Die Shaolin-Mönche zeigten in der Uni-Halle traditionelles Kung Fu in Perfektion – und lassen ihre Zuschauer atemlos staunen.

wza_1500x881_430487.jpeg
Scheinbar schwerelos präsentierten die Shaolin-Mönche ihre Kung-Fu-Kunst in der Stadthalle.

Scheinbar schwerelos präsentierten die Shaolin-Mönche ihre Kung-Fu-Kunst in der Stadthalle.

Uwe Schinkel

Scheinbar schwerelos präsentierten die Shaolin-Mönche ihre Kung-Fu-Kunst in der Stadthalle.

Wuppertal. Ihre Kunst ist Legende, seit Jahrzehnten schon Stoff für Kino und Leinwand. Und ebenso versetzen die Live-Darbietungen der chinesischen Shaolin-Mönche seit vielen Jahren ihr Publikum nicht nur in europäischen Hallen in beinahe andächtiges Staunen. Was völlige Konzentration des Geistes für Auswirkungen auf die körperliche Leistung haben kann, das sahen begeisterte Zuschauer am Sonntagabend in der Wuppertaler Uni-Halle.

"Die Rückkehr der Shaolin" heißt die aktuelle Darbietung der Mönche, die in die Historie der legendären Kämpfer blicken lässt. Leise Musik, eine Mischung aus asiatischen und europäischen Klängen, untermalt jede einzelne Kampfszene vor der Kulisse eines chinesischen Hauses. Kein normales Haus, sondern die Pforte eines Shaolin-Klosters.

Per Tonband führt ein Erzähler durch die Geschichte, verbindet einzelne Darbietungen miteinander und leitet über in die Perspektive eines kleinen Jungen, der als Fünfjähriger in die Obhut des Klosters gegeben wird. Dort lernt er, sein Heimweh zu vergessen und sich in täglich mehrstündigem Training den Bedingungen des Klosterlebens anzupassen. In der Obhut seines Meisters erfährt er alles über die Legenden, die sich um die Shaolin ranken. Sie gelten als unbesiegbare Kämpfer, die keine Schmerzen empfinden.

Die Kampfkunst ist den Bewegungen der Tiere nachempfunden

Kampfszenen mit einem oder mehreren Gegnern, mit Schwertern, Stöcken, Chakus (kurzen Schlaghölzern, mit einer kurzen Kette verbunden) oder ganz ohne Waffen - die Mönche präsentierten alle Varianten des Kung Fu in absoluter Perfektion. Die Stile, allesamt den Bewegungen von Tieren nachempfunden, zeigten den Ursprung der Kampfkunst in der Natur. Zu welchen Höchstleistungen die Kämpfer fähig sind, die es verstehen, Geist und Körper in einen harmonischen Einklang zu bringen, zeigten ihre speziellen Härtetests.

Schwerter und Speere können die Haut der Mönche nicht ritzen

Allein durch Konzentration können die Shaolin auf sechs Speerspitzen liegend in die Höhe gehoben werden - ohne auch nur die kleinste Verletzung. Meditation und das Bündeln der gesamten Kraft auf eine Körperregion machen es möglich, dass sich eine gewöhnliche Blechschale am Bauch ansaugt und mit bloßen Händen von außen nicht weggezogen werden kann. Keine Schnitte sind auf der Haut sichtbar, nachdem ein Kämpfer auf drei Schwertklingen gelegen hat und ihm eine Betonplatte auf der Brust zertrümmert wurde.

Der Shaolin-Tempel inc China wurde etwa 500 n. Chr. erbaut und geht auf den Mönch Ba Tuo zurück. Die Shaolin-Mönche folgen den Lehren des traditionellen Kung Fu.

Die Kampfstile des Kung Fu sind Tieren wie Kranich, Drache, Tiger, Schlange und sogar Frosch nachempfunden.

24. Januar, Theater Solingen; 25. Januar, Robert Schumann Saal Düsseldorf; 12. Februar, Theater Remscheid. Tickets unter Telefon 01803/34 68 74.

Die Demonstrationen der Shaolin sind jedoch viel mehr als Härtetests und körperliche Stärke - sie zeigen die Leistungsfähigkeit des Körpers, über den der Wille entscheidet und der alle Energien punktgenau zu bündeln versteht. Denn nur so kann eine Nadel durch eine Glasscheibe geworfen werden.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer