Das Außengehege gleicht für Shawu und Uli noch einem Abenteuerspielplatz. Mit viel Neugier erkunden sie jetzt ihre neue Welt.

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Mit einem Trick können die beiden Elefantenbrüder von den Pflegern auseinandergehalten werden: Shawu hat schmalere Augen als sein Bruder Uli (links).

Mit einem Trick können die beiden Elefantenbrüder von den Pflegern auseinandergehalten werden: Shawu hat schmalere Augen als sein Bruder Uli (links).

Mit einem Trick können die beiden Elefantenbrüder von den Pflegern auseinandergehalten werden: Shawu hat schmalere Augen als sein Bruder Uli (links).

Wuppertal. Ein wenig tapsig und ungelenk wirkt es schon noch, wenn Uli und Shawu zwischen den Beinen ihrer Mütter durchs Elefantengehege stolpern. Seit drei Tagen genießen die beiden die ersten Sonnenstrahlen im Außengehege des Elefantenhauses, und da gibt es natürlich eine Menge zu entdecken. „Jeder Ast, jede Stufe und jedes Sandkorn ist neu für sie und muss erkundet werden“, erzählt Zoo-Kurator AndréStadler.

Abends fallen beiden vor Müdigkeit und Erschöpfung die Augen zu

Im Moment sei einfach jeder Tag ein Abenteuer und nach drei Stunden im Außengehege seien beide immer richtig k.o. „Dann ist es lustig sie zu beobachten“, erzählt Stadler. Wie bei Menschenkindern fielen beiden dann schon fast im Stehen die Augen zu.

Ob es charakterliche Unterschiede gibt? „Nein“, sagt Stadler. Die beiden seien sich da recht ähnlich. Frech, neugierig und forsch, so wie es sich für kleine Jungs gehört, entdecken sie ihre Welt. Obwohl, so sagt Tierpfleger FilipevonGilsa, Uli sei dabei ein bisschen fitter und aktiver als der um wenige Tage jüngere Shawu.

Zugelegt haben die beiden auch: Mit 142 und 139,2 Kilogramm bringen sie jeweils zehn Kilogramm mehr auf die Waage als bei der Geburt. „Sie entwickeln sich prächtig“, freut sich Stadler. Bei Shawu sind die Startschwierigkeiten überwunden und er trinkt fleißig.

Von Anfang an lernen die beiden auf die Kommandos der Pfleger zu hören

Trotz aller Freiheiten, die die Baby-Elefanten in ihrer Herde genießen, müssen sie lernen. „Dass eine Schubkarre nicht umgeworfen wird und unsere Werkzeuge keine Spielsachen sind, müssen sie von Anfang an verstehen“, erklärt von Gilsa. Daher ist „Nein“ auch eines der ersten Kommandos. Insgesamt sollen die Brüder in ein paar Jahren bis zu 40 Kommandos beherrschen.

In den Familienverbund sind Uli und Shawu bereits fest integriert. „Die großen Schwestern Bongi und Tika kümmern sich mit um ihre Brüder“, erläutert Stadler. Bei Gefahr würde sich die Herde, wie in der Natur, schützend um den Nachwuchs stellen.

Trotz des Zusammenhalts heißt es für die beiden in vier bis fünf Jahren Abschied nehmen. Der Grund: Elefantenbullen sind Einzelgänger und kommen nur zur Paarung zur Herde zurück. In einigen Jahren würde es so zu einer Konkurrenzsituation mit Elefantenvater Tusker kommen.

Von Gilsa und seine Kollegen freuen sich jetzt auf das Frühjahr mit „ihrem“ Nachwuchs. „Wenn die beiden erstmal richtig an Übermut gewinnen, wird das Gehege wohl in einer Staubwolke verschwinden“, meint er lachend.

 

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