Kalle Waldinger, Lehrer und Vater des Schüler-Rockfestivals, geht in Pension – das wird mit einem Open-Air-Konzert auf dem Bandwirkerplatz gefeiert.

Kalle Waldinger, Gründer des Ronsdorfer Rockprojekts, geht in Altersteilzeit – und sagt „Tschüss“ mit einem großen Konzert.
Kalle Waldinger, Gründer des Ronsdorfer Rockprojekts, geht in Altersteilzeit – und sagt „Tschüss“ mit einem großen Konzert.

Kalle Waldinger, Gründer des Ronsdorfer Rockprojekts, geht in Altersteilzeit – und sagt „Tschüss“ mit einem großen Konzert.

Mathias Kehren

Kalle Waldinger, Gründer des Ronsdorfer Rockprojekts, geht in Altersteilzeit – und sagt „Tschüss“ mit einem großen Konzert.

Wuppertal. Nach 40 Jahren ist er bald mit der Schule fertig. Dann lässt er es richtig krachen, denn Kalle Waldinger feiert sein „zweites Abitur“ mit ganz vielen Schülern, Eltern und dem Stadtteil, der ihn vor 33 Jahren als Lehrer gewonnen hat: Ronsdorf. Mit einem Open-Air-Konzert am Samstag, 13. Juli, auf dem Bandwirkerplatz sagt der Mitbegründer des Ronsdorfer Rockprojektes und des Schüler-Rockfestivals „Arrivederci“ zu seinem Arbeitsplatz. Denn der Lehrer für Kunst und Deutsch an der Erich-Fried-Gesamtschule gibt am 16. Juli seinen letzten Unterricht. Auch die Rock-AG wird er danach nicht weiter leiten.

Ein Nachfolger ist zwar bereits gefunden. Doch obwohl Kalle Waldinger dann nicht mehr aktiv im Schuldienst tätig ist, bleibt er seinen Bands natürlich erhalten. Ruhestand erwartet er nämlich nicht, wenn er nach seinem letzten Unterrichtstag in die Freistellungsphase seiner Altersteilzeit eintritt. „Dann habe ich mehr Zeit für die Musik“, freut sich der Pädagoge. „Bislang lief immer alles nachmittags. Jetzt kann ich Termine ganz anders legen.“

„Eigentlich wollte ich nie Lehrer werden, sondern viel lieber im Garten arbeiten.“

Kalle Waldinger

Sein Zuhause auf Einern hat er schon vor einiger Zeit zum neuen Standort des Rockprojekts gemacht. In der „Villa Rock“ finden regelmäßig Band-Coachings und -Castings, Workshops und Musikerstammtische statt. Sogar in seiner zweiten Heimat Sardinien kommt Waldinger nicht ohne das Rockprojekt aus: Seine Gitarren hat er dort schon vor Jahren stationiert und mittels Computer und Telefon arbeitet er selbst in Italien. Entspannung findet der „Pauker“ auch in seinem Garten, in den er viel Zeit und Liebe investiert.

Alles begann mit einem Beatles-Konzert in der Gruga-Halle

„Eigentlich wollte ich nie Lehrer werden, sondern viel lieber im Garten arbeiten. Lehrer war der Wunsch meiner Mutter“, gesteht Waldinger, der trotzdem seit 40 Jahren voller Überzeugung im Schuldienst tätig ist. Besonders stolz ist er darauf, in den 1980er Jahren eine neue Schulform in Wuppertal mit umgesetzt zu haben. Bereits im zweiten Jahr der Ronsdorfer Gesamtschule hatte er sich von Oberhausen aus dorthin beworben – und ist ihr bis zur Pensionierung treu geblieben.

Daran, dass er mit dem Ronsdorfer Rockprojekt und dem Schüler-Rockfestival Wuppertal zu einem Epizentrum der NRW-Nachwuchs-Musikszene gemacht hat, sind übrigens die Beatles schuld: Ein Konzert der Fab Four in der Gruga-Halle infizierte den jugendlichen Kalle einst mit dem Rock-Virus. Eine Ansteckung, die Live-Erlebnisse mit Black Sabbath in der Wuppertaler Stadthalle und The Who im Thalia noch vertieften. Kein Wunder also, dass es nicht mit einer kleinen Abschiedsfeier getan ist – die wird ein großes Freiluftkonzert, zu dem viele Weggefährten und Bands ein letztes Mal für „Mister Rockprojekt“ aufspielen.

„Arrivederci Ronsdorf“, das Open-Air-Konzert mit Kalle Waldinger, steigt am Samstag, 13. Juli, von 18 bis 22 Uhr auf dem Bandwirkerplatz. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Dabei sind unter anderem Heimatlose Helden, The Hongs, Erich-Fried-Kids und viele andere.
www.ronsdorfer-rockprojekt.de
 

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