Beim zweiten Familien-Musikfest stand das Ausprobieren im Fokus.

Beim zweiten Familien-Musikfest stand das Ausprobieren im Fokus.
Jari (links) spielt bereits zwei zweieinhalb Jahren Kontrabass und zeigte Leopold, wie das Instrument erklingt.

Jari (links) spielt bereits zwei zweieinhalb Jahren Kontrabass und zeigte Leopold, wie das Instrument erklingt.

Stefan Fries

Jari (links) spielt bereits zwei zweieinhalb Jahren Kontrabass und zeigte Leopold, wie das Instrument erklingt.

Wuppertal. Einladend geöffnet waren am Sonntag die Türen der Historischen Stadthalle. Das Sinfonieorchester Wuppertal hatte gemeinsam mit der Bergischen Musikschule zum zweiten Mal ein Familien-Musikfest auf die Beine gestellt, das großen und kleinen Besuchern gleichermaßen Freude machte.

Mit dem dritten Familienkonzert unter der Überschrift „Walzerschritt und Polkahit“ begann der Tag, mit „Hollywood auf dem Johannesberg“, den Meisterwerken der Filmmusik endete er. Dazwischen duften die Kinder Instrumente von A bis Z ausprobieren. „Bei mir ist ein Mega-Andrang“, sagte die Geigerin Kathy Töpped erfreut. Sie kniete vor einem kleinen Besucher, um ihm auf Augenhöhe zu zeigen, wo er seine Fingerchen auf die Saiten drücken sollte. „Er hat noch nie eine Geige in der Hand gehabt. Und jetzt will er sie gar nicht mehr loslassen“, staunte Christa Dendling, die mit ihrem Enkelkind Teo (6) aus Herdecke angereist war. „Aber die Musikerin hat auch eine unnachahmliche Art, mit den Kindern umzugehen“, lobte sie die Lehrerin.

Viel Andrang herrschte bei Ursula Slawig am Klavier

In einer anderen Ecke des Saals stand ein Klavier. „Ich kann schon ein bisschen spielen. Soll ich mal?“, fragte Andreas und schon flitzten seine Hände über die schwarzen und weißen Tasten. „Es ist rappelvoll hier und ich finde es klasse, wie begeistert die Kinder vom Klang des Klaviers sind“, hatte die Pianistin Ursula Slawig sichtlich Spaß an dem Rummel um sie herum.

Noa (5) hatte schon die Klarinette ausprobiert, jetzt saß er auf dem Klavierhocker und ließ sich zeigen, wie eine Melodie entsteht. „Wo Musik ist, wo gesungen wird, da ist er dabei“, erzählt seine Mutter Stephanie Bartsch.

Im Mahler-Saal erzählte derweil Martin Schacht von „Dornröschen“ und lud die Kinder, die es sich auf dem Boden vor ihm bequem gemacht hatten, dazu ein, mit ihm gemeinsam „Dornröschen war ein schönes Kind“ zu singen. Dann fiel auch das Bläserquintett des Sinfonieorchesters ein. „Das hört sich toll an“, flüsterte die kleine Marie ihrer Mutter zu und hörte dann gespannt zu, wie es im Märchen weitergeht.

Im Mendelssohn-Saal gaben die verschiedenen Nachwuchsorchester der Musikschule kleine Konzerte. Die Jüngsten – schon im Alter von sechs Jahren wachsen die Musikschüler in das Orchesterleben hinein – spielten traditionelle irische Weisen. Das Kammerorchester – hier sind die Streicher zwischen zehn und 13 Jahren alt – spielten unter anderem eine Tanz-Suite.

In der Musik-Bastel-Ecke konnten die Kinder aus einfachen Materialien Instrumente bauen und damit Musik machen. Außerdem gab es Orgelführungen und die Kinder staunten, als sie hörten, dass die Orgel in der Stadthalle 4706 Pfeifen und 67 Register hat. Beim „Offenen Singen mit dem Familienchor“ hieß es, dass jeder heute das beste Instrument mitgebracht hatte: die eigene Stimme. Der gemeinsam gesungene Frühlingskanon bewies es.

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