Wer abstürzt, landet im Wasser. Weltgrößter Teamwettbewerb schlägt neue Wege ein.

Superfinale
Noch eine Vision: So stellt sich der Veranstalter das Klettern in der Schwimmoper vor. Fotomontage: dasMinisterium.com

Noch eine Vision: So stellt sich der Veranstalter das Klettern in der Schwimmoper vor. Fotomontage: dasMinisterium.com

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Noch eine Vision: So stellt sich der Veranstalter das Klettern in der Schwimmoper vor. Fotomontage: dasMinisterium.com

Elberfeld. Grünes Licht für eine Weltpremiere: Das Superfinale der HardMoves, des inzwischen weltweit größten Mannschafts-Wettbewerbs im Sportklettern, wird am Samstag, 2. März, in der Schwimmoper steigen. Es wird das erste Mal sein, dass vor großer Kulisse in einer Schwimmhalle geklettert wird – und bei dem die Sportler nach einem Fehlgriff statt auf einer weichen Matte im Wasser landen. Seit Herbst war die Climb Inn Klettersport GmbH, Betreiber der von drei Sektionen des Deutschen Alpenvereins getragenen Kletterhalle Wupperwände, mit der Stadt in Verhandlungen. „Am Montag gab es grünes Licht, dass wir mit dem Vorverkauf von zunächst 700 Karten beginnen können“, meldet Climb-Inn-Geschäftsführer Christian Popien. Noch in dieser Woche soll der Nutzungsvertrag unterschrieben werden, in dem sich die Kletterer verpflichten, die geforderten Sicherheitsauflagen einzuhalten.

Zuschauer sind mit den Sportlern auf Augenhöhe

„Ich glaube, dass viele uns für Spinner gehalten haben“, sagt Popien nicht ohne Genugtuung. In Deutschland betreiben inzwischen 500 000 Menschen – mit jährlich 10-prozentigen Zuwachsraten – den Klettersport. Da hier ohne Seil bis auf eine Höhe von maximal vier Metern geklettert wird, ist der Einstieg auch ohne großen Aufwand für jedermann möglich.

Mit Breitensport wird das, was in der Schwimmoper zu sehen sein wird, allerdings nichts mehr zu tun haben. Dort zeigen dann 36-Top-Athleten der HardMoves, die im Herbst mit den Vorqualifikationen in 29 Kletterhallen in Deutschland, den Niederlanden, Belgien Österreich und der Schweiz begonnen haben, ihr Können. Damit die Zuschauer auf den steilen Tribünen quasi auf Augenhöhe dabei sein können, werden die Wände ausnahmsweise sieben Meter hoch sein. Das bedeutet zusätzliche technische Anforderungen, angesichts von nur zwei Metern Wassertiefe. So soll erstmals eine Art Unter-Wasser-Trampolin den Fall der Kletterer – sei es von „top“ oder von „unterwegs auf den superschweren Routen – abfangen. Das ist genauso eine Neukonstruktion, wie die Kletterwand auf Schwimmpontons. Um alles aufbauen und testen zu können, wird die Schwimmoper in dieser Woche bereits ab Mittwoch geschlossen.

„Ich glaube, dass viele uns für Spinner gehalten haben“

Christian Popien, Climb-Inn-Geschäftsführer

„Ein großer Dank dafür ans Sportamt und an die vielen Sportler, die in der Woche nicht in die Schwimmoper können“, sagt Popien. Sein größter Dank gilt der Wuppertaler Wirtschaftsförderung und dort vor allem Antje Lieser, die an die ungewöhnliche Idee geglaubt und viele Türen geöffnet habe.

Lokalmatadoren haben gute Chancen auf den Sieg

Längst ist das Event für Wuppertal zum Marketing- und Wirtschaftsfaktor geworden. Der inzwischen sechste HardMoves-Wettkampf hat in der Szene einen guten Klang und wird ganz fest mit Wuppertal verbunden sein. Sogar der Chef einer Kletterhalle in New York, Peter Juhl, wird sich den Wettkampf vor Ort anschauen, um die Idee vielleicht nach Übersee zu bringen. 300 Hotelbetten hat Christian Popien für die Teams gebucht.

Klettern ohne Sicherung bis zu einer Höhe von vier Metern. Routen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade mit bis zu zehn Griffen sind zu meistern.

4000 Teilnehmer haben sich seit Herbst in 29 beteiligten Kletterhallen der Vorqualifikation gestellt. Jeweils 100 Aufgaben sind dort aufgebaut. Bei den inzwischen sechsten HardMoves ist damit eine neue Dimension erreicht (im Vorjahr hatte der Wettbewerb knapp 3000 Teilnehmer).

Das Superfinale in der Schwimmoper wird um 19.30 Uhr beginnen. Karten gibt es ab der kommenden Woche im Vorverkauf.
 

Zunächst werden die besten zehn Kletterer aus jeder der 29 beteiligten Kletterhallen in den Wupperwänden klettern. Die sechs besten Teams sind dann mit ihren jeweils sechs besten Athleten – davon mindestens zwei Frauen – im Superfinale in der Schwimmoper dabei. Gute Chancen haben auch Juliane Wurm und Jonas Winter vom Team der Wupperwände, das Titelverteidiger ist.

Finanziell agiert das Kletterteam ohne Netz und doppelten Boden. Von dem 60.000-Euro-Etat, den allein das Event in der Schwimmoper verschlingen wird, seien zurzeit 20.000 bis 30.000 Euro noch nicht gedeckt. Größere Sponsoren haben bisher noch nicht angebissen. „Wir werden Lösungen finden, wir sind von dem Konzept so überzeugt, dass wir das jetzt erst einmal machen“, sagt Popien. Fernsehteams haben sich bereits angesagt: Schließlich ist es nichts weniger als eine Weltpremiere, mit der Wuppertal von sich reden macht.

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