Petra Branscheid ist als Stylistin bei Drehs und Fotoshootings in ganz Deutschland dabei.

Auch beim Nabtal-Duo hat die Wuppertalerin Hand angelegt...
Auch beim Nabtal-Duo hat die Wuppertalerin Hand angelegt...

Auch beim Nabtal-Duo hat die Wuppertalerin Hand angelegt...

Petra Branscheid liebt es doppelt: Sie hat einen eigenen Laden und arbeitet als Stylistin.

Bild 1 von 2

Auch beim Nabtal-Duo hat die Wuppertalerin Hand angelegt...

Wuppertal. Verführerisch, beinahe ein wenig lasziv, spaziert ein junges Mädchen in Satin gehüllt durch den Sand, während es spielerisch- provokant in die Kamera schaut. "Vielleicht weiß ich nicht viel, aber eins ist mal klar, ich gewinne das Spiel", trällert es - die Gitarren klingen laut und trotzig. Das neue Video von Lafee, alias Christina Klein, kommt allgemein gut an - das aktuelle gleichnamige Album "Ring frei", ist gerade erst im Handel erschienen.

"Es ist schon komisch, es fertig zu sehen", sagt Petra Branscheid. Die Modedesignerin, die in derFriedrich-Ebert-Straße ihr Geschäft hat, arbeitet auch als Stylistin und war beim Video-Dreh vor Ort. "Ich war total gespannt, wie das Video geworden ist. Wir drehen nämlich meist vor neutralem Hintergrund", "Greenscreen" nenne man das. Erst nach dem Dreh werde die Umgebung digital erschaffen und bearbeitet. "Ich bin natürlich wahnsinnig neugierig, wie die Kostüme im Gesamtzusammenhang wirken."

Die Aufnahmen wurden in Berlin gemacht, im gsgsg Studio. Nur einen Tag hatte das Team zur Verfügung, um das nötige Film-Material zusammen zu bekommen, schließlich ist der Raum gemietet, Kameraleute, Visagisten und Stylisten gebucht. "Da arbeitet man schonmal 18 Stunden am Stück", sagt die Stylistin, der Zeitplan sei straff. "Es macht Spaß, aber es ist auch harte Arbeit."

Als Stylist müsse man auf alles vorbereitet sein, "ein König im Improvisieren", sagt sie. Bei "Ring Frei" gäbe es beispielsweise eine Szene in der Christina fliegt. "Das ging nicht aus der Vorbesprechung hervor." Um in die Luft gezogen zu werden, trug sie ein Gestell, an dem ein Seil befestigt war. Ihr Outfit bestand aber aus einem am Körper anliegenden Catsuit und einem weiten, offenen Mantel. "Es war schwierig, die Konstruktion zu verstecken. Ich hätte den Regisseur erwürgen können", sagt die Wuppertalerin. Das sei schon eine Herausforderung - sich direkt am Set etwas einfallen zu lassen. Und dann hätte es beinahe noch einen Unfall gegeben. Die Schleppe sei während der Flug-Szene in die Windmaschine geraten. "Es ist aber nichts weiter passiert - der Mantel fiel dann einfach ein wenig kürzer aus."

Was lustig sei, seien die Pausen, sagt die Modefrau. Da würden immer gern Promi-Internas ausgetauscht. Schließlich sind es professionelle Leute, die mit allen möglichen Stars zusammenarbeiten. "Da bekommt man einiges zu hören", sagt sie und lacht. Auch Branscheid hat mit einigen von ihnen gearbeitet: Bei den Video-Drehs zu "Ich bin nicht mehr ich" und "Verdammt am Leben" von Selina war sie mit dabei. Ihr habe sie auch das Outfit zur Premiere von "Freche Mädchen" im Wuppertaler Cinemaxx zusammengestellt (siehe WZ TV).

In Wermelskirchen begann die gebürtige Remscheiderin Anfang der 90er Jahre mit einer Couture-Schneiderlehre. Nach dem Modedesign-Studium an der Modeschule Schloß Eller arbeitete sie ein Jahr für die Firma Seeler. 2007 eröffnete sie ihren Laden in der Friedrich-Ebert-Straße. Seit dem Studium arbeitet sie regelmäßig als Stylistin.

Die Aufgaben einer Stylistin seien unterschiedlich. Bei einem Job für die King-Family war sie auch für die Kulisse zuständig. "Da muss man einfach flexibel sein." Manchmal begleite sie nur den Dreh, muss abstecken, bügeln, abnähen. Ein andermal kümmert sie sich im Vorfeld um die Outfits. Für die Modemesse CPD besorgt sie Accessoirs wie Schuhe oder Schmuck, und hilft hinter der Kulisse der Modenschauen mit, damit alles richtig sitzt. Nicht immer laufe alles glatt. Das Trachten liebende Nabtal-Duo war mit seinem Outfit nicht sehr zufrieden. "Es war sehr schwer, in unserer Region den besonderen Vorstellungen der Herren genüge zu tun", sagt sie ein wenig süffisant und fügt an: "Aber das ist schon sehr lange her."

Es sei eine sehr abwechslungsreiche Arbeit, stellt sie zufrieden fest. "So wie es gerade ist, ist es perfekt. Ich verwirkliche mich selbst mit meinem eigenen Laden. Und dann und wann, breche ich einfach aus."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer