In der Historischen Stadthalle öffneten Musikhändler ihre Vorratstruhen für die Liebhaber von CDs und Schallplatten.

Plattenbörse
Jagdglück in der Stadthalle: Sammler Dick Muers hat gestern bei der Plattenbörse eine seltene Jimmi-Hendrix-Platte ergattert.

Jagdglück in der Stadthalle: Sammler Dick Muers hat gestern bei der Plattenbörse eine seltene Jimmi-Hendrix-Platte ergattert.

Uwe Schinkel

Jagdglück in der Stadthalle: Sammler Dick Muers hat gestern bei der Plattenbörse eine seltene Jimmi-Hendrix-Platte ergattert.

Elberfeld. Einmal das Cover aufklappen, dann standen die Jungs aus Pappe, die zwischen die Deckel geklebt waren. Das Musikalbum, das diesen Gag enthielt, hieß ganz passend „Stand up“ und stammte von der Rockband Jethro Tull. Nicht nur diese LP, sondern auch Jethro Tulls Erstling „This was“, eine wahre Rarität, konnten Fans gestern bei der CD- und Schallplattenbörse in der Historischen Stadthalle erwerben. Kostenpunkt 68 Euro, wie maßgeschneidert für das Erscheinungsjahr 1968.

Reinhold Bremmer indessen lässt solche Schätzchen links liegen. „Ich will ja hier nicht arm werden“, sagt er und rattert mit geübtem Zeigefinger durch das Angebot in einem prall gefüllten CD-Ständer. Vier Stück zehn Euro, das ist der Kurs bei Multi-Media Trade aus Gevelsberg. Deren Sortiment umfasst neben CDs auch DVDs mit Thrillern – reine Stangenware zum Schnäppchenpreis.

Klasse statt Masse – viele Kunden haben spezielle Wünsche

Der Hang zum Niedrigpreis sei indessen nicht die Regel bei einer solchen Börse, sagt Sascha Dick von der Düsseldorfer Agentur Lauber, die von Saarbrücken bis Münster solche CD- und Schallplattenmärkte ausrichtet. Gelegentlich kämen DJs, die stapelweise Billigware abgreifen. Die meisten Käufer aber würden sehr gezielt schauen und nur spezielle Artikel kaufen.

So stehen die Alben von Daliah Lavi, Alexandra oder Caterina Valente alphabetisch sortiert in Ständern und warten auf Hörer, die sich am deutschen Schlager der 60er und 70er Jahre festgebissen haben. Vinyl ist Markenzeichen dieser Ära, während Schellack und 78 Umdrehungen pro Minute noch in die Vorkriegszeit zurückreichen.

Hörgenuss wie bei Winnetou – muss die LP knistern?

Das Knistern wie vom Lagerfeuer gehörte und gehört wie selbstverständlich zur LP, für viele der authentische Hörgenuss, von dem sie nie lassen möchten.

Seit 15 Jahren veranstaltet die Agentur Lauber die CD- und Schallplattenbörse in der Stadthalle. Gestern boten etwa 35 Aussteller ihre Ware an. Etwa 80 Prozent der Anbieter sind regelmäßig vertreten.

Lauber rechnet alljährlich mit etwa 500 Besuchern der Plattenbörse, die von 11 bis 17 Uhr dauert. Wuppertal liegt damit im Mittelfeld, deutlich übertroffen von Köln, Düsseldorf und Oberhausen.

Friedel Plöger von der „Musikkammer“ in Willich sieht seinen Platz allerdings zwischen den Stühlen. Platten, die allzu oft von Diamant-Abspielnadeln geschrubbt wurden, hält er keineswegs für einen guten Deal. So zieht er prächtige Stücke aus seinem Angebot hervor, darunter niemals abgespielte LPs eines jüngst verstorbenen Sammlers.

Plögers Daheim ist mit bester akustischer Hardware ausgestattet. Die könne sich aber nur bewähren, wenn der Tonträger etwas tauge. Unter seinen mehr als 15 000 LPs finden sich Raritäten, die auch mal 100 Euro kosten können. Fast in diese Liga reicht die Decca-Schallplatte, die er stolz präsentiert: Chopins Klavierkonzert Nr. 2, eingespielt von Ellen Ballon und Ernest Ansermet. Very british und genauso authentisch wie die Queen.

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