26 Flaschen Kabinett-Wein kamen nach der ersten großen Lese am Dönberg zusammen – und das soll erst der Anfang sein.

wza_1500x1012_592559.jpeg
Sehr zum Wohle: Pfarrer Eckehard Fröhmelt (links) und Hobby-Winzer Gerhard Martin Meyer vom Hohenholz am Dönberg genehmigen sich einen gepflegten Schluck Pfaffentropfen. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte?

Sehr zum Wohle: Pfarrer Eckehard Fröhmelt (links) und Hobby-Winzer Gerhard Martin Meyer vom Hohenholz am Dönberg genehmigen sich einen gepflegten Schluck Pfaffentropfen. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte?

Mathias Kehren

Sehr zum Wohle: Pfarrer Eckehard Fröhmelt (links) und Hobby-Winzer Gerhard Martin Meyer vom Hohenholz am Dönberg genehmigen sich einen gepflegten Schluck Pfaffentropfen. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte?

Dönberg. Ziemlich genau drei Jahre ist es her, dass Eckehard Fröhmelt mit Blick auf den Klimawandel im Bergischen erstmals laut über die Weinstadt Wuppertal nachdachte. Im September 2007 präsentierte der Gemeindepfarrer vom Dönberg als erstes Ergebnis fünf Liter Federweißer und sprach davon, dass ein Weinberg nach wie vor sein großer Traum sei.

Jetzt meldet Fröhmelt gemeinsam mit seinem Mitstreiter Gerhard Martin Meyer den nächsten Etappensieg auf dem Weg zur Winzerstadt - abgefüllt in insgesamt 26 Flaschen mit einem Mostgewicht von 80 Oechsle und einem Alkohol-Gehalt von zwölf Prozent. "Dönberger Pfaffentropfen" wurde das Kabinett-Tröpfchen getauft, abweichend von der zunächst geplanten Marke "Dönberger Sonnenschein."

"Das klingt doch viel kerniger - und ich habe kein Problem mit dieser Bezeichnung", schmunzelt der 62-jährige Pfarrer. Grundlage für den Weißwein waren Trauben aus dem evangelischen Pfarrgarten und geschützt stehende Rebstöcke auf Meyers Grundstück am Hohenholz, die hinter Glas den ganzen Tag lang Sonnenschein abbekamen und im September bei der Weinlese am Dönberg satte 25 Kilogramm Trauben lieferten. Zunächst unter Mithilfe von Wilfried Kalinkat von Hand gepresst, griff man beim Keltern schließlich auf eine Ausrüstung samt Gärfass-Apparatur zurück, die Meyer weitestgehend im Baumarkt besorgt hat.

Lehrstunden bei Mosel-Winzern - die Ehefrau war zunächst skeptisch

Zuvor hatte der Hobby-Winzer sich vier Tage lang bei Winzerfamilie Antonius in Klüsserath an der Mosel einquartiert, um das Handwerk zu lernen. "Danach bin ich mit viel Wissen nach Hause gefahren." Meyers Frau Gertrud war zunächst skeptisch, aber das ist längst Geschichte. Als der Wein Wochen später klar wurde und eine goldgelbe Blume entfaltete, habe er "einen Luftsprung gemacht", verrät Meyer. "Wein ist eine Wissenschaft für sich."

Als sich dann auch noch herausstellte, dass der Pfaffentropfen nicht zu herb und mehr als nur genießbar ist, lief das Winzerschiff endgültig in den Hafen ein. Oberbürgermeister Peter Jung soll persönlich eine Flasche überreicht bekommen. "Auch als Zeichen dafür, dass es nicht immer nur schlechte Nachrichten in unserer Stadt gibt", erklärt Fröhmelt. 2010 soll die Weinlese am Dönberg noch größer ausfallen. Ein neues Gärfass steht jedenfalls schon bereit - und fasst 50 Liter.

Der Dönberger Bio-Weinjahrgang 2009 ist aus rechtlichen Gründen Privatsache, unverkäuflich und erst mal nur ein Hobby. Fröhmelt und Meyer können sich aber sehr wohl vorstellen, künftige Jahrgänge öffentlich anzubieten - und etwa auch ein Dönberger Weinfest und sogar eine Wuppertaler Winzergemeinschaft aus der Taufe zu heben.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer