Michael IV. und Birgit II. über den Stress-Job Karneval, dessen schöne Seiten – und über mangelnden Rückhalt in der Jecken-Szene.

Interview
Beim Interview in einem Nebenraum des Brauhauses, am Rande der Feierlichkeiten zum Rathaussturm: Prinzessin Birgit II. samt Stadtschlüssel und ihr Prinz Michael IV.

Beim Interview in einem Nebenraum des Brauhauses, am Rande der Feierlichkeiten zum Rathaussturm: Prinzessin Birgit II. samt Stadtschlüssel und ihr Prinz Michael IV.

Uwe Schinkel

Beim Interview in einem Nebenraum des Brauhauses, am Rande der Feierlichkeiten zum Rathaussturm: Prinzessin Birgit II. samt Stadtschlüssel und ihr Prinz Michael IV.

Prinz Michael, nach einem alten kölschen Schlager ist das ein jecker Lebenstraum – „einmal Prinz zu sein“. Wie war das bei Ihnen?

Michael IV.: Naja. Bei uns war das so, dass mich meine Prinzessin Silvester 2010/2011 gefragt hat, ob ich nicht ihr Prinz sein möchte. Mit ihrem Mann wäre das zu diesem Zeitpunkt nicht gegangen, weil er wichtige familiäre Verpflichtungen hatte. Damals habe ich schnell ja gesagt.

Es war zu hören, ihre Prinzessin habe Sie überreden müssen. . .

Birgit II.: Je näher die Session rückte, desto mehr hat er kalte Füße bekommen – zumal zwischenzeitlich ein anderes Prinzenpaar im Gespräch war. Er hat dann sogar dem CCW (Carneval Comitee Wuppertal; Anm. d. Red.) beim ersten Anruf abgesagt. Aber ich haben ihn dann doch noch zu einem Ja bewegen können. Michael IV.: Ich hab’ mir letztlich gesagt, man kann nicht immer meckern, man muss auch was tun für Wuppertal.

„Ich hatte bisher mit dem Straßenkarneval nicht viel am Hut.“

Birgit II.

Wie macht er sich inzwischen als Prinz?

Birgit II.: Dafür, dass er keinerlei Vorkenntnisse hatte, macht er sich inzwischen sehr gut. Michael IV.: Anfangs war es wirklich so, dass ich eine regelrechte Hemmschwelle hatte, auf die Bühne zu gehen und das Mikrofon in die Hand zu nehmen. Inzwischen ist das nahezu weg, und die Auftritte machen mir Spaß.

170 Termine, hieß es bei Ihrer Vorstellung, hätten Sie in der Session. . .

Birgit II.: . . . es sind 187 bis Aschermittwoch.

Ist das noch Freizeit oder schon Arbeit?

Michael IV.: Es ist Arbeit, ein absoluter Stress-Job. Rein in den Saal, raus aus dem Saal – manchmal weiß man gar nicht mehr, in welcher Stadt man ist. Birgit II.: Man kommt ja viel rum – wir waren in Hagen, im Ruhrgebiet, in vielen Städten im Rheinland, haben Wuppertal repräsentiert. Das ist ja einerseits das Schöne daran, dass man viel unterwegs ist und andere Menschen kennenlernt. Aber man macht auch was mit – ich denke nur an ein Biwak in Wattenscheid bei minus 20 Grad.

Und, haben Sie bisher alles gut überstanden?

Michael IV.: Bis auf einen Schnupfen schon.

Die Session neigt sich dem Höhepunkt zu – einer war ja der Rathaus-Sturm. Wie erleben Sie die heiße Phase der Session?

Birgit II.: Um ehrlich zu sein: Es war mein erster Rathaussturm. Ich hatte bisher ja mit dem Straßenkarneval gar nicht so viel am Hut, sondern habe viel lieber bei Sitzungen gefeiert. Doch ich mus sagen: Es hat mir gefallen.

Lesen Sie das gesamte Interview in der Samstagsausgabe der WZ.

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