Das Sinfonieorchester und die Wuppertaler Bühnen zelebrieren den Karneval beim Auftritt im Opernhaus stilvoll und mit Spaß an der Freud’.

Wenn fantasievoll verkleidete Musiker und Sänger auf bunt kostümierte Zuhörer treffen, dann ist Rosenmontagskonzert.
Wenn fantasievoll verkleidete Musiker und Sänger auf bunt kostümierte Zuhörer treffen, dann ist Rosenmontagskonzert.

Wenn fantasievoll verkleidete Musiker und Sänger auf bunt kostümierte Zuhörer treffen, dann ist Rosenmontagskonzert.

Andreas Fischer

Wenn fantasievoll verkleidete Musiker und Sänger auf bunt kostümierte Zuhörer treffen, dann ist Rosenmontagskonzert.

Wuppertal. Wenn der Zauberer das Cello streicht, der Feuerwehrmann die Geige zupft, der Mönch das Flötchen bläst und der Harlekin sein langes Fagott mit Schleifchen schmückt, dann steigt das Rosenmontagskonzert von Sinfonieorchester und Wuppertaler Bühnen.

Wer den Karneval stilvoll mag und trotzdem Spaß an der Freud’ haben will, ist hier richtig. Also treffen sich bunt kostümierte Zuhörer und fantasievoll verkleidete Musiker auf und vor der Bühne im Opernhaus zum heiteren Streifzug durch "Bella Italia”. Auf den nimmt Erika Schröder (Ingeborg Wolff) mit, ihres Zeichens Putzfrau im Opernhaus. Hartnäckig verwechselt sie "Besen” mit "Busen”, spricht Fremdwörter beharrlich falsch aus und streift die Politik als "Mutter vom Gerhard” im schönsten Zungenschlag der Missfits.

Ehe sie zum Thema kommt, dauert’s, aber dann zitiert sie hingebungsvoll Goethe: "Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn” und kennt selbst kein Halten mehr: Im langen, engen Kleid, mit Federboa in den Landesfarben singt sie die heimliche Nationalhymne "O sole mio” mit sehr passabler, tiefer Stimme und spart die hohen Töne einfach aus. Sie hofft, mit diesem Vortrag ins "Anale” einzugehen.

Dennoch stiehlt sie den "wahren” Sängern nicht die Show: Elena Fink brilliert mit "Il bacio” und verteilt als feurige Italienerin Küsschen im Publikum, Boris Leisenheimer schmachtet im schönsten Belcanto Leoncavallos "Mattinata”. Miriam Scholz und Elena Fink intonieren im perfekten Duo die sehnsüchtige "Barcarole” aus "Hoffmanns Erzählungen”. Dorothea Brandt erweist sich als perfekte "Frutti di mare” - Verkäuferin (Johann Strauß), die sie dem flotten und gut aufgelegten Chor der Bühnen in den Kostümen einer edlen venezianischen Karnevalsgesellschaft serviert. Natürlich schmettert der Männerchor das Chianti-Lied mit der unentbehrlich kreisenden Rotweinflasche und das "Funiculi Funiculà” mit den stimmgewaltigen Solisten Miljan Milovic und Leisenheimer.

Die Nonnen im Nonnenchor aus "Casanova” haben unter der züchtigen Kutte die offenherzigen Kostüme versteckt, wie auch Dorothea Brandt als Laura das rosa Mieder und die schwarzen Hot Pants über engen Overknee-Stiefelchen. Das Orchester lässt sich vom Maestro Florian Ziemen mit wilder Haartolle geduldig leiten, steuert einige Strauß-Walzer und spannende Ouvertüren bei, etwa die zwischen Ernst und Komik changierende Musik von Rossinis "Die Italienerin in Algier”.

Das Konzert war eine Reise nach "Bella Italia". Moderatorin Ingeborg Wolff stellte Schönheiten und Sehenswürdigkeiten des Landes vor, dazu spielte das Sinfonieorchester italienische Canzonen unter der Leitung von Florian Ziemen.

Stilecht und übermütig beschließt "Eine Nacht in Venedig” die Italienreise - natürlich nicht ohne Kamelle, die Frau Schröder mit dem neuen Wuppertaler Karnevalsruf "Schwupp-di-wupp” ins Publikum schleudert.

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