Viele Künstler stifteten Werke, die für den guten Zweck unter den Hammer kamen.

Opernhaus
Marion Roemer zeigt eins der Werke, die gestern für einen guten Zweck versteigert wurden.

Marion Roemer zeigt eins der Werke, die gestern für einen guten Zweck versteigert wurden.

Andreas Fischer

Marion Roemer zeigt eins der Werke, die gestern für einen guten Zweck versteigert wurden.

Barmen. Es ist ein ehrgeiziges Anliegen, mit dem die Initiatoren des Projekts „Glanzstoff - Akademie der inklusiven Künste“ an den Start gehen: „Bisher haben Menschen mit Behinderungen nicht die Möglichkeit, Schauspiel zu studieren, das wollen wir ändern“, beschreibt Theaterpädagoge Markus Höller das Ziel der Schauspielschule, die in Kooperation mit den Wuppertaler Bühnen gegründet werden soll. In einer Auktion wurden gestern gestiftete Werke von über 40 Künstlern versteigert.

„Solche Projekte müsste es viel häufi- ger geben. Da trage ich gern etwas zu bei.“

Jasmin Kastanis, Bieterin

So kamen insgesamt 4600 Euro Startkapital für das Projekt zusammen. Das erste Bild ging an Jasmin Kastanis: Für 195 Euro ersteigerte sie eine Fotografie von Daniel Schmitt und setzte sich dabei gegen ein Internetgebot durch. „Solche Projekte müsste es viel häufiger geben“, findet sie. „Da trage ich gern etwas zu bei.“ Für Merlin Roemer erfüllt sich mit der Schauspielschule ein Traum. „Das war auch meine Idee. Ich finde die Rollen toll, die ich spielen kann.“ Seit vier Jahren spielt Roemer Theater in der integrativen Theatergruppe der Wuppertaler Bühnen.

Möglichkeit zur Weiterführung der theaterpädagogischen Arbeit

Enno Schaarwächter, Geschäftsführer der Wuppertaler Bühnen, bezeugte seine Begeisterung für das Projekt auch bei der Auktion, indem er fleißig mitbot. „Es ist wichtig, das was hier in der pädagogischen Arbeit entstanden ist, auch weiterzuführen für die Menschen, um die es geht.“ Das ist auch Höller wichtig, der die integrative Theatergruppe leitet und demnächst auch die professionelle Ausbildung übernehmen wird. „Bei der Arbeit treten die Behinderungen in den Hintergrund, ich sehe viel mehr die Möglichkeiten der Menschen und die sind oft ganz außergewöhnlich.“

Auch in anderen Städten wie zum Beispiel Berlin und Hamburg gibt es Theaterprojekte für Menschen mit Behinderung. Doch eine professionelle Ausbildung wie die „Glanzstoff“-Akademie sie anbieten will, gibt es bisher nicht in Deutschland.

Die Schüler werden drei Tage in der Woche beim Arbeitgeber sein und zwei Tage in der Theaterschule. Die Arbeit an einer Produktion sowie professionelle Sprech und Schauspielübungen gehören zum Lehrplan. Die Bühnen stellen Räume und Technik zur Verfügung.

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