Verein Ronsdorfer Rockprojekt bekommt eine Doppelspitze.

Kalle Waldinger (links) hört nicht auf, tritt aber kürzer.	Björn Krüger (rechts) wird sein Nachfolger.
Kalle Waldinger (links) hört nicht auf, tritt aber kürzer. Björn Krüger (rechts) wird sein Nachfolger.

Kalle Waldinger (links) hört nicht auf, tritt aber kürzer. Björn Krüger (rechts) wird sein Nachfolger.

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Kalle Waldinger (links) hört nicht auf, tritt aber kürzer. Björn Krüger (rechts) wird sein Nachfolger.

Herr Waldinger, in der Stadt geht das Gerücht, das Schülerrockfestival am Wochenende sei nach 24 Jahren Ihr letztes gewesen. Stimmt das?

Kalle Waldinger: Nein. Ich habe auf der Pressekonferenz vor dem Festival lediglich gesagt, dass Björn Krüger mein designierter Nachfolger ist. Er wird nun im Laufe des Jahres eingearbeitet, und wir wollen langfristig unsere Strukturen im Verein Ronsdorfer Rockprojekt ändern. Aber das 25. Schülerrockfestival im kommenden Jahr zum Jubiläum werde ich in jedem Fall mit vorbereiten. Daran arbeiten wir schon jetzt auf Hochtouren.

Gibt es besondere Pläne zum Jubiläum?

Waldinger: Ja, es wird 2011 neben dem normalen Festival im Januar eine große Gala vor den Sommerferien geben, mit vielen Weggefährten aus 25 Jahren. Auch eine Jubiläums-CD ist in Planung. Aber wenn das vorbei ist, bin ich nur noch Berater für den Verein. Ich will nämlich auch mal Weihnachtsferien haben - in diesem Jahr konnte ich die wegen der Organisation wieder komplett vergessen. Eine so große Veranstaltung kann man nicht ewig nebenher stemmen. Wir wollen das Festival künftig professioneller vorbereiten.

Wie soll das aussehen?

Waldinger: Wir sind jetzt einfach an der Grenze dessen, was ehrenamtlich machbar ist. Vor dem jetzigen Festival haben alle Organisatoren wieder drei, vier Tage kaum geschlafen. Wir haben schon lange darüber nachgedacht, dem Verein einen hauptamtlichen Geschäftsführer zu geben, der sich um die Gewinnung von Sponsoren, um die Bandkontakte und solche Dinge kümmert. Björn Krüger ist dafür der richtige Mann: Er ist Musik-Profi (früher Uncle Ho, heute Bosse, Anm. d. Red.), er kennt das Festival, ist selber mit der Veranstaltung groß geworden. Ich werde allerdings Vorsitzender des Vereins bleiben - schon allein, weil ich das Haftungsrisiko als Beamter besser tragen kann. Ich bin also noch da, wir teilen allerdings die Arbeit anders auf. 

Wie wollen Sie dieses Modell finanzieren?

Waldinger: Oh, das Problem sehe ich gar nicht als so schwierig an. Wir haben einen guten Ruf bei den Sponsoren - nicht nur bei der Sparkasse. Am Samstag hat mir zum Beispiel ein Sponsor, den ich gar nicht kannte, 500 Euro zugesagt - einfach so. Und mit dieser einzigartigen Veranstaltung sollte es auch möglich sein, Landes- oder Bundesmittel zur Jugend- und Kulturförderung einzuwerben. Das haben wir bisher gar nicht getan. Auch unser Marketing können wir verbessern - ich kann mir da etwa eine gut gestaltete Broschüre oder unsere Jubiläums-CD als Promotion-Instrument vorstellen. 

Wenn Sie zurückblicken auf das Festival, das es von einer Ronsdorfer Veranstaltung zu einem Groß-Event entwickelt hat - fällt Ihnen ein Höhepunkt ein?

Kalle Waldinger ist im Hauptberuf Lehrer für Kunst und Deutsch an der Gesamtschule Ronsdorf. Er ist Vorsitzender des Vereins Ronsdorfer Rockprojekt, der seit 24 Jahren das Schülerrockfestival organisiert. Im Februar wird Waldinger 60 - feiern wird er in seinem Zweitwohnsitz auf Sardinien. O-Ton: "Das wird ein Open-Air-Festival, das das in der Uni-Halle weit in den Schatten stellt."

Björn Krüger, geboren 1972 in Wuppertal, trat Anfang der 1990er Jahre selbst beim Schülerrockfestival auf. Bundesweit bekannt wurde er mit der Band "Uncle Ho". Derzeit spielt er Schlagzeug bei der Band Bosse. Als Songschreiber ist er bundesweit aktiv.

Waldinger: Ein negativer: Vor fünf Jahren, 2005, haben wir 5000 Karten für das Festival verkauft. Aber dann durften nur 4000 in die Uni-Halle rein, und wir mussten 1000 Leuten das Geld erstatten. Das war ein Schlag in die Magengrube, der uns viel Vertrauen gekostet hat. Aber wie das Festival in diesem Jahr gezeigt hat, haben wir uns unseren Ruf so langsam wieder zurückerobert. Wir mussten halt lernen, dass die Uni-Halle in punkto Brandschutz und Kapazität ihre Grenzen hat.

So gesehen: Ist das Festival für Wuppertal zu groß geworden?

Waldinger: Also, wenn ich das hauptberuflich machen würde, dann würde ich mit dem Schülerrockfestival in die Köln-Arena gehen und junge Bands aus vielen NRW-Städten einladen. Was meinen Sie, was wir dann an Sponsoren und Landesmitteln holen könnten? Aber, keine Sorge: Ich bin überzeugter Wuppertaler und bleibe dieser Stadt treu.

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