In den City-Arkaden tobte eine Riesen-Party auf fünf großzügigen Tanzflächen.

Super-Stimmung am Samstagabend in den City Arkaden.
Super-Stimmung am Samstagabend in den City Arkaden.

Super-Stimmung am Samstagabend in den City Arkaden.

Andreas Fischer

Super-Stimmung am Samstagabend in den City Arkaden.

Elberfeld. Halb drei Uhr. Die Nacht ist noch jung, die Gäste sind es auch. Für die älteren Semester hat sich die Riesen-Wochenendparty "Wuppertal tanzt" in den City-Arkaden um diese Uhrzeit schon nahezu erledigt. Aber von den fünf Tanzflächen wird eine noch kräftig beschallt von trauter Musik für Disco Fox und seine Verwandten. Leute, hier ist eines angesagt: Ohren festhalten, der Geräuschpegel drückt mit einigen Atü aufs Trommelfell.

Das findet Carsten Rieder allerdings gerade super. Er schwoft brav zu "Can’t take my eyes off you". I love you, baby und so weiter. Derweil probt Andrea Grein eine Pirouette auf der Rolltreppe. Gefährliches Spiel, das fast mit einem Sturz endet. "Ich find’s so klasse hier", entschuldigt sie sich für den Übermut.

Nach dem Vorbild von Madonnas berühmtem Lesbenkuss posieren zwei junge Damen vor der Partykamera. Heiß ist kein Ausdruck für die Show, also mal lieber rauf in die obere Etage, wo die Cafés auf Wodka Lemon und Whisky Cola umgestiegen sind.

Offene Gastronomie, geschlossene Geschäfte - die Rechnung geht auf und hält das Center auf Trab. 20 DJs aus der Region versorgen etwa 5000 Gäste mit Mucke für jeden Geschmack. Rätselhaft bleiben lediglich die Plakate neben den Plattentellern: "Spendet Sinn aufgrund der Zusammenhänge mit anderen." Wenn etwas hängt, dann der Boden unter den Schuhsohlen, der vor lauter verschütteten Kaltgetränken mächtige Klebekraft entwickelt hat.

Mit dem Wischmopp kämpft unablässig Reinigungspersonal gegen den Schmierfilm an. Besser kann man so eine Party nicht organisieren. Fragt sich nur, warum die Idee zur Riesen-Disco noch nicht viel früher umgesetzt wurde.

Laut Polizei kam es am Rand der Veranstaltung zwischen 4.30 und 7 Uhr auf der Alten Freiheit und am Kipdorf zu mehreren Schlägereien. Gegen einen 20- und einen 29-Jährigen wird wegen gefährlicher Körperverletzung, gegen einen 21-jährigen wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. 13 Personen (zwischen 19 und 28 Jahren) landeten in der Ausnüchterungszelle.

"Hä?", schreit Lars Anders. Ja, mit der Verständigung sieht es schlecht aus bei dem Pegel. Aber auf Gespräche kommt es auch weniger an als auf Bewegung und Hautkontakt mit leicht erotischer Note.

Nichts los, hieß es früher, wenn auf der Party nicht das lief, was man sich an Abenteuern versprochen hatte. In den City-Arkaden aber ist verdammt viel los, nicht nur für diejenigen, die sich allzu tief in Alkopops verloren haben. Weil das irgendwann mächtig drückt, ist vor den Arkaden eine breite Riege Toilettenboxen aufgebaut. Diese weniger schöne Außenstelle der Party muss sein, das sei entschuldigt.

Die WZ-Fotoscouts Martin Mazur und Kevin Bertelt haben sich ins Getümmel gemischt. Hier geht es zu den Galerien:

Wuppertal tanzt - Teil I von Kevin Bertelt

Wuppertal tanzt - Teil II von Martin Mazur

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