Während andere im warmen Büro sitzen, arbeiten sie bei den Minusgraden draußen: Fünf Wuppertaler erzählen.

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Minusgrade bei der Arbeit? Kein Problem: Müllwerker Klaus Heußner (li.) wärmt sich mit Thermo-Kleidung und heißem Kaffee. WZ-Bote Oliver Empersmann (r.) liebt die Kälte und braucht lediglich Wollsocken als Extra-Winter-Kleidung.

Minusgrade bei der Arbeit? Kein Problem: Müllwerker Klaus Heußner (li.) wärmt sich mit Thermo-Kleidung und heißem Kaffee. WZ-Bote Oliver Empersmann (r.) liebt die Kälte und braucht lediglich Wollsocken als Extra-Winter-Kleidung.

Andreas Fischer/Gerhard Bartsch

Minusgrade bei der Arbeit? Kein Problem: Müllwerker Klaus Heußner (li.) wärmt sich mit Thermo-Kleidung und heißem Kaffee. WZ-Bote Oliver Empersmann (r.) liebt die Kälte und braucht lediglich Wollsocken als Extra-Winter-Kleidung.

Wuppertal. Wenn Oliver Empersmann in diesen Tagen morgens um vier Uhr aus dem Fenster blickt, schläft Wuppertal noch unter einer weißen Eis- und Schneeschicht. Zurück unter die warme Decke will der 36-Jährige dann jedoch nicht. Er schlüpft in dicke Wollsocken, streift sich Jeans und Pullover über und macht sich auf den Weg nach draußen.

Empersmann ist Bote der Westdeutschen Zeitung und sorgt dafür, dass die Leser auf Hohenstein ihre WZ pünktlich im Briefkasten haben. Dafür lässt er momentan sein Auto lieber in der Garage stehen. "Wenn ich los muss, hat der Winterdienst die Straßen noch nicht geräumt", erklärt er. Lieber stapft er mit dem Zeitungskarren durch die dunkle, kalte Stadt. "Ich mag die Kälte", sagt er, "und ich bin auch nicht empfindlich. Viele meiner Kollegen brauchen Thermo-Stiefel, mir reichen meine normalen Turnschuhe."

Auch Klaus Heußners Job spielt sich im Freien ab: Er ist Müllwerker der AWG. Im Gegensatz zu Empersmann schützt er sich mit winterfester Kleidung. "Ich bin von Kopf bis Fuß warm eingepackt, trage sogar Thermo-Unterwäsche. Die Schuhe müssen warm und rutschfest sein", erklärt der 59-Jährige. Wenn er beim Abfuhr-Dienst hinten auf dem Wagen steht, zieht er sich die Mütze tief ins Gesicht. "Einmal hatte ich trotzdem Eiszapfen am Bart", erzählt er. Nach dem Dienst geht’s für Heußner zunächst unter die heiße Dusche. "Und dann kocht meine Frau mir einen heißen Kaffee."

Ebensowenig wie der Müllwerker will sich Ute Rehrmann über die Arbeit im Freien bei Frost beklagen. Die 47-jährige Politesse sieht eher die positiven Nebenwirkungen: "Das macht schlank und härtet ab." Gegen die Kälte trägt sie unter der Uniformjacke mehrere Kleidungs-Schichten übereinander. Zur großen Enttäuschung aller Falschparker hatte sie auch noch nie zu kalte Hände zum Knöllchen-Schreiben: "Wir haben spezielle Handschuhe, die vorne auf- und zugeklappt werden können." Trostpflaster für Wuppertals Autofahrer: "Derzeit sind die Scheiben manchmal so zugefroren oder zugeschneit, dass man die Parkscheibe nicht erkennen kann."

"Einmal hatte ich Eiszapfen am Bart"

Klaus Heußner, Müllwerker

Eher kontraproduktiv wäre Gefrorenes für Sven Haubolds Job: Er arbeitet im Autowaschpark Wuppertal. Damit er, seine Kollegen und die Kunden dort nicht auf gefrorenen Wasserlachen ausrutschen, läuft die Fußbodenheizung auf Hochtouren. "Ein angenehmer Nebeneffekt für unsere Füße", freut sich Haubold. Und seine regenfeste Arbeitskleidung taugt für den Winter genauso wie fürs bergische Schmuddelwetter.

Dicke Plastikfolien und Wärmelampen schützen derweil Bettina Schmitz’ Gemüsestand auf dem Neumarkt vor der Kälte. "Es geht nicht um mich, ich bin das gewohnt", sagt die 42-Jährige. Blumenkohl, Bohnen und Co. seien aber sehr kälteempfindlich. Ab zehn Grad minus will sie daher ihren Stand schließen. "Sonst geht das Gemüse kaputt."

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