Der Elefantenbulle hatte vor einigen Jahren Kontakt mit tuberkolosekranken Tieren. Er ist aber weder selbst erkrankt, noch ansteckend.

Zoo Elefant
Elefantenbulle Tusker darf noch nicht umziehen.

Elefantenbulle Tusker darf noch nicht umziehen.

Schinkel, Uwe (schin)

Elefantenbulle Tusker darf noch nicht umziehen.

Wuppertal. Der für dieses Frühjahr geplante Umzug des Elefantenbullen "Tusker" in den Zoo Basel wird zunächst nicht stattfinden. Hintergrund ist ein veterinärmedizinischer Test, mit dem nachgewiesen wurde, das "Tusker" Kontakt zu an Tuberkulose erkrankten Elefanten gehabt hatte. Obwohl diese Faktenlage nicht neu und lange bekannt ist, hat das Ergebnis dieses neuartigen Tests, der erst seit wenigen Jahren angewendet wird, zu Diskussionen in der europäischen Zoogemeinschaft geführt. Die Entscheidung, den Umzug von „Tusker“ daher vorerst auszusetzen, wurde in Absprache mit den tierärztlichen Beratern des europäischen Erhaltungszuchtprogrammes für Afrikanische Elefanten und dem Zoo Basel getroffen.

„Tusker“, der als junger Bulle zusammen mit fünf weiteren Elefanten 1995 aus dem Krüger Nationalpark nach Wuppertal gekommen war, war spätestens bereits 1999 mit dem Tuberkulose-Erreger in Kontakt gekommen. Damals war einer der Elefanten, die mit ihm aus Südafrika gekommen waren, an Tuberkulose erkrankt und gestorben. In der Folgezeit half der Wuppertaler Zoo intensiv dabei mit, Kontrollmethoden für diese Erkrankung zu entwickeln und zu etablieren.

Auch das neue Testverfahren zur Diagnostik der Tuberkulose bei Elefanten, ein sogenannter Interferon-Gamma-Test, ist mit Unterstützung des Wuppertaler Zoos entwickelt worden. Sicher ist, dass es eine akute Erkrankung in der Wuppertaler Elefantenherde nicht gibt. Der Test zeigt zwar, dass neben „Tusker“ auch die erwachsenen Kühe „Sabie“ und „Sweni“ Kontakt mit dem Tuberkulose-Erreger gehabt haben, dies ist jedoch wie bei „Tusker“ auf die ca. 18 Jahre lang zurückliegende Infektion, in deren Folge der junge Bulle „Kooboo“ starb, zurückzuführen. Bei den jüngeren Elefanten, die alle lange nach diesem Ereignis in Wuppertal zur Welt gekommen sind, waren die Testergebnisse negativ, sie hatten folglich keinen Kontakt zum Tuberkuloseerreger Mykobakterium tuberculosis.

Die Wuppertaler Elefanten sind also weder krank noch scheiden sie den Erreger aus. Eine Gefährdung für Tierpfleger oder Besucher besteht daher nicht. Die aufgrund der Testergebnisse entstandenen Diskussionen in der Zoogemeinschaft sind darauf zurückzuführen, dass es für die Interpretation dieser Ergebnisse bislang keinen allgemeingültigen Standard in Europa gibt. Es besteht daher aktuell keine Einigkeit darüber, wie die Ergebnisse letztendlich zu bewerten sind und ob ein Transport trotz der Testergebnisse möglich ist.

Aufgabe wird jetzt also sein, einheitliche Richtlinien in Europa für die Interpretation der unterschiedlichen Testmöglichkeiten und deren Konsequenzen für weitere Transporte von Elefanten zwischen den Europäischen Zoos aufzustellen und zu beschließen. Der Wuppertaler Zoo, der seit Anfang dieses Jahres das Internationale Zuchtbuch für Afrikanische Elefanten führt und das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) koordiniert, hat den dafür notwendigen Prozess angestoßen und bemüht sich nun, ihn konstruktiv und zielführend zügig voranzutreiben.

In Amerika bereits existierende, vergleichbare Richtlinien würden bei den Testergebnissen von „Tusker“ nicht zu Einschränkungen des Transportes in einen anderen Zoo führen.

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