild 1 von 2

WZ-Volontärin Barbara Opitz begleitete den Fotografen Peter Sondermann in seiner Cessna 172.

Wuppertal. "Das Fliegen hat mich verändert", sagt Peter Sondermann, während er begeistert auf ein rot lackiertes Flugzeug zeigt, das gerade in 50 Metern Höhe die Straße überfliegt. "Ein Doppeldecker", kommentiert er, um dann seinen Gedanken fortzuführen: "Die vielen kleinen Häuser, in denen Menschen leben, sich womöglich gerade um ein Fernsehprogramm streiten. Da oben schwebt man über den Dingen."

Sondermann ist Luftbildfotograf. Begonnen hat er mit Industrie-Fotografien. Ein Vorreiter in den 80ern, wie er sagt. Seit fünf Jahren schießt er Luftbilder professionell. Überall in Deutschland hat er seine Piloten verteilt. "Es ist ein bisschen wie eine Droge - hat es einen gepackt, hört man nicht mehr damit auf."

"Hat es einen mal gepackt, hört man nicht mehr damit auf."

Peter Sondermann, Luftbildfotograf, über das Fliegen. . .

Gleich wird er wieder in die Luft steigen, diesmal aber mit einem besonderen Vorhaben: Der Wuppertaler will 80 Bilder der Schwebebahn schießen - aus der Luft, versteht sich. Sondermann und seine Kollegen von "Stadt-Luftbilder" wollen Wuppertal ein Geschenk machen. "Die Stadt wird 80 Jahre alt - und was gibt es da für ein besseres Motiv, als die schwebende Dame?"

Anfang 2006 gründeten die Wuppertaler Peter Sondermann (Fotograf), Tom V. Kortmann (Medienspezialist) und Jan-Bernd Donner (Pilot und Marketingfachmann) die Firma "Stadtluftbilder".

Das Team bietet auch Rundflüge an, mit ihrem "Kleinen Gelben" wie der Gyrokopter genannt wird. Weitere Infos auch unter Ruf 74 50 54.

Am Flughafen Essen-Mühlheim angekommen steht der Flieger, eine Cessna 172, schon parat. Das Wetter ist perfekt - strahlend blauer Himmel und Windstille. Mit Pilot Michael Rotterdam arbeitet Sondermann gerne zusammen. "Er ist der beste Flieger in der Gegend, da kann gar nichts passieren", sagt der Fotograf beruhigend. Na dann.

Der Start ist angenehmer als gedacht: Beinahe unmerklich steigt der sportliche Viersitzer in die Höhe - in Richtung Wuppertal. Es geht über die Villa Hügel, dem Baldeneysee, schon nach einer Viertelstunde ist die A 46 in Sicht. Und da, Wuppertals erstes Wahrzeichen ist bereits entdeckt, ein grüner Zylinder: der Gaskessel. Das Herz schlägt schneller. "Hallo Wuppertal", wünscht man sich zu rufen.

"Es ist immer wieder erstaunlich, wie grün Wuppertal von oben ist."

. . .und Peter Sondermann über seine Stadt

In 600 Metern Höhe schwebt der kleine Flieger über der Stadt, über ihm der blaue Himmel - ein unbeschreibliches Gefühl. "Es ist immer wieder erstaunlich, wie grün Wuppertal von oben ist", stellt Sondermann fest. Entlang der Talachse geht es über den Alten Markt hinweg, den Toelleturm zur Linken, in Richtung Elberfeld. Auf dem Gelände der WSW stehen unverkennbar die orangenen Müllwagen, wie Lego-Autos sehen sie aus. Irgendwo in der Nähe scheint ein Flohmarkt zu sein.

Hunderte von Punkten - Menschen - tummeln sich auf einem kleinen Platz. Dann die Häuserzeilen der Nordstadt - winzig wirken sie, adrett ziehen sich die Altbauten den Berg hinauf, selbst das Sparkassen-Hochhaus wirkt wie eine Miniatur in einem Souvenier-Laden. "Es ist erstaunlich, wie grün Wuppertal von oben ist" . . .und über seine Stadt. Jetzt gilt es aber, an die Arbeit zu gehen: Das Objekt der Begierde, die Schwebebahn, schlängelt sich durch das Tal.

Über Vohwinkel bricht plötzlich Hektik aus: Rotterdam fliegt eine scharfe Kurve, Sondermann reißt die Fenster-Klappe auf und lehnt sich heraus. Ein Schuss folgt dem nächsten. Der Wind bläst, sowohl der Fotograf als auch der Pilot müssen jetzt ein ruhiges Händchen beweisen: Ja nicht wackeln. Binnen gut zehn Minuten sind die 13 Kilometer geschaff; die Bilder sind im Kasten. Eigentlich. Doch Sondermann ist noch nicht zufrieden. Eine Wolke war im Weg, warf einen Schatten. Er will die gleiche Perspektive noch einmal hinbekommen.

Das Warten auf das perfekte Foto 

Wortlos reist Rotterdam das Steuer herum und macht eine scharfe 180-Grad-Wendung - auf ein Neues. Zum ersten Mal stellt sich dem ungeübten Mit-Flieger ein schwummriges Gefühl im Bauch ein. Doch die Arbeit ist noch lange nicht getan. Noch drei Mal geht es zwischen Vohwinkel und Oberbarmen hin und her, bis der Fotograf ein zufriedenes Lächeln aufsetzt und sich entspannt nach hinten lehnt.

"Ich habs", beschließt er die Tour und läutet damit den Rückweg ein. Eine Stunde war die Cessna mit ihrer Besatzung jetzt in der Luft. Die Landung in Mülheim ist ebenso sanft wie der Start. Fazit: Ein tolles Erlebnis - Jederzeit wieder. Denn Wuppertal ist etwas Besonderes. Auch und gerade aus der Luft.

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