Schauspiel-Größen wie Susanne Lothar und Johanna Wokalek zeigen ihren neuen Film „Die kommenden Tage“.

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Gruppenbild mit Regisseur: die Darsteller Johanna Wokalek, Susanne Lothar (von links) und Vincent Redetzki rechts) mit Lars Kraume (2. von rechts) am Dienstagabend in Wuppertal.

Gruppenbild mit Regisseur: die Darsteller Johanna Wokalek, Susanne Lothar (von links) und Vincent Redetzki rechts) mit Lars Kraume (2. von rechts) am Dienstagabend in Wuppertal.

Andreas Fischer

Gruppenbild mit Regisseur: die Darsteller Johanna Wokalek, Susanne Lothar (von links) und Vincent Redetzki rechts) mit Lars Kraume (2. von rechts) am Dienstagabend in Wuppertal.

Elberfeld. Die Schauspieler? Nervös. Der Regisseur? Nervös. Der Hausherr? Sehr nervös. Eine Deutschlandpremiere mit Stars der deutschen Filmszene kann Wuppertal schließlich nicht alle Tage ausrichten. Am Dienstagabend jedoch, da rollte Detlef Bell vor dem Cinemaxx für die Stars den Roten Teppich aus - denn hier in Wuppertal hatte man zur Deutschland-Premiere des Films "Die kommenden Tage" geladen.

Und die Stars kamen - zwar nicht Scharen - doch dafür sehr offen für die Wuppertaler. Schließlich hatte die Crew um Regisseur Lars Kraume im vergangenen Jahr neun Tage in der Stadt gedreht. "Hier haben wir eines der Hauptmotive des Films gefunden", erzählt Kraume vor Filmbeginn an Roten Teppich und fügt noch hinzu: "das war schön hier."

Nächtelang, so erzählt auch Schauspielerin Johanna Wokalek, habe man in der alten Villa gedreht. "Ich fand sie nett, die Wuppertaler", lacht Wokalek, die man aus Filmen wie "Der Baader Meinhof Komplex" und "Die Päpstin" kennt. Schauspielkollegin Susanne Lothar nickt: "Das war eine interessante Arbeit hier." Ob sie sich jetzt auf den Film freuen? "Ich habe da so ein Kribbeln, wie es ankommt", gesteht Wokalek.

"Das ist ein ungewöhnlich packender und selbstbewusst inszenierter Ensemblefilm."

MarkTykwer nach der Premiere

Das Premierenpublikum in Saal Eins des Cinemaxx taucht für 130Minuten fasziniert ein in Kraumes Vision einer nahen Zukunft. Im Fokus des Films stehen die Lebenswege von zwei Schwestern aus der Gegenwart in eine Zeit der Unsicherheit und der großen gesellschaftlichen Veränderungen.Im Jahr 2020 hat die Festung Europa dicht gemacht, vor den Grenzmauern vagabundieren Migranten in den Wäldern mit dem Ziel, in die Enklave der einst Wohlhabenden einzudringen.

Kraumes Endzeitdrama ist kein leichter Stoff, verstört. Doch der Film wird mit viel Applaus am Ende bedacht. Mit weniger Worten bedenkt dagegen die Crew die Gäste. "Die Moderation vor der Leinwand ließ doch sehr zu wünschen übrig. Man hatte den Eindruck, als würden die Verantwortlichen einfach nur ihre Pflicht erfüllen", sagt Mark Tykwer, der mit Familie zur Premiere erschien. Der Film hat ihn jedoch beeindruckt: "Das ist ein ungewöhnlich packender und selbstbewusst inszenierter Ensemblefilm. Leider wirkt das Drehbuch thematisch überfrachtet. Trotzdem: bemerkenswert." Bis nach Mitternacht sieht man Gäste wie Schauspielintendant Christian von Treskow, Enno Schaarwächter, Matthias Haschke (Wuppertal Marketing, Ex-Rex-Chefin Martina Steimer, Petra Lückerath (Börse), Harald Novoczin, Markus von Blomberg und Peter Krämer (Rinke) über den Film diskutieren. Und Hausherr Detlef Bell fällt ein Stein vom Herzen. "Es ist alles rund gelaufen, das war eine schöne Veranstaltung."

Neben Johanna Wokalek und Susanne Lothar ist der Film mit Daniel Brühl, August Diehl und Bernadette Heerwagen prominent besetzt - die letzten drei konnten bei der Premiere am Dienstag nicht dabei sein. Die Villa Baum am Boltenberg ist das großbürgerliche Haus der Filmfamilie.

In den deutschen Kinos wird der Film am 4. November anlaufen.

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