Die gelernte Erzieherin Janine Bernhardt therapiert seit 2005 Patienten mit Hunden.

Janine Bernhardt besucht Karin S. an ihrem Bett. Die Hunde schmiegen sich sofort an sie.
Janine Bernhardt besucht Karin S. an ihrem Bett. Die Hunde schmiegen sich sofort an sie.

Janine Bernhardt besucht Karin S. an ihrem Bett. Die Hunde schmiegen sich sofort an sie.

Andreas Fischer

Janine Bernhardt besucht Karin S. an ihrem Bett. Die Hunde schmiegen sich sofort an sie.

Barmen. Karin S. leidet an Multipler Sklerose, sie ist halbseitig gelähmt und kann das Bett nicht mehr verlassen. Am Dienstag besuchte Janine Bernhardt gemeinsam mit ihren zwei Hunden die 67-Jährige im Johanneshaus in der Hans-Sachs-Straße. Die gelernte Erzieherin arbeitet seit 2005 mit Therapiebegleithunden.

Der Erfolg stellt sich schon während der Sitzung ein

Seit dem vergangenen Jahr ist sie mit ihrem Miniature Australian Shepherd Kaya und dem Langhaarchihuahua Lotte als Therapiebegleithunde-Team unterwegs, um die therapeutische und pädagogische Arbeit in den unterschiedlichsten Einrichtungen zu unterstützen. „Mir ist vor allem wichtig, dass meine Tiere und ich wirklich für diese Aufgabe qualifiziert sind.“ So hat sich Bernhardt am Münsteraner Institut für therapeutische Fortbildung und tiergestützte Therapie weiterbilden lassen und eine Ausbildung an der Steinfurter Akademie für tiergestützte Therapie absolviert.

Am meisten begeistert die 33-jährige an ihrer Arbeit, dass sich der Erfolg während den Sitzungen schnell einstellt. Dass eine Wachkomapatientin, die sonst kaum eine Regung zeigt, plötzlich ihre Hand öffnete, war eine dieser Erfahrungen. Auch Karin S. genießt augenscheinlich den Kontakt mit den Hunden. Kaya und Lotte sind gleich in ihr Bett gesprungen, schmiegen sich an die 67-jährige und lassen sich streicheln und füttern.

Die Hunde haben keine Vorurteile gegenüber Menschen

„Die Hunde fungieren als Eisbrecher und erleichtern die Kontaktaufnahme“, erklärt Bernhardt. Das liege auch daran, dass Hunde keine Anforderungen an die Patienten stellen und keine Erwartungshaltung haben. „Sie sind unvoreingenommen und akzeptieren jeden Menschen ohne Vorurteile.“

Auch Silke Dannenberg, Ergotherapeutin im Johanneshaus, ist von der Arbeit mit dem Therapiebegleithunde-Team überzeugt. „Gerade für unsere bettlägrigen Bewohner, die an den meisten Veranstaltungen nicht teilnehmen können, ist die Einzeltherapie mit den Hunden eine tolle und sinnvolle Institution“, erklärt sie. „So steigern wir auch die Lebensqualität unserer Bewohner, denn schließlich sind Tiere was fürs Herz.“

Bernhardt bezeichnet ihre Arbeit als absoluten Traumjob

Janine Bernhardt arbeitet mit Einrichtungen wie dem Blauen Kreuz und dem St. Remigiushaus in Vohwinkel zusammen. Für das Ressort Kinder, Jugend und Familie der Stadt hat Bernhardt zudem einen Infobrief zum Thema „Meine Familie, mein Baby und mein Hund – Wie kann ein Zusammenleben gelingen?“ geschrieben und besucht Kindergärten und Schulen, um zum Thema Hund aufzuklären.

Karin S. lacht während der Sitzung viel und erzählt von ihrem alten Dackel Torsten. Sie blüht merklich auf. Bernhardt, die nebenbei als Hundetrainerin bei Mirjam Müntefering, der Tochter von Franz Müntefering, tätig ist, hat große Freude an ihrer Arbeit. „Es ist mein absoluter Traumjob.“

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