Beim Casting für die Show „Talentschmiede“ traten 15 verschiedene Kandidaten an.

Sven Hollmann musste ohne Vorbereitung Sarah am E-Piano begleiten. Die Vorgaben der Jury verlangten den Kandidaten einiges ab.
Sven Hollmann musste ohne Vorbereitung Sarah am E-Piano begleiten. Die Vorgaben der Jury verlangten den Kandidaten einiges ab.

Sven Hollmann musste ohne Vorbereitung Sarah am E-Piano begleiten. Die Vorgaben der Jury verlangten den Kandidaten einiges ab.

Gerhard Bartsch

Sven Hollmann musste ohne Vorbereitung Sarah am E-Piano begleiten. Die Vorgaben der Jury verlangten den Kandidaten einiges ab.

Wuppertal. Geduld wird manchmal belohnt. Vier Stunden saß die Jury der neuen „Rex-Talentschmiede“ am vergangenen Mittwoch parat. Ein offenes Casting sollte im Baustellencafé am Kipdorf stattfinden, allein die Teilnehmer fehlten. Nicht ein einziger Künstler kam zum Wettbewerb. Doch die Veranstalter gaben nicht auf, sondern setzten das Casting - wie geplant - Donnerstag und Freitag fort: mit tollen Auftritten und einer unkonventionellen Jury.

„Vielleicht haben wir das Casting zu kurzfristig angekündigt“, räumt Jurymitglied Britta Kohlhaas ein. Trotzdem traten bis Freitagabend 15 verschiede Acts an, ihr Können zu beweisen. Die Bandbreite war groß: Während die meisten auf Gesang setzten, gaben andere kleine Theaterstücke oder Komödiantisches zum Besten. Alle wollen am 10. Juni an der ersten „Talentschmiede-Show“ teilnehmen.

Die Künstler mussten improvisieren können

Gute Chancen hat wohl Sven Hollmann. Der 18-jährige hat sich auf Elton John-Songs spezialisiert. Im Alter von 13 Jahren hat er ihn erstmals im Fernsehen gesehen und sofort bemerkt, dass „’Your Song’ ein ganz besonderes Lied ist“. Nun tritt der Wuppertaler mit seinem E-Piano auf Festen und Hochzeiten auf. Beim Casting überzeugte er auch mit der Eigenkomposition „Vegas“.

Trotz der beeindruckend nach Elton John klingenden Stimme musste auch er mit der unkonventionellen Art der Jury leben: Die hörte den Auftritten nicht nur zu, sondern stellte Fragen und stellte spontan Arrangements zusammen. So durfte Sven Hollmann spontan die Sängerin Sarah am E-Piano begleiten, dabei hatte die 18-Jährige eigentlich eine Karaoke-CD für ihren Auftritt mitgebracht. Eine Theatergruppe sollte auf Geheiß der Jury ein dramatisches Stück spontan komödiantisch interpretieren – keine leichte Aufgabe.

„Soll nochmal einer sagen, Wuppertal habe keine Talente“

Natürlich wollte die dreiköpfige Jury die Kandidaten mit den Improvisationen nicht quälen, sondern verfolgt ein Konzept: „Wir müssen herausfinden, ob wir mit den Kandidaten arbeiten können“, erklärt Regina Mück. Denn bei der „Talentschmiede-Show“ im Juni soll nicht simpel Act an Act gereiht werden. „Das ist zu langweilig. Wir wollen, dass die Künstler zusammenarbeiten.“

Die „Talentschmiede“ soll regelmäßig für Künstler aus Wuppertal offenstehen.
 

Am 10. Juni wird im neu eröffneten Rex-Theater die erste „Talentschmiede-Show“ stattfinden. Wer dabei ist, will die Jury nun mithilfe einer Videoauswertung bestimmen.
 

Das könnte der Schülerband „Sound of a Sunbeam“ zugute kommen, denn sie improvisieren ihre Songs grundsätzlich: „Die Lieder haben natürlich ein Konzept, aber auf der Bühne klingen sie jedes Mal anders“, erklärt Gitarrist Robin Hölter. „Formbar“, nennt das die Jury.

Einzig die jüngste Teilnehmerin wurde von der Jury etwas sanfter behandelt. Vielleicht lag es am Schauspieltalent, mit dem die erst zehnjährige Chantal eine Szene aus „Das verlorene Lachen“ mit Leben füllte. Besonders erfreute die Veranstalter, dass alle Teilnehmer aus Wuppertal stammten. „Soll noch mal einer sagen, Wuppertal habe keine Talente“, drohte Andreas Köhler vom Rex-Theater scherzhaft, bevor er begeistert handgeschriebene „Recall“-Zettel verteilte.

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