Technik und Design im ultimativen Praxistest.

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Stefan Reichert (25) und Christoph Kuppert (24) lassen ihren selbstgebauten Flitzer vor dem offiziellen Start eine Proberunde drehen.

Stefan Reichert (25) und Christoph Kuppert (24) lassen ihren selbstgebauten Flitzer vor dem offiziellen Start eine Proberunde drehen.

Andreas Fischer

Stefan Reichert (25) und Christoph Kuppert (24) lassen ihren selbstgebauten Flitzer vor dem offiziellen Start eine Proberunde drehen.

Wuppertal. Dicht drängen sich die Zuschauer um die Rampe. Stolze Eltern strecken ihre Digitalskameras in die Höhe, um die besten Szenen des Spektakels für die heimische Diashow festzuhalten. Aus den Reihen der Studenten erklingen aufmunternde Rufe. Dann geht es los: Die ersten zwei Teams bringen ihre selbstkonstruierten Roboter-Autos in Position.

Mit voller Akku-Kraft kämpfen sich die Gefährte den Hindernisparcours hinauf. Bei der rasanten Fahrt über Steine, Holzrollen und Schmiergelpapier bleibt die eine oder andere Schraube auf der Strecke. Das ist allerdings noch gar nichts - denn, in der nächsten Runde treffen die Autos der Teams in einem Ring aufeinander. Oliver Grabes, Professor für technisches Produktdesign, holt daher vorsorglich einen Feuerlöscher hervor. "Wenn die Autos Feuer fangen, weil sie zu heiß werden, ist das schon nötig."

Studenten tragen die Kosten für die Fertigung der Fahrzeuge selbst

Was aussieht wie ein Treffen verrückter Modellautoliebhaber, ist für die Studenten des Studiengangs Industrial Design jedoch nicht nur Spaß, sondern in erster Linie harte Arbeit, die als Teil ihres Studiums auch bewertet wird. Wochenlang lang haben die Drittsemester an ihren Autos getüftelt, entwickelten ein Rohmodell für den Wettkampf und ein Designmodell zur Präsentation. Denn bewertet werden nicht nur die Antriebskonzepte, sondern auch das gesamte Produkt - also Design und Vermarktung.

Die Kosten für Fertigung tragen die Studenten selber, unterstützt werden viele aber von Sponsoren. Stefan Reichert (25) vom Team Sumorobot: "Unsere Modelle kosten rund 1000 Euro, ohne Sponsoren ist das fast nicht zu machen." Bei soviel Geld und Arbeit ist es fast schon schade, dass die Fahrzeuge bei dem Wettkampf so leiden. Die Tüftler bleiben jedoch trotz qualmender Technik gelassen. "Die Studenten lernen im Studiengang einen realistischen Bezug zur Praxis. Eine Entwicklungen ist eben auch mit Kosten verbunden", sagt Helena Wendt vom Studiengang Industrial Design.

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