Mit der „Närrischen Stadthalle“ feierten Wuppertals Karnevalisten einen ersten Höhepunkt ihrer Session.

Prunksitzung Stadthalle
Flieg, Funkenmariechen, flieg: Die Altstädter Köln 1922 zeigten in der Stadthalle ganz große Jecken-Akrobatik.

Flieg, Funkenmariechen, flieg: Die Altstädter Köln 1922 zeigten in der Stadthalle ganz große Jecken-Akrobatik.

Bartsch, Gerhard (b13)

Flieg, Funkenmariechen, flieg: Die Altstädter Köln 1922 zeigten in der Stadthalle ganz große Jecken-Akrobatik.

Elberfeld. Sie gehört seit Jahren zu den vortrefflichsten Terminen im Wuppertaler Karneval: die „Närrische Stadthalle“, die Prunksitzung der Karnevalsgesellschaft (KaGe) Colmar. Bereits zum 17. Mal feierte die KaGe am Freitagabend im ausverkauften Großen Saal mit hunderten Gästen das närrische Fest zugunsten krebskranker Kinder. Für Superstimmung sorgten dabei schon zu Beginn die Altstädter Köln 1922 – eins der fünf Kölner Traditionskorps. Bei „Tänzche mit echt kölsche Tön“ wirbelten die jecken Profis akrobatisch die Funkenmariechen, dass den Zuschauern vor Staunen die Luft wegblieb.

Das Publikum lässt sich nur zu gern vom närrischen Virus infizieren

Moderiert wurde der Abend anders als sonst von KaGe-Colmar-Mitglied Jörg Wagner: „Unser Vereinspräsident hat heute andere Verpflichtungen“, hieß es zur Begründung – schließlich stellt Armin Loose zusammen mit seiner Frau Rita in dieser Session das Prinzenpaar. So konnte der Colmar-Oberste das Spektakel oben auf der Bühne von einem roten Sofa aus genießen und bemühte sich redlich, nach dem Motto „Hier und überall – wir feiern unseren Karneval“ die Besucher mit dem Virus „Carnevalus infectus“ zu infizieren. Das gelang bestens und die Gäste gingen begeistert mit.

Applaus für eine Tanzeinlage des Prinzenpaars mit den Blauen Jungs

Leicht machten dies dem Publikum die musikalischen Darbietungen – etwa der Auftritt der niederrheinischen Stimmungsband Dröpkes. Mit ihrem rockigen Sound riss diese die Jecken von ihren Plätzen. Ob eigene Songs oder bekannte Stücke wie „Charly Brown“ – alles live gespielt und mit tollen Stimmen gesungen. Die Wuppertaler Karnevalisten stimmten kraftvoll mit ein, so dass die Band beeindruckt feststellte: „Die Fischerchöre wären stolz auf Euch.“

Als wahres Stimmenwunder präsentierte sich Ulrike Oostermann mit ihren Imitationen unterschiedlicher Künstler: Sie ließ auf ihrer musikalischen Reise von Edith Piaf bis zu Katja Ebstein verschiedene Sängerinnen erklingen. Zudem ließ sie Inge Meysel wieder auferstehen und belustigte als Angela Merkel.

Tante Luise und Herr Kurt aus Bremen verbanden Klamauk mit Akrobatik, ließen rote Reizwäsche blitzen und verrieten: „Euer Oberbürgermeister hat auch so welche, allerdings in rosa“, ehe sie Besucherin Marita in ihre Darbietung einbanden.

Auch das Prinzenpaar wurde dann noch gefordert – bei den Tanzdarbietungen des Kölner Tanzkorps Blaue Jungs mussten die Looses ebenfalls ran. Freundlicher Kommentar der Kölner: „Die machen halt allen Dries mit.“ Zwar verhinderte das närrische Ornat dabei die allzu große Eleganz – doch nicht nur dieser beherzte Auftritt wurde vom Publikum an dem gelungenen Abend mit einem begeisterten „Wuppdika“ gefeiert.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer