Uncle Ho lassen ihre legendäre Wohnzimmer-Reihe wieder aufleben. Am Samstag haben sie ihr erstes Konzert seit 12 Jahren gegeben.

Arno Beulke (links) hat zu seinem 50. Geburtstag die Rock-Band Uncle Ho zu sich ins Wohnzimmer eingeladen.
Arno Beulke (links) hat zu seinem 50. Geburtstag die Rock-Band Uncle Ho zu sich ins Wohnzimmer eingeladen.

Arno Beulke (links) hat zu seinem 50. Geburtstag die Rock-Band Uncle Ho zu sich ins Wohnzimmer eingeladen.

Uwe Schinkel

Arno Beulke (links) hat zu seinem 50. Geburtstag die Rock-Band Uncle Ho zu sich ins Wohnzimmer eingeladen.

Wuppertal. "Wir kommen als Fremde und gehen als Freunde." Mit diesen Worten leitete Sänger Julian Hanebeck der Wuppertaler Rock-Institution Uncle Ho ein Konzert ein, das in dieser Form zuletzt vor 12 Jahren stattgefunden hat. Zumindest, wenn die Erinnerung nicht trübt. Denn so ganz genau konnte sich am Samstagabend im Wohnzimmer von Arno Beulke keiner der drei Bühnenprotagonisten mehr an das letzte Wohnzimmerkonzert von Uncle Ho erinnern. Schließlich einigte man sich darauf, dass es 1998 gewesen sein müsse.

Noch vor dem offiziellen Wiedervereinigungskonzert, das ursprünglich im November stattfinden sollte, aber wegen der Verzögerungen beim Umbau des Live Clubs Barmen nun erst im Februar über die Bühne gehen kann, hatte das legendäre Trio Uncle Ho im Rahmen der Talkshow "Das dem der liebe J. sein Wuppertal" in der Hebebühne ein kleines Konzert (das erste nach über sechs Jahren Trennung) zum Besten gegeben. Im Anschluss daran hatte Julian das Publikum aufgefordert, das Trio wieder, wie in den Neunziger Jahren, als Uncle Ho solche Konzerte regelmäßig gaben, in ihr Wohnzimmer einzuladen.

"Wir kommen als Fremde und gehen als Freunde."

Julian Hanebeck, Sänger von Uncle Ho beim ersten Wohnzimmer-Konzert nach 12 Jahren.

Dieser Aufforderung leistete Arno Beulke als Gast der Show direkt im Anschluss Folge und lud die Band zu seinem 50. Geburtstag ein. So standen sie nun vor dem Panoramafenster im Wohnzimmer eines Mannes, den sie nicht kannten und der sie während ihrer ersten Karriere-Episode auch nie live gesehen hatte. Und legten los, als hätte es eine Trennung nie gegeben.

Thorsten Sala hat mittlerweile Gründungsmitglied Doc an der Gitarre ersetzt, Björn Krüger sitzt nach wie vor am Schlagzeug und Julian, der seit Gründung der Band im Jahre 1994 keinen Tag gealtert zu sein scheint, übernimmt wie gehabt die Bass- und Gesangsarbeit.

Aus der Tatsache, dass im September die Polizei das Comeback-Konzert nach vier Songs beendet hatte, hat Wohnungseigentümer Arno gelernt. Jeder Nachbar bekam ein Flasche Glühwein vor der Party zur "Ruhigstellung" geschenkt. Eine Maßnahme, die Früchte trug. Denn obwohl das Konzert weit über die polizeilich genehmigten 22 Uhr hinausging, blieb die Klingel still. Das war aber auch das Einzige, was bei diesem Auftritt leise blieb. Uncle Ho waren nie Kinder von Traurigkeit - mit ein Grund für ihre Beliebtheit. Ihre Liveauftritte sind stets intensiv und voller Spielfreude . Und diese Energie setzen sie auch im rund 20 Quadratmetern großen Wohnzimmer von Sozialarbeiter Arno Beulke um.

Selbst Schlager-Fans gehen
plötzlich zu Uncle Ho ab

Björn drischt auf seine Felle, dass den scheinbar Konzertunerfahrenen Gästen, die Ohren bluten. Thorsten beweist durch virtuose Gitarrenläufe, warum nationale Größen wie Rea von Reamonn ihn in ihrer Band haben wollen und Julian zelebriert sein berühmt-berüchtigtes Seitenscheitel-Banging. Nur das Hüpfen muss er sich aufgrund derniedrigen Decke verkneifen.

14 Songs und ebenso viele charmant-witzige Ansagen lässt die rund 40-köpfige Feiergemeinde - darunter angeblich auch beinharte Schlagerfans - die wilde Rock-Mixtur aus Liedern wie wie "Bubblehead", "I don’t Care" oder brandneuen Songs wie "Manufacture Of Madness" über sich ergehen. Und hat jede Menge Spaß dabei: Es wird fleißig mit dem Kopf gewackelt, getanzt und jeder Song mit viel Applaus gewürdigt. Nach schweißtreibenden 14 Songs ist dann Schluss mit der Beschallung, und es scheint, als sollte Julian Recht behalten: Bei dieser Party haben sich Uncle Ho viele Freunde gemacht.

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