Wie Naturschützer einen verunglückten Uhu wieder flugtauglich machten.

Uhu Oetelshofen
Vor seinem Abflug zurück in die Freiheit bekam der Uhu noch einen GPS-Sender auf den Rücken gebunden – seine Flugwege sollen überwacht werden.

Vor seinem Abflug zurück in die Freiheit bekam der Uhu noch einen GPS-Sender auf den Rücken gebunden – seine Flugwege sollen überwacht werden.

Schinkel, Uwe (schin)

Vor seinem Abflug zurück in die Freiheit bekam der Uhu noch einen GPS-Sender auf den Rücken gebunden – seine Flugwege sollen überwacht werden.

Wuppertal. Noch sitzt der Gerettete in einem Flechtkorb und guckt verunsichert seine Beobachter an. Doch gleich soll das Uhu-Männchen schon wieder in die Freiheit entlassen werden – nach einer ziemlich aufregenden Woche.

Rückblick: Mitarbeiter der Kalkwerke Oetelshofen hatten den Uhu mitten auf den Zufahrtswegen in den Steinbruch entdeckt – völlig mit Schlamm bedeckt. Da der in seinem Gefieder schnell getrocknet war, konnte der Vogel nicht mehr fliegen. „Der hat wohl eine Maus gesehen und ist im Schlamm gelandet“, sagt Detlef Regulski, Leiter des Niederbergischen Uhu-Projekts, kurz vor dem Abschied von seinem Zögling.

Regulski wurde als gerufen, als man das Tier fand. In der Pflegestation Paasmuehle bekam der Nachtvogel dann ein Beauty-Programm spendiert: „Erstmal musste er trocknen, dann haben wir ihn mit einem Kompressor ausgeblasen“, sagt Thorsten Kestner von der Paasmuehle. Dann noch mehrere Waschgänge – und der Uhu war den Kalkschlamm los. „Danach musste er erstmal seine Federn wieder in Ordnung bringen“, so Regulski.

Eine ganze Woche dauerte das Prozedere – während der ein einsames Uhu-Weibchen durch den Steinbruch nach ihrem Partner rief. „In der Brutzeit verlässt das Weibchen das Nest nicht und wird von dem Männchen versorgt“, erklärt Regulski.

Doch nun steht der Wiedervereinigung des Paares nichts mehr im Wege. Kurz vor dem Abflug bekommt der 60 Zentimeter große Vogel noch einen kleinen GPS-Sender auf den Rücken gebunden. „Wir wollen herausfinden, wo die sich in diesem dicht besiedelten Gebiet nachts herumtreiben“, sagt Regulski. Der Vogel bleibt dabei ruhig. „Er weiß ja, dass wir ihm nichts tun.“

Dann ist der große Moment gekommen. Kestner hält den Uhu in seiner Hand und stellt sich an eine Kante im Steinbruch. Mit etwas Schwung befördert er ihn in die Luft – der Vogel breitet seine mächtigen Flügel mit einer Spannweite von mehr als anderthalb Metern aus. Er lässt sich fallen und verschwindet sogleich hinter einer Felswand außer Sicht – sicher bereits auf der Suche nach seinem hungrigen Weibchen.

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