Design-Studenten präsentieren Konzepte, um eine stecken gebliebene Gondel zu evakuieren.

Uni
Jonas Eikelmann und Ivo Wawer (von links) mit ihrer Präsentation im Wettbewerbs

Jonas Eikelmann und Ivo Wawer (von links) mit ihrer Präsentation im Wettbewerbs

Uwe Schinkel

Jonas Eikelmann und Ivo Wawer (von links) mit ihrer Präsentation im Wettbewerbs

Wuppertal. Design sieht gut aus. Design ist teuer, hat klare Linien und passt hervorragend in großzügige Lofts. Die, die es machen, tragen große, schwarz gerahmte Hornbrillen. Eine Art Erkennungsflagge unter den Kreativen. So viel zur weitläufigen Vorstellung. Gut, das mit den Brillen trifft vielleicht häufig zu. Aber der Rest ist zu oberflächlich betrachtet.

„Alle denken, dass Designer alles schön machen, aber viel wichtiger ist, dass das Produkt auch funktioniert“, sagt Sonja Deli. Sie leitet die Modellbauwerkstatt des Studiengangs Industrial Design an der Bergischen Universität Wuppertal.

Je komplizierter ein Produkt ist, desto störanfälliger ist es auch

Im Fall der Funktionstüchtigkeit ist weniger mehr. Je komplizierter ein Produkt gebaut ist, desto störungsanfälliger wird es auch. „Je simpler, desto besser“, bringt es Vertretungsprofessor Andreas Kalweit auf den Punkt. An genau diese Maxime hat sich das Studenten-Team „Carrier Mammut“ beim diesjährigen „Kachelcross“ gehalten und mit seinem Funktionsmodell in der Kategorie „Simplicity“ gewonnen.

Die Design-Studenten des dritten Semesters hatten die Aufgabe, ein Rettungskonzept zum Thema „cablerrescue“ zu erstellen. In der Praxis würde es bedeuten, eine steckengebliebene Gondel zu evakuieren. In der theoretischen Version des Kachelcross ist es ein Tischtennisball. Die fünf studentischen Teams hatten etwa fünf Wochen Zeit, um zwei Modelle für die Präsentation zu bauen: eines, das mit seiner Optik besticht und ein zweites Funktionsmodell. Vereinfacht gesagt, das Innenleben des Modells, das unter Berücksichtigung der Gesichtpunkte Geschwindigkeit und Sicherheit konstruiert wurde. Einzige Vorgabe war der Antrieb: ein handelsüblicher Akku-Schrauber.

Die letzten Nächte vor der Präsentation durchgemacht

Ivo, Kevin, Felix, Jonas und Patrick von „Carrier Mammut“ haben die letzten zwei Tage und Nächte vor der Präsentation durchgemacht – für die Feinjustierung. Immer wieder haben sie Testläufe gemacht und sich darüber beraten, was noch besser gemacht werden könnte. Fast täglich haben sich die jungen Männer in den vergangenen Wochen getroffen, bis aus den ersten Ideen und Pappmodellen ein fertiges Wettkampfgerät entstanden ist.

Aus verrückten Ideen werden preiswürdige Ideen

Der Wettbewerb hat in diesem Semester zum dritten Mal stattgefunden. Teilnehmer sind alle Drittsemester-Studenten des Studiengangs Industrial Design. Für die Modelle bekommen sie Noten. Die Studenten dokumentieren ihre Arbeit filmisch. Die fertigen Videos werden während einer anschließenden Ski-Freizeit präsentiert.

Für die Studenten ist es die erste richtige praktische Aufgabe während des Studiums. „Sie sollen den Umgang mit Elektronik lernen und komplexe Aufgabenstellungen möglichst simpel bewältigen“, sagt Dozentin Sonja Deli.

„Man spielt anfänglich mit den verrücktesten Ideen, aber am Ende setzt man doch die simpelste Lösung um“, sagt einer der Studenten. In ihrem Fall: den Akku-Schrauber komplett an dem Fahrzeug zu verbauen, so wie er ist. Das brachte ihnen den „Simplicity“-Preis ein.

Für den Gesamtsieg reichte es dennoch nicht. Die Studenten der Gruppe „Vortrieb“ haben ihn geholt, weil sie in den meisten Kategorien überzeugten.

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