Arno Gerlach saß auch beim 38. Hilfskonvoi am Steuer.

Rumänien ist eines der ärmsten Länder Europas. Arno Gerlach (3.v. l.) informiert sich am Stadtrand Heltaus über die größte Not.
Rumänien ist eines der ärmsten Länder Europas. Arno Gerlach (3.v. l.) informiert sich am Stadtrand Heltaus über die größte Not.

Rumänien ist eines der ärmsten Länder Europas. Arno Gerlach (3.v. l.) informiert sich am Stadtrand Heltaus über die größte Not.

Rumänienhilfe

Rumänien ist eines der ärmsten Länder Europas. Arno Gerlach (3.v. l.) informiert sich am Stadtrand Heltaus über die größte Not.

Wuppertal. Seit 25 Jahren ist Arno Gerlach Organisator der Hilfskonvois für Rumänien. Die WZ sprach mit ihm über die Bedeutung der Hilfen für die Menschen in Osteuropa und die logistischen Herausforderungen für die Helfer aus Wuppertal.

Herr Gerlach, warum nehmen Sie die Strapazen eines LKW-Transports über 5000 Kilometer auf sich? Warum senden Sie nicht die Hilfsgüter per Bahn oder über eine Transportfirma nach Rumänien?

Arno Gerlach: Vieles beruht bei unserer Hilfe für Rumänien auf Vertrauen. Wir wollen genau wissen, an wen wir vor Ort unser Hilfsgüter übergeben. Entscheidend ist, dass wir die bestehenden Kontakte pflegen und immer wieder sichten, wo noch Hilfe benötigt wird. Wir haben es anders versucht, aber daraus mussten wir die Lehren ziehen. Wen man möchte, dass 50 Tonnen Hilfsgüter dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt wird, dann geht es nur so. Außerdem ist es wichtig, nach Orten Ausschau zu halten, die wir noch nicht versorgt haben.

Wohin liefern Sie die Hilfsgüter in Rumänien?

Gerlach: Es werden insgesamt 32 Stationen angefahren, an denen wir Hilfsgüter umladen oder direkt abliefern. Der erste Anlaufpunkt ist Oradea, die erste große Stadt jenseits der ungarischen Grenze, wo wir mehrere Einrichtungen versorgen. Wir steuern Armustgebiete im Land an, wo sonst niemand hinkommt. Die Touristen sehen nicht, wie Rumänien wirklich ist.

Sie haben Hoffnung auf Besserung für Rumänien geäußert, als die Wahl von Klaus Iohannis zum Staatspräsidenten feststand. Worauf begründet sich dies?

Gerlach: Uns hat die Nachricht in der östlichen Region Moldowa erreicht. Mittelfristig könnte dies das Ende der alten Seilschaften und der Korruption bedeuten. Ich erwarte, dass viele aus dem alten System in das Lager von Klaus Iohannis überlaufen werden. Doch der neue Staatspräsident wird auch auf Widerstand stoßen. Ältere Rumänen sind skeptisch, ob sie den Wandel noch erleben werden.

Nach ihren Schilderungen werden weitere Hilfen für Rumänien nötig sein. Ist der nächste Konvoi schon in Planung?

Gerlach: Am Mittwoch findet das erste Treffen zur Vorbereitung des 39. Hilfskonvois statt. Ich denke, dass es dank der Hilfe von vielen Firmen und Einzelspendern wieder möglich sein wird, genügend Hilfsgüter zusammen zu bekommen. Was mir mehr Sorgen bereitet, ist die Finanzierung des Transports. Da könnten wir noch größere Unterstützung gebrauchen.

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