Reinhard Arens aus Wuppertal nimmt an einer Wettfahrt durch 19 Länder teil.

Uli Gawlick (links) hilft Reinhard Arens beim packen. Am Mittwoch startet die Test-Tour nach Marokko.
Uli Gawlick (links) hilft Reinhard Arens beim packen. Am Mittwoch startet die Test-Tour nach Marokko.

Uli Gawlick (links) hilft Reinhard Arens beim packen. Am Mittwoch startet die Test-Tour nach Marokko.

Andreas Fischer

Uli Gawlick (links) hilft Reinhard Arens beim packen. Am Mittwoch startet die Test-Tour nach Marokko.

Wuppertal/Kapstadt. Ein bisschen erinnert er an Harrison Ford in seiner Paraderolle des Indiana Jones. Nur ist Reinhard Arens kein Archäologe, sondern Landschaftsgestalter. Und er sucht auch nicht die Bundeslade, sondern vielmehr ein gut vorbereitetes Abenteuer: Pünktlich zur WM 2010 will der 41-Jährige in drei Monaten von Wuppertal nach Kapstadt fahren - mit dem Auto. Dem Zufall überlässt Arens, der bereits vier Jahre in Afrika arbeitete und heute in Saudi Arabien lebt, dabei nichts. Vier Jahre hat er sich auf die Expedition vorbereitet. Heute startet die Test-Tour nach Marokko in der Unterbarmer Fuchsstraße.

Freunde und Bekannte segeln, fliegen und fahren zur WM

Die Idee zum "Cape Countdown Cup" sei an einem Kneipenabend mit Freunden im Sommer 2006 entstanden. "Als klar wurde, dass wir nicht mehr Weltmeister werden können, stand fest: Bei der nächsten WM sind wir wieder vor Ort." Noch am selben Abend wurde das Logo für den Wettkampf entworfen: Freunde und Bekannte aus aller Herren Länder segeln mit dem Boot, fliegen mit einer kleinen Cessna oder fahren mit dem Auto zur WM nach Südafrika. "Wie jeder Einzelne da hin kommt, ist ihm selbst überlassen, je mehr sich beteiligen, desto besser", sagt Arens.

Die Route des Wuppertalers führt durch 19 Länder, etwa Bulgarien, Jordanien oder Tansania. Vor wilden Raubkatzen oder giftigem Getier hat der erprobte Afrika-Reisende keine Angst: "Die schlimmsten Tiere sind die Mücken." Bei der Kriminalität sieht es anders aus. "Vor Dieben versuchen wir uns zu schützen, etwa mit einem einbruchsicheren Käfig im Innenbereich des Wagens. Bei einem bewaffneten Überfall gebe es aber nur eines: Hände hoch und geschehen lassen. Krisenregionen versucht Arens zu umgehen.

Ein vor Rodung sicheres Waldstück legitimiert das Fahren mit Diesel

Das Gefährt, mit dem Arens die Tour überstehen will, wurde gerade in einer Unterbarmer Werkstatt fit gemacht: Es handelt sich um einen Landrover älteren Modells. "Aber da Geländewagen eher zum Angeben als fürs Gelände taugen, musste ich ein wenig nachhelfen", sagt KFZ-Mechaniker Uli Gawlick. Er weiß, wovon er spricht - schließlich arbeitetet er für Eventfirmen, deren Trips durch die Sahara genauso wie durch den Dschungel führen.

In Arens Wagen hat er einen sogenannten Überrollkäfig eingebaut, falls das Schätzchen sich überschlägt. "Absolut genickbruchsicher", versichert Gawlick. Und auch das Fahrwerk wurde erhöht, um große Hindernisse zu überwinden. Geschlafen wird auf dem Dach; ein Moskitonetz mit zusätzlicher Plane schützt auch vor Regen.

Arens sucht weitere Mitreisende - zwölf sind bereits dabei, unter anderem Arens’ Lebensgefährtin. Sie ist praktischerweise Krankenschwester. Am Ziel soll eine große Party steigen. Dem Gewinner wird ein Pokal überreicht.

"Ein bisschen Luxus gönnen wir uns dennoch", so Arens: Ein 80-Liter-Wassertank samt Schlauch, der am Wagendach befestigt ist, ermöglicht eine frische Dusche in der Wüste. Und: "Eine ordentliche Musikanlage muss natürlich auch her".

Der eigentliche Clou aber ist: Der Landrover fährt mit Rapsöl. "Das ist für den Cup entscheidend", betont Arens, "Wir wollen nicht einfach mit aufgemotzten Karosserien auf dem ärmsten Kontinent der Welt umherfahren." Und da es nicht in allen Ländern Rapsöl gibt, "fahren wir mit Diesel, der auf Bäumen wächst". Im Klartext heißt das: Für 800 Euro hat er ein Stück Regenwald in Südamerika gekauft, um es vor Rodung zu schützen. Die Bäume dort gleichen den Kohlendioxid-Ausstoß von etwa 100.000 Kilometern Fahren mti Diesel aus. "So ist die Aktion nicht sinnlos."

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