In der Uni-Halle waren am Wochenende exotische Spinnen und Reptilien zu sehen.

Reptilienschau
Keine Berührungsängste: Max und Torben (beide 12, von links), wagen sich bei der Reptilienausstellung in der Uni-Halle an den Tigerpython-Albino Goliath heran – den Tierpfleger Heino Weber in festem Griff hat.

Keine Berührungsängste: Max und Torben (beide 12, von links), wagen sich bei der Reptilienausstellung in der Uni-Halle an den Tigerpython-Albino Goliath heran – den Tierpfleger Heino Weber in festem Griff hat.

Uwe Schinkel

Keine Berührungsängste: Max und Torben (beide 12, von links), wagen sich bei der Reptilienausstellung in der Uni-Halle an den Tigerpython-Albino Goliath heran – den Tierpfleger Heino Weber in festem Griff hat.

Wuppertal. Erika und Mathilde sind possierlich – wenn man es mit den Augen von Heino Weber betrachtet. Die beiden Mädels, von denen der Tierpfleger spricht, gehen keineswegs als Schmusetierchen im herkömmlichen Sinne durch, handelt es sich doch um Vogelspinnen.

Für solche Krabbler benötigt man zweifellos einen besonderen Draht. Den hat Weber und vermag auch die Zaungäste bei der Spinnen- und Reptilienausstellung am Wochenende in der Uni-Halle zu überzeugen: „Vogelspinnen sind viel farbenprächtiger als Hausspinnen.“

Leguan Leo ist liebebedürftig – sagt Tierpfleger Heino Weber

Mit weit über 30 000 Euro werden Raritäten unter den Reptilien gehandelt, etwa der weiße Königspython mit schwarzen Augen, von dem es nur etwa 100 Exemplare in Europa gibt. Ein solches Tier war nicht unter den Schaustücken der Ausstellung, doch faszinierten sehr wohl auch die gezeigten Exemplare, die zur Sammlung des Schweriner Familienunternehmens Hein gehören.

Seit 40 Jahren sind die Heins mit dem Aufbau ihres ungewöhnlichen Streichelzoos befasst, seit sechs Jahren reisen sie mit den Tieren durch Deutschland. Bei den Ausstellungen gehe es auch darum, mit Vorurteilen aufzuräumen, sagt Weber. Eines der Klischees ist nach seiner Aussage, dass Schlangen glitschig und kalt sind. Das Gegenteil treffe zu. Davon können sich die Besucher überzeugen, als Weber sich den mächtigen Tigerpython Goliath um den Hals legt.

Nicht minder erstaunlich ist für Laien, dass Reptilien zutraulich und schmusig sein können. Leguan Leo tritt den Beweis an und zaubert Weber ein Leuchten in die Augen. Vor zehn Jahren habe er mit einer eigenen Vogelspinne Zugang zu Spinnen und Reptilien gefunden. Inzwischen sind ihm die Tiere ans Herz gewachsen, was nach seiner Aussage auf Gegenseitigkeit beruht: „Leguan Leo ist liebebedürftig.“

In knapp 100 Terrarien waren etwa 250 Tiere aus rund 100 Arten zu sehen. Mit dieser Sammlung reist die Familie Hein fast ganzjährig durch Deutschland.

Mit etwa 300 Besuchern entsprach die Schau in Wuppertal dem Durchschnitt.

Solcher Intimität können Besucher der Reptilienschau nicht unbedingt folgen. Dieter Kannenberg begeistert eher, dass es „so herrlich beruhigt, wenn man die Viecher anschaut“. Das fällt nicht immer leicht, denn manche Tiere sind so gut getarnt, dass man sie lange suchen muss, um endlich die beruhigende Wirkung genießen zu können.

Leserkommentare (9)


() Registrierte Nutzer