Am 18. März führt die Reihe „Park des Monats“ auf einen besonderen Bauernhof.

Am 18. März führt die Reihe „Park des Monats“ auf einen besonderen Bauernhof.
Dirk Mücher ist einer der Wanderführer.

Dirk Mücher ist einer der Wanderführer.

Johannes Dickmann (l.) und Michael Felstau auf dem Permakulturhof. Am 18. März ist der Endpunkt der Wanderung durchs Gelpetal.

Dirk Mücher ist einer der Wanderführer.

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Dirk Mücher ist einer der Wanderführer.

Südhöhen. Es wird ordentlich gewerkelt auf dem alten Bauernhof am Dorner Weg. Die Handwerker sind vor Ort, kümmern sich unter anderem ums Dach. Mitglieder des Vereins „Permakulturhof Vorm Eichholz“ sind ebenfalls da, arbeiten an den Nutzflächen des Gehöfts mitten in der Bayer-Kleingartenanlage. „Hier ist eigentlich immer was los, vor allem am Wochenende“, sagt der Vereinsvorsitzende Johannes Dickmann. Am 18. März dürfte es aber noch einmal etwas voller werden. Dann ist der Permakulturhof Station in der Reihe „Park des Monats“.

Oberthema an diesem Tag ist eigentlich die Gelpe. Doch Dirk Mücher – zusammen mit Michael Felstau Wanderführer – wollte etwas Abwechslung zur Veranstaltung im Vorjahr. Die sei super angekommen, erinnert sich Mücher an rund 80 Teilnehmer. Doch eine sture Wiederholung sollte es dann nicht werden. Die interessante Geschichte des riesigen Areals, das Mücher so griffig als „das ganze Bergische Land in klein“ beschreibt, werde natürlich Thema sein. „Aber es gibt einen anderen Startpunkt und eine andere Route“, erklärt das Mitglied des Sauerländischen Gebirgsvereins. Und dazu einen neuen Endpunkt: eben den Permakulturhof. „Das passt gut“, freut sich Mücher. Viele Höfe in dieser Art gebe es nicht mehr, vor allem nicht citynah. „Eher noch im Dönberger Bereich oder in Beyenburg.“

3700 Quadratmeter stehen für das Projekt zur Verfügung

Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff? Permakultur beruhe auf einem Konzept des Australiers Bill Mollison, der schon in den 1970er Jahren eine Kultur der Nachhaltigkeit gefordert hatte, erklärt Dickmann. Und das sei auch Ziel des Vereins. Auf dem gut 3700 Quadratmeter großen Gelände soll gemeinschaftlich und naturverträglich gegärtnert werden. Urban Gardening eben. „Und wir wollen natürlich den Hof erhalten“, betont Dickmann. „Als Zeichen, wie früher Lebensmittel erzeugt wurden.“ Eine Art Landwirtschaft, die heute größtenteils verloren gegangen sei.

Auf das Hofensemble mit Haupthaus, Remise, Scheune und Ställen, unterhalb des W-Tec, waren Dickmann & Co. eher zufällig aufmerksam geworden. 2016 schließlich pachtete der Verein das Grundstück vom Städtischen Gebäudemanagement (GMW). Damals stand der Hof gerade einmal zwei Jahre leer. Wer sich umblickt, wird auch heute noch fragen: Nur zwei Jahre? Dickmann schränkt ein. Der letzte Pächter sei mit über 90 Jahren verstorben. Bewirtschaftet wurde der Hof deshalb schon länger nicht mehr, das merke man immer noch. „Es gibt viel zu tun.“

Dickmann und seine Mitstreiter haben neu angefangen, zum Beispiel Kürbisse und Kartoffeln angebaut. Stehen geblieben sind aber auch noch alte, guttragende Apfelbäume. Der befreundete Verein Bergische Gartenarche hat zudem einen Bauerngarten auf dem Gelände angelegt, „für alte Kulturpflanzen“. Bienen gehören bereits zum Inventar. Vielleicht kommen irgendwann auch noch andere Tiere dazu, blickt Dickmann voraus. Das sei aber noch offen, wie so vieles. Abgeschlossen sein wird das Projekt, dass durch die Mitgliedsbeiträge und Mäzene finanziert wird, nämlich nie – mit Absicht. Möglichst viele Menschen sollen beteiligt werden. Wie Michael Felstau erklärt, kämen schon jetzt immer wieder neue Interessenten, die wissen wollen, was dort eigentlich passiere. Das genau sei das Ziel, so Felstau.

Lob gibt es auch vom Verpächter. „Das ist eine tolle Geschichte“, sagt Hans-Uwe Flunkert, Chef des Gebäudemanagements. Schmunzelnd räumt er ein, dass er das Konzept am Anfang schon für eine „exotische Idee“ gehalten habe. „Dann habe ich die Leute aber kennengelernt.“ Sein Fazit: „Ich finde das prima.“ Das GMW habe selbst keine andere Nutzung gesehen. Zumal der Verein das Gelände wirklich aufwerte. „Vorher war das tot.“

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