Das Festival bringt an zwei Tagen namhafte Größen der Tanzwelt nach Wuppertal.

wza_368x240_493088.jpg
I-Fen Lin kommt mit Rodolpho Leonis' „Aus So“ zum Festival TanzNRW 09 nach Wuppertal.

I-Fen Lin kommt mit Rodolpho Leonis' „Aus So“ zum Festival TanzNRW 09 nach Wuppertal.

Ursula Kaufmann

I-Fen Lin kommt mit Rodolpho Leonis' „Aus So“ zum Festival TanzNRW 09 nach Wuppertal.

Wuppertal. Hätte die Stadt mehr Geld, dürfte sie für Tanznrw 09 durchaus den roten Teppich ausrollen. Zum zweiten Mal nach 2007 trifft sich so etwas wie die Creme der freien Tanzszene zwischen Düsseldorf, Krefeld und Viersen - und mit seinen Veranstaltungen präsentiert sich Wuppertal bei diesem Prestige-Projekt auf Augenhöhe mit den Konkurrenten aus Düsseldorf oder Köln.

"Die freie Tanzszene muss gehegt und gepflegt werden", fasst es bündig Urs Kaufmann, jetzt Tanzsachverständiger des Kulturbüros, früher Ensemble-Mitglied im Tanztheater Pina Bausch, zusammen. Neben der weltberühmten Bausch-Compagnie sei die freie Tanzszene ein "weiteres, wichtiges Standbein für die Stadt". Imposanter gefüllt als verpackt präsentieren sich die Veranstaltungen, die im Tal an zwei Tagen gebündelt über die Bühne gehen.

Rodolpho Leoni inszeniert im Tal - Kaufman: "eine Sensation"

Schon der Auftakt am Donnerstag, 14. Mai, um 19 Uhr im Cafe Ada hat Klasse: Mit dem Tanzstück "Aus Só" wird eine Inszenierung Rodolpho Leonis gezeigt - der gebürtige Brasilianer lebt im Tal und ist einer der renommiertesten Choreographen des Landes. "Es ist eine Sensation, dass er in Wuppertal etwas zeigt", sagt Urs Kaufmann. Als "Endlosbewegung mit stets überraschenden Momenten" inszeniert Leoni Solotänzerin I-Fen Lin, deren Bewegungen Raum für unvorhersehbare Verbindungen von Körper und Geist bieten.

Im Anschluss an diese knapp einstündige Darbietung ist die Kölnerin Caroline Simon zu sehen. Deren "berührendes Stück" beschreibt Kaufmann als "ironischen Monolog, bei dem die Tänzerin die Zuschauer in ihre Phantasiewelt mitnimmt". Bei dieser Bühnenshow werden Feuerwerk, Wasserfälle, großartige Partner und tolles Licht imaginiert. Der Abschluss des Auftaktabends ist Jean Laurent Sasportes und Mark Sieczkarek, so etwas wie den Hausherren im Ada, vorbehalten. Sinnsuchend hinterfragen sie in "On Verra - mal sehen" das Leben.

Als eine weitere kleine Sensation darf auch das Gastspiel der Künstlergruppe Ludica Freitag, 15. Mai, in der Elba-Fabrik gelten. Ausdrücklich war die Formation auf der Suche nach einer Fabriketage. "In Köln haben sie nichts Passendes gefunden. Mit der Elba-Fabrik sehr wohl." Inmitten von Videoinstallationen, Spiegelungen, choreographischen Elementen und poetischen Fragmenten wird sich das Publikum mitten in der multimedialen Tanzwelt befinden, die sich thematisch Leben und Werk des italienischen Regisseurs Pier Paolo Pasolini widmet. Vor und nach der Vorstellung um 20 Uhr werden ab 19 und 21.15 Uhr Tanzfilme gezeigt. "Das sind keine abgefilmten Bühnenproduktionen, sondern Kunsttanzfilme" macht Urs Kaufmann Appetit auf Klangvolles wie "The Space of the Other" oder "Lightning Bolts & Man Hands".

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer