Der Vorsitzende der Kreisbauernschaft über das Erntejahr, Lebensmittelqualität und EU-Zuschüsse.

„Wir produzieren mit der Natur.“ – Martin Dahlmann in seinem Stall mit Kälbchen Josef (2 Wochen alt).
„Wir produzieren mit der Natur.“ – Martin Dahlmann in seinem Stall mit Kälbchen Josef (2 Wochen alt).

„Wir produzieren mit der Natur.“ – Martin Dahlmann in seinem Stall mit Kälbchen Josef (2 Wochen alt).

Uwe Schinkel

„Wir produzieren mit der Natur.“ – Martin Dahlmann in seinem Stall mit Kälbchen Josef (2 Wochen alt).

Herr Dahlmann, morgen feiern wir das Erntedankfest. Haben Sie und die anderen Landwirte im Raum Wuppertal in diesem Jahr Grund zur Dankbarkeit?

Martin Dahlmann: Dankbar muss man immer sein, wenn man gesund ist und die Arbeit in einem Jahr bewältigen konnte. Ansonsten war es aus landwirtschaftlicher Sicht ein schweres Jahr: ein kaltes und nasses Frühjahr, tropischer Hitze um Juni und Juli, wo dem Getreide der Regen gefehlt hat, dann sehr nasses Wetter bei der Getreide-Ernte im August. Da musste dann jeder Getreidebauer sich die Tage und Nächte suchen, an denen er überhaupt ernten konnte.

Konkret: Wie ist unter diesen Bedingungen die Ernte ausgefallen?

Dahlmann: Also, wir sind in unserem Kreisgebiet mit einem blauen Auge davongekommen - gerade hier im Bergischen, wo die schweren Böden das Wasser gut halten können. Dort hatten wir eine durchschnittliche Ernte, was Getreide und Kartoffeln angeht. Und beim Mais oder beim Grunfutter für die Fleisch- und Milchproduktion hat der Regen im August sogar gutgetan. Weniger gut sieht es bei den Zuckerrüben aus: Die Ernte hat gerade begonnen, sie deutet auf geringe Masse und sehr geringen Zuckergehalt hin.

"Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen."

Martin Dahlmann über die Ernte des Jahres 2010.

Dafür sind die Preise für alle Rohstoffe derzeit sehr hoch...

Dahlmann: Das hat weniger mit der Erntesituation zu tun als mit den globalen Märkten. Weltweit sind Spekulanten tätig, die die Preise hochtreiben - zumal Russland in diesem Jahr kein Getreide exportieren kann und selbst China als weltgrößter Produzent Getreide zukauft. Das muss ein Landwirt im Blick haben, wenn es darum geht, seine Ernte zu verkaufen.

Aber die derzeitige Situation ist doch nicht schlecht für Sie und ihre Kollegen?(Das vollständige Interview finden Sie in der Samstagausgabe der Westdeutschen Zeitung Wuppertal)

Martin Dahlmann (45), ist seit 1988 Landwirt und führt seit 1990 den Hof auf den Ehrenberg - in mindestens vierter Generation ("ich bin kein Ahnenforscher"). Seit 2008 ist er Vorsitzender der für Wuppertal zuständigen Kreisbauernschaft Mettmann. Dahlmann ist verheiratet und hat drei Kinder.

In Wuppertal gibt es gut 100 landwirtschaftliche Betriebe, die meisten davon im Nebenerwerb.

Im vergangenen Jahr haben die Wuppertaler Bauern gut 920 000 Euro EU-Mittel erhalten.

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